ARBON: Post zahlt Brandopfern Gebühren retour

Der Gelbe Riese lenkt ein und erstattet aufgelaufene Kosten für umgeleitete Postsendungen zurück. Ein TZ-Bericht mit Schilderungen der Mieter im zerstörten Haus hatte in den sozialen Medien Empörung ausgelöst.

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Beim Brand wurde die Wohnung zerstört. (Bild: Max Eichenberger)

Beim Brand wurde die Wohnung zerstört. (Bild: Max Eichenberger)

Die Mieter der durch die Feuersbrunst zerstörten Dachwohnung an der Rosenstrasse 9 in der Donnerstagnacht letzter Woche schilderten die schwierigen Tage nach dem verheerenden Brandereignis, bei dem sie ihr Hab und Gut verloren hatten. Und berichteten vom mühseligen Weg zurück in einen den Umständen entsprechend halbwegs normalen Alltag. Auch psychisch hat sie der Brand arg mitgenommen. In letzter Minute hatte die Feuerwehr die Mieter der Dachwohnung aus den Flammen retten können. Noch stecken Samantha Gubser und Johannes Weiss in der Verarbeitungsphase und im schrittweisen Aufbau einer neuen Zukunft. Berührt hat die beiden die Hilfsbereitschaft und die vielen Sachspenden, um einen neuen Haushalt einrichten zu können.

Der Weg ist jedoch auch gespickt mit Hindernissen – und unlieb­samen Überraschungen. Weil Brief- und Paketsendungen nicht mehr an die Adresse des unbewohn­baren Hauses zustellbar sind, müssen sie an die neue, vorübergehende Bleibe umgeleitet werden. Dafür mussten die durch das Schicksal Verbannten für hundert Franken einen Nachsendeauftrag machen. Zusätzlich haben sie für jedes Päckli acht Franken zu bezahlen. «Unanständig» sei das und «eines Betriebes wie des euren nicht würdig», meldete sich ein Arboner auf Facebook zu Wort. «Ich hoffe schwer, dass es weiter oben bei den Entscheidungsträgern jemanden hat, der hier nicht nur Kulanz walten lässt, sondern den beiden auch die bisherigen Gebühren zurückerstattet.»

Des ausserordentlichen Falls zu wenig bewusst gewesen

Und tatsächlich hatte die Post ein Ohr und gibt sich einsichtig: «Natürlich macht uns dieser tragische Vorfall auch sehr betroffen. Wir werden die laufenden Kosten für die Nachsendeaufträge stornieren und dafür sorgen, dass bereits angefallene Kosten zurückerstattet werden», antwortete die Post auf Facebook umgehend. Grundsätzlich hätten die Postmitarbeiter, denen die Umstände womöglich nicht ganz bewusst gewesen seien, zwar formell alles richtig gemacht. Aber bei diesem «ausserordentlichen Fall» zeige sich die Post den betroffenen Postkunden selbstverständlich entgegenkommend und erlasse ihnen die Kosten, schob Postsprecher Oliver Flüeler versöhnlich nach.

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch