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ARBON: Nicht nur fasnächtliche Putschgelüste

Heute reissen die Narren die Macht im Stadthaus an sich. Gleichzeitig sucht eine Interessengruppe um John Moetteli auf Ostjob.ch ohne fasnächtlichen Hintergrund einen Gegenkandidaten für Amtsinhaber Andreas Balg.
John Moetteli strebt Wechsel im Stadthaus an. (Bilder: Max Eichenberger)

John Moetteli strebt Wechsel im Stadthaus an. (Bilder: Max Eichenberger)

Es könnte auf die Fasnachtszeit getimt sein: Um 16 Uhr fahren die Putschisten der Fasnachtsgesellschaft Lällekönig bei der Schäfligasse vor und hieven Stadtpräsident Andreas Balg über die Autodrehleiter der Feuerwehr aus dem zweiten Stock des Stadthauses. Die Narren übernehmen für drei Tage das Zepter in der Stadt.

Ähnliches – allerdings in gesitteter Form und langfristiger angelegt – hat offenbar auch John Moetteli im Namen einer Interessengruppe vor. Ob närrisch motiviert oder in ernsthafter Absicht, das Stadtpräsidium neu besetzen zu wollen, war zunächst nicht ersichtlich.

Zwar «nett und höflich», aber nicht ausreichend

Auf Ostjob.ch hat Moetteli im Namen der IG ein Stelleninserat aufgeschaltet: «Wir, einige interessierte Arboner, suchen bereits heute Kandidaten, die bereit und willens sind, sich für das Stadtpräsidium Arbon zu interessieren.» Dies, um den Arbonern bei den 2019 anstehenden Erneuerungswahlen «eine gute Auswahlmöglichkeit bieten zu können». Die IG sei «parteilos und entsprechend völlig unabhängig», heisst es in der Ostjob-Online-Ausschreibung. Für die Einreichung schriftlicher Bewerbungsunterlagen ist eine Adresse angegeben: IG Stadtpräsident Arbon, Rathausgasse 1, 9320 Arbon. Die Adresse ist das Domizil von Moettelis Firma Da Vinci Partners im – ehemaligen – Rathaus. Moetteli, erbitterter Gegner der früheren provisorischen Verkehrsführung durch die Altstadt und als deren Wortführer mit Stadtpräsident Andreas Balg deswegen über Kreuz geraten, bejaht klar die Ernsthaftigkeit der Kandidatensuche. Das Ziel der IG sei, frühzeitig eine valable Gegenkandidatur zu Amtsinhaber Balg zu evaluieren.

«Wenn es keine vernünftige Alternative gibt, wird Herr Balg wahrscheinlich wiedergewählt werden – was nicht im allgemeinen Interesse ist.» Den Stadtpräsidenten finde er zwar «nett und höflich», aber diese Eigenschaften seien «alleine nicht ausreichend, um eine blühende Stadt in der Zukunft zu verwalten». Balg habe Vertrauen verspielt und agiere «manipulierend», wirft ihm IG-Initiant Moetteli vor. Die übrigen Mitglieder der Interessengruppe – laut Moetteli sollen es bisher eine Handvoll sein – träten vorläufig nicht öffentlich in Erscheinung. Mitte März sei dann allenfalls der Zeitpunkt dafür gekommen, wenn die Bewerbungen gesichtet werden.

Finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt

Wahrscheinlich werde es so sein, dass keine Arboner Kandidatur auf den Schild gehoben wird. Wenn doch, dann macht Moetteli aus seinem Wunschkandidaten Dominik Diezi (Mitglied der CVP-EVP-Fraktion im Stadtparlament), der verschiedentlich schon ins Gespräch gebracht worden war, keinen Hehl. «Ich habe aber von ihm bisher keine klare Antwort bekommen.» Weil auch er wohl wisse, «dass die Leute nicht immer dankbar sind für die Arbeit». John Moetteli zufolge hat die Interessengruppe mit der Ausschreibung auf Ostjob vorläufig einen Rechercheprozess initiiert – ähnlich, wie eine Unternehmung einen Geschäftsführer rekrutiert. Die IG kündigt darin an, die CV (Curriculum Vitae/Lebenslauf) den Parteien zur Verfügung zu stellen. Die offene Frage der Diskretion dürfte da wohl schon Vorbehalte wecken. Mit Rückendeckung könnte ein potenzieller Balg-Herausforderer jedenfalls schon mal rechnen. «Wenn wir jemanden interessant finden, werden wir diese Person auch finanziell unterstützen», sagt Moetteli.

Balg hat sich «innerlich entschieden»

Der 55-jährige Amtsinhaber Andreas Balg hatte im Herbst noch offen gelassen, ob er 2019 erneut antritt. Jetzt sagt er – gestern auf Nachfrage hin –, «innerlich» habe er sich entschieden. Beim Prozedere habe die Partei, die FDP, die Federführung. Deren Gremien würden zuerst in Kenntnis gesetzt. Die FDP werde dann Ende März den Entscheid gemeinsam mit den Absichten von Stadtratskollege Hans-Ulrich Züllig kommunizieren. Das sei so abgestimmt, sagt Balg.

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

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