ARBON: Mut zum Engagement

Auf dem roten Teppich stossen die Stadträte im Seeparksaal mit der Bevölkerung auf das neue Jahr an. Parlamentspräsident Jakob Auer redet einem Bündnis der Oberthurgauer Gemeinden das Wort.

Max Eichenberger
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Der Stadtrat in corpore, flankiert von den Arboner Stadttrachten, auf dem roten Teppich beim Saaleingang.

Der Stadtrat in corpore, flankiert von den Arboner Stadttrachten, auf dem roten Teppich beim Saaleingang.

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

«We wish you a happy New Year», singen die Arboner Sänger inbrünstig am Neujahrsempfang, den die Stadt gestern Abend im Seeparksaal gegeben hat. Acht Tage sind im 2017 zwar schon ins Land gegangen. Für Wünsche ist es aber nie zu spät. Ein «härzlechs Vergelt’s Gott» entbietet Jacqueline Imhof den gegen 500 Besuchern in urchigem Walliser Dialekt. Die Gemeindepräsidentin der Partnergemeinde Binn im Oberwallis hatte die weiteste Anreise an die Gestade des Bodensees. Auf dessen Gewässern steuert Erich Hefti während der Schifffahrtsaison als Oberkapitän die «Weisse Flotte». In schicker weisser Gala-Uniform, wie Siegfried Rauch beim «Traumschiff», moderiert der einstige Saurer-Lehrling den Abend. Stimmig zum Thema, das programmatisch angesagt ist: Wasser.

So tanzt denn gleich Linda Heller einer quicklebendigen Forelle gleich zu Schuberts gleichnamigem Lied und den Stimmen der Arboner Sänger unter der Leitung von Leo Gschwend. Zu Franz Winklers Volkslied «Die Fischerin vom Bodensee» bewegen sich unbekümmert die von Olivia Sergio auf die Bühne geführten Jüngsten der Tanzwerkstatt. Dann werden die Besucher mitgenommen auf eine Flussfahrt auf den Rhein zur vielbesungenen Loreley. Was nicht fehlen dürfe im Alltagsleben, sei «eine Prise Humor im richtigen Moment», macht Kapitän Hefti die Arboner dafür empfänglich.

Mit Schulterschluss Stärke demonstrieren

Einen Scheck von tausend Franken erhalten Martha Schär und Rosmarie Wusk als Vertreterinnen der Montagsgruppe aus den Händen von Vizestadtpräsident Patrick Hug überreicht. Damit würdigt die Stadt das freiwillige soziale Engagement von elf Frauen und Candid Unternährer – dem bisher noch einzigen männlichen Gruppenmitglied. Den Pensionären des Pflegeheims Sonnhalden ermöglichen sie jeden Montag kleinere Ausflüge und geführte Spaziergänge – einmal im Jahr jeweils, mit dem Auto, gar zum Flugplatz Sitterdorf. Dankbarkeit und leuchtende Augen sind ihnen Lohn genug. Die Auszeichnung als «Arboner des Jahres» nehmen die Vertreterinnen der Montagsgruppe ausdrücklich stellvertretend für alle entgegen, die gemeinnützige Leistungen erbringen und in verschiedenen Bereichen ehrenamtliche Freiwilligenarbeit leisten.

Patrick Hug gedenkt an diesem Abend auch der vor zehn Tagen verstorbenen Lina Brunner; sie ist 1999 zur ersten «Arbonerin des Jahres» gewählt worden. Stadtpräsident Andreas Balg bleibt es vorbehalten, Roman und Barbara Schleuniger, den Inhabern der «Bodenseemetzg» in Stachen, den Arboner Energiepreis zu verleihen. Sie hätten die Energiebilanz ihres gewerblichen Betriebes beispielhaft optimiert. Der Energiepreis wird alle zwei Jahre vergeben.

Parlamentspräsident Jakob Auer wünscht sich als derzeit «höchster Arboner» ein gutes und fruchtbares politisches Klima. Ein kollegiales Verhältnis zwischen Vertretern aller Parteien und ein guter Draht zur Bevölkerung begünstigten eine positive Entwicklung der Stadt. Auer appelliert, es zum Jahreswechsel jeweils nicht nur bei Vorsätzen bewenden zu lassen. Er predigt Mut zur Veränderung, zum Engagement – auch in der Politik. Den Gemeinden im Oberthurgau wünscht sich Auer ein Bündnis über die Grenzen hinweg, um gemeinsam Stärke zu zeigen.

Freudvoll: junge Tänzerinnen, Arboner Sänger. (Bilder: Max Eichenberger)

Freudvoll: junge Tänzerinnen, Arboner Sänger. (Bilder: Max Eichenberger)