ARBON: Pflegeheim wird Durchgangsheim

Das evangelische Pflegeheim wird Ende Jahr leer stehen. Es soll dann temporär als Durchgangsheim für Flüchtlinge und Asylsuchende genutzt werden. Dies als Zwischenlösung, bis eine neue, definitive Nutzung des Gebäudes erarbeitet ist.

Hedy Züger
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Das evangelische Pflegeheim an der Romanshornerstrasse 44 soll temporär als Asyl-Durchgangsheim dienen. (Bild: Max Eichenberger)

Das evangelische Pflegeheim an der Romanshornerstrasse 44 soll temporär als Asyl-Durchgangsheim dienen. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Das evangelische Alters- und Pflegeheim fusioniert bekanntlich mit der Genossenschaft Pflegeheim Sonnhalden. Das alte Haus an der Romanshornerstrasse 44 wird aber nicht lange leer stehen. Ab 2017 sollen Asylbewerber darin wohnen. Angesichts der aktuell stark gestiegenen Gesuchszahlen ist der Kanton dringend auf zusätzliche Plätze angewiesen.

Vorläufig für zwei Jahre

An der gestrigen Kirchgemeindeversammlung hat Präsident Robert Schwarzer bekanntgegeben, dass die Kirchgemeinde und das Sozialamt des Kantons Thurgau eine Absichtserklärung unterzeichnet hätten. Das Pflegeheim soll temporär zum Durchgangsheim werden. Bis Ende Jahre wird das Heim noch in seiner angestammten Funktion genutzt. Danach wird es frei, da der Betrieb in den Neubau der Genossenschaft Sonnhalden integriert wird. Eine Anfrage des Sozialamts des Kantons Thurgau, das für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden zuständig ist, führte zum Vorschlag der provisorischen Zwischennutzung. Dies, bis eine überzeugende Lösung für das Haus ausgearbeitet ist. Die Liegenschaft würde Platz für 50 Flüchtlinge und Asylsuchende bieten. Der Mietvertrag mit dem Sozialamt des Kantons wird auf zwei Jahre befristet sein – mit der Option auf jährliche Verlängerung. Die Miete ist auf 114'080 Franken angesetzt.

Heimumzug Ende Jahr

Ende 2016 werden Patienten und Mitarbeiter des evangelischen Pflegeheims in den Sonnhalden-Neubau umziehen. Für das alte Heim prüft eine Arbeitsgruppe schon länger eine Neunutzung. Verschiedene Vorschläge lagen vor, wie Palliative Care oder Tagesheim für Demenzkranke. Derzeit steht die Schaffung eines Hauses für mehrere Generationen im Vordergrund. Diese Pläne seien aber noch nicht ausgereift. Im Kanton gibt es derzeit sieben Durchgangsheime mit 330 Plätzen. Der Kanton braucht nun aber mehr Plätze. In diesen von der Peregrinastiftung geführten Heimen erhalten Flüchtlinge und Asylsuchende Unterkunft und Unterhalt. Nach einer Eingewöhnungszeit von drei bis sechs Monaten werden sie anschliessend auf die Gemeinden verteilt. In der ersten Phase der Aufnahme bezahlt der Bund für Flüchtlinge, nicht die Gemeinden. Dies ändert sich, sobald Asyl gewährt ist und Zuweisungen an Kanton und Gemeinden erfolgen. An der Peregrina-Stiftung sind die beiden Landeskirchen beteiligt. Präsident ist der evangelische Kirchenratspräsident Pfarrer Wilfried Bührer.

Abstimmung über Mietvertrag

Auf Dienstag, 15. März, wird die Evangelische Kirchgemeinde zu einer ausserordentlichen Versammlung eingeladen. Dabei werden Organe des Kantons und die Peregrinastiftung informieren. Anschliessend wird über den Mietvertrag abgestimmt.

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