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ARBON: Kontroverse um kommerzielle Zumba-Anbieterin: «Der Tarif ging vergessen»

Es kommt Bewegung in die Kontroverse um die Tarife für kommerzielle Kursanbieter in der Sporthalle Arbon. Der ehemalige Hallenkoordinator bricht das Schweigen der zuständigen Stelle. Er habe über die Kompetenz zur Vermietung verfügt.
Tanja von Arx
Im Zuge der Eröffnung der Sporthalle wurden die Tarife angepasst. Bislang existiert jedoch keiner für kommerzielle Nutzer. (Bild: Max Eichenberger)

Im Zuge der Eröffnung der Sporthalle wurden die Tarife angepasst. Bislang existiert jedoch keiner für kommerzielle Nutzer. (Bild: Max Eichenberger)

Man reibt sich die Augen in Arbon. Darüber, dass eine kommerzielle Anbieterin den Gymnastikraum der Sporthalle für Zumba-Kurse nutzen kann und denselben Tarif zahlt wie Schulen und Vereine. Denn in erster Linie soll die Halle die Bedürfnisse der Bevölkerung abdecken, weshalb die Steuerzahler für den Betrieb aufkommen – und die städtische Finanzlage ist sonst schon seit Jahren kritisch.

Keine Auskunft seitens der IG Sport

Die IG Sport, die zuständig zeichnet für den Belegungsplan, gab keine Auskunft zur Sachlage. Doch jetzt meldet sich der ehemalige Hallenkoordinator Urs Landolt zu Wort, der die Räumlichkeiten seinerzeit vergab. «Bei der Vermietung wurde mir bewusst, dass ein Tarif für kommerzielle Institutionen schlicht vergessen ging.» Ein solcher habe schon vor einer Tarifanpassung gefehlt, welche die Verantwortlichen nach dem Bau der Sporthalle vornahmen. Auf die Frage, ob es vielleicht keinen entsprechenden Tarif gab, weil die Anlage nicht für kommerzielle Anbieter gedacht sei, sagt Landolt: «Bei meinem Ausscheiden habe ich auf den Umstand hingewiesen und vorgeschlagen, dass dieser Punkt noch besonders angeschaut werden sollte – auch für andere Anfragen.»

Sportlerin des Jahres – eine Rechtfertigung?

Die Zumba-Instruktorin sei ferner 2009 und 2010 Sportlerin des Jahres gewesen. Auf Nachfrage, ob dies als Rechtfertigung zu verstehen sei, sagt Landolt: «Es geht um die Sache. Es geht um Sport.» Er habe ausserdem den höchsten Tarif im Rahmen der geltenden Regelung eingefordert, nämlich jenen für auswärtige Anbieter. «Ausserdem nimmt die Anbieterin keinem Sportverein den Raum weg. Im Gegenteil. So kann einer vermietet werden, der sonst weitgehend leerstünde.» Landolt betont: «Ich hatte die Kompetenz, einen solchen Entscheid zu treffen.» Zwischen Schulen und Stadt sowie zwischen Stadt und IG Sport bestünden zudem Leistungsvereinbarungen. Es gehe also letztlich nur indirekt um das Geld der Steuerzahler. In erster Linie drehe es sich um die Einnahmen der IG Sport.

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