ARBON: «Pseudokreisel» verschwindet

Der Stadtrat hat die Kritik zur Kenntnis genommen: Nach Eingang der Petition gegen die Verkehrsinsel beim Rosasco-Platz will er diese rückbauen. Die Arbeiten sollen nach den Sommerferien beginnen.

Tanja von Arx
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Der blaue Kreisel bei der Kreuzung von Bahnhof- und St. Gallerstrasse soll rückgebaut werden. (Bild: Max Eichenberger)

Der blaue Kreisel bei der Kreuzung von Bahnhof- und St. Gallerstrasse soll rückgebaut werden. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. «Anpassungen sind weder nötig noch sinnvoll», sagte Andreas Balg erst im vergangenen Oktober. Der Arboner Stadtpräsident bezog sich auf den Rückbau des Kreisels beim Rosascoplatz, den 1215 Personen in einer Petition gefordert hatten (siehe Zweitstoff). Wie es aussieht, hat der Stadtrat nun aber seine Meinung geändert. Die kleine Verkehrsinsel ist bald Geschichte, wie Balg an der letzten Sitzung des Parlaments – gleichsam kurz wie verschlüsselt – verlauten liess.

Pläne liegen im Stadthaus auf

Es gebe eine «Lösungsfindung bezüglich der Signalisation Rosasco-Platz», hiess es da, und «ein zweistufiges Einwendungsverfahren». Wie Peter Gubser, Stadtrat mit Ressort Bau, im Anschluss an die Sitzung präzisierte, soll der Verkehr wie früher laufen. Der Kreisel werde verschwinden und auf der Bahnhofstrasse werde wie vor dessen Erbauung das Vortrittsrecht gelten. Die Pläne für die Neugestaltung liegen seit gestern Freitag im Stadthaus auf.

Die Stadt liess den Kreisel 2014 erbauen mit dem Ziel, den Durchgangsverkehr im Städtli zu reduzieren. Die Petition dagegen folgte nur ein paar Monate später. Denn Kritiker sahen eben dieses Vorhaben verfehlt. Man hätte dem unnötigen Verkehr viel eher entgegenwirken können, indem man etwa die Kurve von der Bahnhof- in die St. Gallerstrasse priorisiert hätte. Als Reaktion darauf wollte der Stadtrat die Situation beobachten. «Wir bleiben flexibel», sagte Andreas Balg. Abwarten wollte man konkret die Entwicklung der «Neuen Stadtmitte», sprich von Bahnhof, Metropol-Areal und Umzug des Jumbo ins Saurer WerkZwei.

Im Mai 2015 gab der Stadtrat dann beim Ingenieurbüro Wälli eine Studie in Auftrag. Aus deren Ergebnis leitete er im Oktober ab, die «aktuelle Situation zu favorisieren». Zwar gäbe es eine weitere Variante, mittels derer man die Verkehrssicherheit hätte erhöhen können. Jedoch würde diese nach unverhältnismässig hohen finanziellen Mitteln verlangen.

Stadtrat ohne Konsens

Der Stadtrat war sich indessen nie ganz einig. Peter Gubser, der die Petition selber mitunterzeichnet hatte, erachtete die Einführung des Rechtsvortritts im gesamten Rosasco-Knoten als einfachste und sicherste Lösung des Problems.

Wie zuletzt im April kommuniziert wurde, hat der Stadtrat den neuen Plan erstellt und diesen beim Kanton zur Prüfung eingereicht. Gibt es nun gegen die Auflage keine Einsprachen, könnte nach den Sommerferien der Umbau erfolgen.

Andreas Balg Stadtpräsident von Arbon

Andreas Balg Stadtpräsident von Arbon

Andrea Vonlanthen Leiter Komitee gegen den Rosasco-Kreisel (Archivbilder: Nana do Carmo)

Andrea Vonlanthen Leiter Komitee gegen den Rosasco-Kreisel (Archivbilder: Nana do Carmo)