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ARBON: Satte 2,8 Millionen im Minus

Die Stadt schreibt in der Rechnung 2016 einen Rekordverlust. Der stotternde Wirtschaftsmotor trübt die Finanzen. Bald sollen aber schwarze Zahlen her: dank des boomenden Wohnungsbaus und neuer Steuerzahler.
Max Eichenberger
Bald soll’s besser werden: Finanzressortchef Patrick Hug, Stadtpräsident Andreas Balg, Finanzverwalter Mischa Vonlanthen. (Bild: Max Eichenberger)

Bald soll’s besser werden: Finanzressortchef Patrick Hug, Stadtpräsident Andreas Balg, Finanzverwalter Mischa Vonlanthen. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Arbon braucht einen langen Atem, um finanziell wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Seit vier Jahren werden Massnahmen zur Gesundung der Finanzen umgesetzt und auch Projekte erstreckt: So resultierte im Budget für das laufende Jahr immerhin eine rote Null. Die Serie negativer Abschlüsse reisst indessen vorderhand noch nicht ab. 2016 bricht nochmals den Rekord: Die Rechnung, die Stadtpräsident Andreas Balg, Finanzressortchef Patrick Hug und Finanzverwalter Mischa Vonlanthen gestern vorlegten, weist ein hohes Defizit von 2,8 Millionen Franken aus – zumindest unwesentlich besser, als Hochrechnungen noch im Herbst befürchten liessen.

Wirtschaft lässt Steuerkasse darben

So sei «das schlechte Rechnungsergebnis keine Überraschung». Anderseits waren noch im Mai die Steuereinnahmen 700 000 Franken über Budget gelegen. Dann kam der Aderlass, den Hug hauptsächlich mit «negativen Wirtschaftsmeldungen» auf dem Platz Arbon begründete. Unternehmen legten Verlustrechnungen aus früheren Jahren vor und machten weniger Gewinn. Die Einnahmen bildeten sich kontinuierlich zurück. Das vorüber­gehende Steuer-Plus kippte; zum Jahresende blieben die Steuereinnahmen um 870 000 Franken deutlich unter den Erwartungen.

Zum einen dies. Und nicht im erwarteten Ausmass angestiegen seien die Eingänge der privaten Steuerzahler. Ein fast schon chronisches Arboner Handicap, das mit dem gestaffelten Bezug vieler neu erstellter Wohnungen mittelfristig getilgt werden soll: die Steuerkraft pro Einwohner. Sie bildet sich seit 2014 (1800 Franken) wieder leicht zurück (auf 1724 Franken) und die Schere zu an­deren Gemeinden öffnet sich erneut. Dies, nachdem Arbon nach der Finanzkrise-Baisse im kantonalen Vergleich aufgeholt hatte.

Sozialhilfe: Stabilisierung auf hohem Niveau

«Ermutigende Zeichen» sieht ­Vizestadtpräsident Patrick Hug im Bereich der wirtschaftlichen Sozialhilfe. Zwar sei die Zahl der Fälle, die vom Sozialamt bewirtschaftet werden, weiter ange­stiegen. «Aber bei Ausgaben von 4,8 Millionen Franken schliessen wir praktisch budgetkonform und damit 170 000 Franken tiefer ab als in der Rechnung 2015.» Anderseits steigen aber die Kosten für die ambulante Krankenpflege, dies vor allem deswegen, weil die Menschen immer älter werden. So liegt der Beitrag der Stadt an die Spitex laut Hug fast 200 000 Franken über dem Budget: «In Zukunft wird sich dieser Kostenanstieg noch akzentuieren.»

Die 2016 getätigten Investitionen beschränkten sich auf das Nötigste – mit rund fünf Millionen Franken. Zu wesentlichen Teilen flossen sie in Erschliessungsprojekte im Saurer-Werk Zwei. Positiv: Dort kostet die Sanierung der Industrie-Altlasten weniger als angenommen. Balg: «Die Natur regeneriert sich Gott sei Dank auch zum Teil selber.»

Verschuldung steigt – ­Darlehenszinsen sinken

Die Verschuldung der Stadt ist (um eine) auf 49 Millionen an­gestiegen und hat sich seit 2012 praktisch verdoppelt. Was die Politische Gemeinde wegen der weiter günstigen Zinskonditionen paradoxerweise – noch – nicht schmerzt: An Darlehens­zinsen (377 000) zahlt die Stadt nämlich über vierzig Prozent ­weniger, als sie noch nicht derart in der Kreide gestanden hat.

Patrick Hug ist unerschütterlich optimistisch: Er sieht die Stadt «auf gutem Weg zu schwarzen Zahlen», wenngleich dieser Prozess sich möglicherweise ver­zögern werde. Ein horizontaler Finanzausgleich müsse aber erwirkt werden, um die Sozial­lasten zugunsten gebeutelter Zentren gerechter zu verteilen. Balgs Devise bleibt, wie er mahnend anfügt: «Wir müssen den Gürtel eng geschnallt lassen.»

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