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ARBON: Operation am Skelett

Jetzt bestätigt sich: die statische Sanierung des erst 2012 in Betrieb genommenen Schulergänzungsbaus wird eine gröbere Sache. 1,3 Millionen Franken kostet sie. Die Versicherung des fehlbaren Ingenieurbüros zahlt.
Max Eichenberger
Der Boden über der Aula hängt sieben Zentimeter durch. Als Sofortmassnahme waren Stützen installiert worden. (Bilder: Max Eichenberger)

Der Boden über der Aula hängt sieben Zentimeter durch. Als Sofortmassnahme waren Stützen installiert worden. (Bilder: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Finanziell wird die Sekundarschulgemeinde Arbon (SSG) nicht belastet, wie deren Präsident Robert Schwarzer sagt. Davon könne die SSG ausgehen. Für die Sanierungs- und Instandstellungskosten beim Neubau im Schulzentrum Reben 25 käme vollumfänglich die Versicherung des für den Schaden verantwortlichen Ingenieursbüros auf. Die Schadensregulierung erfolge aussergerichtlich. «Wir sind da einvernehmlich gut unterwegs», sagt Schwarzer. Die Geschäftsführung des Ingenieurbüros hat letzten Vorsommer die Fehler öffentlich bedauert.

Boden hängt sieben Zentimeter durch

Ein Experte hatte bei der «statischen Auslegung und der Dimensionierung des Tragwerks» des Neubaus «massive Fehler» festgestellt. Beigezogen wurde der Fachgutachter, nachdem der Abwart wegen des Spiels bei den Türen stutzig geworden war und Meldung gemacht hatte. Als Ursache wurde eine «übermässige Deckenverformung» vermutet.

Fachabklärungen bestätigten dies dann und ergaben, dass der Boden über dem Mehrzwecksaal, der eine Spannweite von zwölf Metern aufweist, sich durchbiegt. «Um sieben Zentimeter», wie Roland Morgenegg, Bausachverständiger der SSG, in Erinnerung ruft: «Ohne Sofortmassnahmen wäre das neue Schulhaus einsturzgefährdet gewesen.»

Sanierung zwischen Mai und September

Provisorisch ist seither der Boden mit Trägern gestützt – und die Sicherheit des Schulbetriebs damit gewährleistet. Eine statische Sanierung sei aber unumgänglich, hatte der Fachexperte (Dr. Deuring + Oehninger AG) schon damals betont. In der Zwischenzeit hat er ein sogenanntes «Ertüchtigungskonzept» ausgearbeitet und einen Kostenvoranschlag für die Sanierung erstellt. Die voraussichtlichen Kosten von 1,3 Millionen Franken machte die SSG gestern publik – und ebenso, dass diese «nach heutigem Stand» über Versicherungsleistungen des haftenden Verursachers gedeckt sind. Die Sanierungsarbeiten sollen laut SSG ab den Vorsommerferien im Mai bis Ende September erfolgen – die Sommerferienzeit soll voll dafür genutzt werden. Ein Schulbetrieb wird in diese Zeit im erst gut fünf Jahre alten Schulgebäude nicht möglich sein. Gemäss den bisherigen Abklärungen würden in dieser Zeitspanne aber keine externen Räumlichkeiten oder Provisorien beansprucht, heisst es bei der SSG. Es würden schulinterne Ausweichmöglichkeiten geschaffen. So werden auch die Verwaltung und die Schulleitung vorübergehend andere Räume im Schulzentrum nutzen. Im zu sanierenden Gebäude wird ansonsten hauptsächlich Werk-, Informatik- und Musikunterricht gehalten.

Betonböden werden freigelegt und verstärkt

Mit der Projektleitung hat die SSG das Büro Deuring + Oehninger beauftragt. Dieses sei jetzt an der Detailplanung. Roland Morgenegg zufolge wird das Gebäude über alle Stockwerke saniert und die Böden bis hinauf zum und mitsamt dem Flachdach verstärkt. Morgenegg vergleicht das Vorgehen mit einer Operation: Die Innenausbauschichten wie Parkett, Unterlagsböden und Akustikplatten werden weggeschält bis auf die Betonböden und diese dann mit statischen Massnahmen – zusätzlichen Armierungen, Metallverklebungen – verstärkt. Der Haupteingriff erfolge im Bereich der Aula. Dort werden zwei neue fixe Träger eingebaut, hydraulisch hochgepresst und damit die hängende Decke angehoben. Nicht tangiert wird Schwarzer zufolge die Aussenhaut.

Schon allein aus den Ausführungsplänen sei ersichtlich gewesen, so Roland Morgenegg, «dass da im Beton zu wenig drin ist». Derselbe Bereichsleiter Hochbau des Ingenieurbüros übrigens war schon mitursächlich am Schaden-Debakel bei der neuen Sporthalle verantwortlich. Im Zuge dessen hatte das Büro das Vertragsverhältnis mit ihm im Sommer 2014 aufgelöst.

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