ARBON: Nur im Verbund machbar

Nicht Mehrauslagen, sondern mehr komplexe Pflegefälle haben bei der Spitex zu einem drastischen Kostenanstieg geführt. Der Verbund umfasst neu vier Gemeinden.

Hedy Züger
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Die regionale Spitex-Organisation ist zu einem Unternehmen gewachsen, die Pflegefälle sind komplexer geworden. (Bild: Ky)

Die regionale Spitex-Organisation ist zu einem Unternehmen gewachsen, die Pflegefälle sind komplexer geworden. (Bild: Ky)

Hedy Züger

arbon@thurgauerzeitung.ch

Bereits 2015 notierte die Spitex RegioArbon gegenüber dem Vorjahr 30 Prozent mehr Pflegestunden. Dies habe sich überraschenderweise wiederholt, wie Präsident Reinhard Hofmann und Geschäftsleiterin Evelyn Schwab an der Mitgliederversammlung ausführten – und dies nicht als Folge einer Zunahme von Kunden, sondern wegen der Komplexität einer grösseren Anzahl Behandlungen. Die Beanspruchung der Mitarbeitenden im Pflegedienst stieg so stark an, dass temporäre Dienste eingekauft werden mussten. Seit Januar 2017 ist Roggwil Mitglied der Spitex RegioArbon. Im Hinblick auf das erweiterte Leistungsangebot, die Zunahme der Pflegedienstleistungen sowie neue Anforderungen sah sich der Vorstand veranlasst, zusammen mit Christoph Tobler zu prüfen, ob neue Organisations- und Führungsstrukturen eingeführt werden sollten.

Neu bilden vier Gemeinden den Spitex-Verbund

Bei allem Abwägen habe sich aber gezeigt, dass «eine saubere Trennung zwischen operativer und strategischer Führung sowie eine klare Trennung von Kompetenzen und Verantwortlichkeiten wichtiger sei als die Rechtsform». Auch die Rolle der Gemeinden als Auftraggeber einerseits und der Spitex als Auftragnehmer anderseits sei klar zu trennen.

Seit dem Zusammenschluss mit Roggwil bilden Arbon, Horn, ­Egnach und Roggwil nun den erweiterten Verbund. Von bisher 21513 Einwohnern baute die Spitex RegioArbon ihre potenzielle Stammkundschaft neu auf 24 563 Personen aus. In den Vorstand delegiert jede Gemeinde einen Vertreter, drei Mitglieder werden frei gewählt. Hofmann vertraut darauf, dass diese Mehrheit der Gemeindedelegierten daraus keine Vorteile ziehen wird.

«Wir haben wenig Ausfälle», sagte Reinhard Hofmann beim Traktandum Rechnung. Er attestierte den betreuten und behandelten Patienten, die im heutigen Jargon als Kunden gelten, eine fast durchwegs gute Zahlungsmoral. Die Rechnung 2016 schloss mit einem relativ kleinen Minus von 15 805 Franken ab. Für 2017 liegt ein ausgeglichenes Budget vor, dies bei einem Aufwand von 3,6 Millionen Franken..

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