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ARBON: Pepis zweideutige Reaktion

Der verhinderte Bauherr hadert und schreibt das Bündnerhof-Areal zum Verkauf aus. Den vermeintlichen Rückzug, nachdem sein Baugesuch abgelehnt wurde, relativiert er dann aber: Er überlege sich einen Rekurs.
Max Eichenberger
Der «Abbruch-Krater» auf dem Bündnerhof-Areal, im Hintergrund die Ahornplatane. Nach dem Stadtratsentscheid will der Eigentümer das Land verkaufen. (Bild: Max Eichenberger)

Der «Abbruch-Krater» auf dem Bündnerhof-Areal, im Hintergrund die Ahornplatane. Nach dem Stadtratsentscheid will der Eigentümer das Land verkaufen. (Bild: Max Eichenberger)

Auf der Grundlage eines Gutachterberichts hatte der Stadtrat Ende Januar den Status der Platane auf der Bündnerhof-Parzelle im Schutzplan bestätigt. Und damit das Baugesuch von Grundeigentümer Carmelo Pepi abgelehnt. Sein mehrmals überarbeitetes Überbauungsprojekt hätte auch jenen Teil des Areals beansprucht, wo die über hundertjährige mächtige Platane steht.

Für den Erhalt des Baumes hatte sich eine Interessengruppe («Arboner Platanen-Freunde») starkgemacht. Sie hatte dem Stadtrat eine entsprechende Petition mit 1400 Unterschriften eingereicht. Der Baum dürfe nicht einem Bauprojekt geopfert und müsse im rechtsgültigen Schutzplan belassen werden.

Pepi will verkaufen – und überlegt sich, zu rekurrieren
Ein von der Stadt beigezogener Baumexperte bescheinigte der Platane eine gesunde Vitalität und noch eine lange Lebensdauer. Der Baum stelle, entgegen den Behauptungen der Bauherrschaft, kein Sicherheitsrisiko dar.

Pepi hatte 2012 das baufällige Restaurant Bündnerhof erworben. Damals habe er Signale vermittelt bekommen, bei einem städtebaulich überzeugenden Projekt sei die Chance gegeben, die ganze Parzelle nutzen zu können; der Baum sei nicht heilig. Das nahm er für bare Münze und versäumte seinerseits, wichtige Grundlagen und Pläne einzusehen.

Deshalb entwickelte sich das Baubewilligungsverfahren, überlagert von der Schutzfrage, die Platane wie auch den Bündnerhof selber betreffend, zu einer äusserst zähen Angelegenheit. Trotz Einwänden: Eine Light-Überbauung kam für Pepi nie in Frage. Eine solche liesse sich auch nicht wirtschaftlich rechnen, sagt er.
Zwischenzeitlich, im Januar 2016, war der alte Bündnerhof, den die Denkmalpflege zunächst erhalten wollte, dem Erdboden gleichgemacht worden. Zeit ging ins Land, während der Bauherr weitere Anpassungen vornehmen liess, um sein Projekt zu optimieren. Voll zu überzeugen vermochte es die Bewilligungsbehörde indessen nicht – Baum hin oder her. Dieser wurde aber letztlich zur Schicksalsfrage für das umstrittene Überbauungsprojekt von Carmelo Pepi.

Die Platanenfreunde sehen sich durch den stadträtlichen Entscheid bestätigt und atmen auf. Sie wähnen die Schlacht für gewonnen. Carmelo Pepi hingegen ist enttäuscht – und hadert. Gegen IG-Vorstandsmitglied Rainer Faehndrich hat Pepi eine Anzeige angestrengt, weil Faehndrich – unbefugterweise – neben der Platane auf seinem Grundstück frohlockend posiert hatte.

Der Zaun um das 1400 Quadratmeter grosse Grundstück wurde letzte Woche durch eine auffällige rot-weisse Bauabschrankung beim «Abbruch-Krater» ersetzt. Jetzt steht dort auch eine grosse Tafel: Das Land sei zu verkaufen. Dies deutet auf einen Rückzug Pepis hin. Doch so eindeutig ist diese plakatierte Äusserung, dass er nun alles verwerfe, auch wieder nicht.

«Irgendetwas in mir sagt: ‹Du musst kämpfen!›»
«Ich habe die Tafel schon vor einem Monat machen lassen, weil ich langsam wegen all der Verzögerungen und dem Hin und Her genug hatte», erklärte Pepi gestern. Immerhin habe er schon 300 000 Franken in das Projekt gesteckt. Da könne der Geduldsfaden schon mal reissen.

Vor den beiden «Häusern am See» sei HRS durch eine Gefälligkeitsbeurteilung von Bäumen ermöglicht worden, eine Lücke in die Kastanienallee zu schlagen. Eigentlich hoffte er für sich gleiches «Recht» beanspruchen zu können. Dass offenbar mit ungleichen Ellen gemessen wird, habe er auch bei der jüngsten heimlichen Fällaktion unterhalb des ZiK am See erfahren müssen, klagt Pepi. «In meinem Fall muss ich annehmen, verzichtet die Stadt bewusst auf Einnahmen.»

Die Zweiweg-Strategie Pepis erscheint diffus: Zwar bleibt seine Bündnerhof-Parzelle im Verkauf. Wenn der Preis stimme, gehe sie weg. Doch überlege er sich gleichwohl, gegen den für ihn negativen stadträtlichen Entscheid zu rekurrieren, sagt der verhinderte Bauherr. Diesen zu akzeptieren, damit tut er sich schwer. Er, so Pepi, werde noch einige Gespräche führen, bevor er abschliessend sagen könne, wie er weiter vorgehe. «Irgendetwas in mir sagt mir: ‹Du musst kämpfen – sonst hast du verloren!›»

Die IG der Arboner Platanenfreunde, glaubt Carmelo Pepi, widerspiegle nicht die öffentliche Meinung: «Ich könnte genauso gut 3000 Unterschriften beibringen, dass der Baum wegkommt.» Wenn der Baum bleibt, sind aus seiner Sicht die räumlich bedingten Einschränkungen zu gross, um etwas auch wirtschaftlich Gescheites hinstellen zu können. «Zudem macht dann der Baum zu viel Schatten», kann sich Pepi für ein redimensioniertes Projekt nicht erwärmen. Selbst wenn er die Platane stutzen könnte: «Das wäre nicht gefällig und sähe aus wie einer, der nur in Unterhosen dastünde.»

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