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ARBON: Kronprinz Diezi – Gubser in Spezialrolle

Nach dem Entscheid von Stadtpräsdent Andreas Balg 2019 nicht mehr anzutreten, wird Dominik Diezi in die Kronprinzenrolle ­gedrängt. Er gehe jetzt in sich, sagt der Berufsrichter, Mitglied der CVP-Parlamentsfraktion. Zu prüfen sei jetzt, was das Beste für Arbon ist.
Max Eichenberger
Geht in sich: Der 45-jährige Dominik Diezi wird ins Spiel gebracht für die Nachfolge von Stadtpräsident Andreas Balg. (Bilder: Max Eichenberger)

Geht in sich: Der 45-jährige Dominik Diezi wird ins Spiel gebracht für die Nachfolge von Stadtpräsident Andreas Balg. (Bilder: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Nach dem angekündigten Verzicht auf eine Wiederwahl 2019 durch Stadtpräsident Andreas Balg (54) und Stadtrat Hans-Ulrich Züllig (67) ist klar: Der fünfköpfige Stadtrat (Stadtpräsidium plus vier Mitglieder) wird sich mehrheitlich personell erneuern müssen. Denn bereits letzten Herbst hat Vizestadtpräsident Patrick Hug (60), der das Ressort Finanzen führt, frühzeitig seinen Verzicht erklärt. Die Amtsperiode endet Ende Mai 2019. Wahltermin ist der 10. Februar. Am selben Sonntag finden auch die Parlament-Erneuerungswahlen statt. Die amtliche Bekanntmachung erfolgt am 24. August. Die Parteien sind jetzt gefordert.

Gubser und Brühwiler wollen weitermachen

Rücktrittsgelüste der beiden übrigen Stadträte gibt es keine. Ganz im Gegenteil: Sie wollen weiter dranbleiben. «Ich bin motiviert und willens, mich für weitere vier Jahre für Arbon zu engagieren», sagt der bald 60-jährige Konrad Brühwiler (SVP). Er habe dies so seiner Partei mitgeteilt. Die SVP wird voraussichtlich Ende Mai entscheiden.

Peter Gubser (66), der langjährige politische Erfahrung auf kommunaler und kantonaler Ebene hat, gehört dem Stadtrat seit 2015 an. In der Wahl um das Stadtpräsidium unterlag er damals zwar Amtsinhaber Andreas Balg, wurde aber in die Exekutive gewählt. Seither steht er dem Ressort Bau vor. Dort führt er die Geschäfte über das eigentliche Pensum hinaus, motiviert und mit Freude, wie er sagt. «Gerade auch, weil mir der Kontakt zur Bevölkerung sehr wichtig ist.»

«Sehe mich in einer besonderen Verantwortung»

Gubser stellt sich für eine weitere Amtsdauer (2019-2023) zur Verfügung. Die Unterstützung seiner Partei, der SP, in dieser Absicht hat er bereits. Einen zweiten Anlauf fürs Stadtpräsidium will er aber nach der Verzichtsankündigung von Noch-Amtsinhaber Andreas Balg nicht unternehmen, winkt Gubser ab: «Mir gefällt die Rolle als Stadtrat so.» Für ihn sei spannend, den Stadtrat in seiner dannzumal neuen Zusammensetzung zu erleben. Er sei zwar nicht der Dienstälteste, aber politisch Erfahrenste. Gubser ist sich bewusst, «dass bei mir künftig eine grosse Verantwortung liegen wird», wenn mindestens drei Neue dem Gremium angehören werden. Das wäre für ihn eine besondere Herausforderung, der er sich gerne stelle und auf die er sich freue. In jüngeren Jahren gehörte Gubser bereits dem damaligen Ortsverwaltungsrat und dann auch dem Gemeinderat an.

Der Entscheid von Andreas Balg ist fast noch tagesaktuell. Und doch wird schon ein Kronprinz gehandelt: Dominik Diezi (CVP), Berufsrichter am Bezirksgericht Arbon und Mitglied der CVP-Fraktion im Stadtparlament. Dort hat sich der 45-jährige Jurist, nebenbei unter anderem noch katholischer Kirchenpräsident, schnell einmal als emsiger Schaffer und kluger Kopf profiliert. Als Urheber oder Mitunterzeichner zahlreicher Vorstösse hat er auch Bewegung ins Politgeschäft gebracht. Ambitionen hat man ihm schon nachgesagt. Bisher hielt sich der Balg-Kritiker aber bedeckt.

«Überlege mir, was am besten für Arbon ist»

Doch nun hat sich die Ausgangslage verändert. Jetzt bestehe Klarheit, dass Andreas Balg nicht mehr zur Verfügung stehe, sagt Diezi. Persönlich tue ihm das leid, aber politisch sei es eine Chance für einen Neuanfang bei gleich drei Vakanzen. Ob er da eine Rolle spielen wolle und welche, sei noch offen: Die Konstellation sei jetzt aber da, die einen Entscheid erfordere. Dass sein Name verschiedentlich genannt worden ist, sei ihm «nicht verborgen geblieben». Er gehe jetzt in sich, sagt Diezi.

«Die Gedanken mache ich mir selbstverständlich, ob ich in dieser Konstellation einen Beitrag für Arbon leisten kann», –und er möglicherweise dem geforderten Profil entspreche. Das und die Optionen werde er in den nächsten Tagen oder Wochen seriös prüfen. Die Situation in Arbon sei «anspruchsvoll». Er sei gerne Richter, betont Diezi: «Ich bin nicht auf Jobsuche», im Gericht gäbe es auch Entwicklungsmöglichkeiten. Aber: Seine christlich geprägte Lebenseinstellung sei, «Talente bestmöglich für die Gemeinschaft einzusetzen». Und da überlege er sich, «was will ich und was ist am besten für Arbon».

SP-Stadtrat könnte sich Zusammenarbeit vorstellen

Peter Gubser hat mit Diezi im Zusammenhang mit der Initiative «Offen statt geheim» sehr gut zusammengearbeitet. Diezi ticke ähnlich im Parlament wie er selber in der Zeit als SP-Fraktionschef im Parlament. «Ich könnte mir eine Zusammenarbeit gut vorstellen. Es braucht jemanden, der politische Erfahrung hat –und Liebe zu Arbon.» Insider wissen, dass das Stadthaus für SP-Parlamentarier Lukas Graf keine Option ist.

Zum Zuge kommt bald einmal eine Findungskommission, die von der Interpartei bestellt wird. Diese Kommission wird das Nachfolgeprozedere angehen.

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