ARBON: Musik in der Fabrik

In drei Wochen bezieht die Musikschule ihre neuen Räume. Dafür ist das frühere Saurer-Presswerk renoviert und umgebaut worden. Der Werkstattcharakter bleibt im übertragenen Sinne erhalten.

Max Eichenberger
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Wird das Prunkstück: der Viola-und-Thomas-Dietschweiler-Saal.

Wird das Prunkstück: der Viola-und-Thomas-Dietschweiler-Saal.

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Bis auf die Flügel und Klaviere ist alles Instrumentarium mitsamt Kisten voller Material und Utensilien aus dem Musikzentrum an der Brühlstrasse weggezügelt. Zwischengelagert ist alles in der grossen Kulturhalle im Presswerk, fein säuberlich angeschrieben und in Sektoren eingeteilt.

Die Räume in der ehemaligen Saurer-Kugellagerfabrik dienten 31 Jahre der Musikschule Arbon und werden bald der Eigentümerin, der Wälli AG, abgegeben. 1986 war die Musikschule gegründet worden. 1987 stieg Leo Gschwend als Musikschulleiter ein. Der 65-Jährige, der den Umzug mit eingefädelt hat, tritt von dieser Funktion zurück – aber doch noch nicht ganz in Pension.

Ein Zentrum der Musik mit Ausstrahlung

Er übergibt die Leitung Julia Kräuchi. Offiziell am 31. Juli. Die «Amtsübergabe» habe aber vor dem Lehrerkonvent schon stattgefunden, sagt Gschwend. Zwei Tage die Woche wird er auch künftig im neuen, wunderschönen «Zuhause» der Musikschule im ehemaligen Saurer-Presswerk ein- und ausgehen – und noch Geige sowie Bratsche unterrichten. Als Teil des vierzigköpfigen Kollegiums. Zudem wird er weiterhin die musikalische Leitung des Sinfonischen Orchesters Arbon innehaben und die Arboner Sänger dirigieren, die ebenfalls wie fast alle bisherigen Mieter an der Brühstrasse ins neue Zentrum ziehen: wie die in die Musikschule integrierte Tanzwerkstatt, Pro Senectute mit einigen ihrer Kurse und der von Alexa Vogel geleitete «Chor ohne Grenzen». In Arbon wird im Turnus zu Romanshorn gesungen. Neuer Mieter ist der Konzertchor Ostschweiz, der bis anhin im evangelischen Kirchgemeindesaal geprobt hat. An der alten Adresse wird nur noch das Telefon gehütet. Am 31. Juli werden die grossen Tasteninstrumene in den Presswerk-Kopfbau transportiert – ganz ohne Motorsäge. «Die Türen sind breit genug», schmunzelt Gschwend. Vom Umbau der Kantonalbank-Filiale konnte die Musikschule insofern profitieren, als sie einen schönen Teil des Mobiliars übernehmen konnte. Gemeinschaftlich richten die Mieter vom 7. bis 9. August die neuen Räume ein, die bis dahin fertiggestellt und bezugsbereit sind. Die Musikschule nimmt dann den Betrieb am 14. August auf.

«Auch Musik wird erarbeitet»

Das Konzept des Innenausbaus entwarf Architekt Raphael Künzler. Beim Gang durch die Räume kommt Gschwend ins Schwärmen: «Das wird die schönste Musikschule!» Speziell ist die Verbindung zwischen Fabrik und Musik. Trotz modern gestalteter Räume sei der Werkstattcharakter spürbar; Musik werde auch «erarbeitet». Davon wird sich die Öffentlichkeit an den Einweihungstagen vom 22. bis 24. September ein Bild machen können – Hörgenuss inklusive.