ARBON: Konflikt rund um Arbon Energie ist beigelegt

Im Rahmen einer Schlichtung konnte der Konflikt zwischen dem Verwaltungsrat der Arbon Energie AG und früheren Mitgliedern von Verwaltungsrat sowie Geschäftsführung beigelegt werden. Zudem sei eine neue Eignerstrategie als Grundlage für die Entwicklung des Unternehmens verabschiedet worden.

Tanja von Arx
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Der ehemals monopolistische Energieversorger Arbon Energie AG soll zum innovativen und kundenfokussierten Energiedienstleister werden. (Bild: Ralph Ribi)

Der ehemals monopolistische Energieversorger Arbon Energie AG soll zum innovativen und kundenfokussierten Energiedienstleister werden. (Bild: Ralph Ribi)

Der Streit ist passé. Die Arbon Energie AG und deren früherer Verwaltungsratspräsident Alfred Näf, sein Vize Hans Lienhard sowie der frühere Geschäftsführer Jürgen Knaak einigen sich im Konflikt betreffend ungetreue Geschäftsbesorgung. Der städtische Stromversorger hatte den drei Ehemaligen vorgeworfen, unrechtmässig Zahlungen in Höhe von mehreren Hunderttausend Franken getätigt zu haben (siehe Kasten).

Beschwerde beim Obergericht zurückgezogen
Wie Stadtpräsident Andreas Balg auf Anfrage mitteilt, hat die Arbon Energie AG ihre Beschwerde beim Obergericht als Reaktion auf die Einstellung des Strafverfahrens durch die Staatsanwaltschaft Thurgau zurückgezogen. Balg hat als Vertreter der Eignerschaft Einsitz im Verwaltungsrat. 99 Prozent der Unternehmensaktien hält die Stadt. Der Stadtrat hat laut Balg zu einem Schlichtungsverfahren angeregt. Zwar habe er das Vorgehen, Beschwerde einzureichen, gestützt. Allerdings habe der Wunsch überwogen, das Strafverfahren gut und möglichst rasch abzuschliessen, sagt Balg.

Hansueli Bircher, Verwaltungsratspräsident der Arbon Energie AG, sagt gegenüber der Thurgauer Zeitung: «Durch einen Vergleich ist das Verfahren straf- und zivilrechtlich abgeschlossen.» Beide Parteien hätten die entsprechenden Unterlagen vorgestern unterzeichnet. Damit sei der staatsanwaltschaftliche Entscheid der Einstellung des Strafverfahrens rechtskräftig. Auf Forderungen verzichte man beiderseitig. Die Arbon Energie AG trage darüber hinaus die Kosten für das Mediationsverfahren. Bircher betont: «Wir wollten endgültig einen Punkt unter die Angelegenheit setzen.»

Stadt will Unternehmen besser auf Finger schauen
An seiner letzten Sitzung hat der Stadtrat ferner eine Eignerstrategie beschlossen. Sie regelt die Leitlinien der Unternehmensstrategie und wird regelmässig überprüft. Die Stadt kann dadurch der Arbon Energie AG künftig genauer auf die Finger schauen. In der gestrigen Medienmitteilung heisst es: «Verhindern lassen sich derlei Vorkommnisse auch künftig nicht mit Sicherheit, doch hat der Verwaltungsrat die notwendigen internen Vorkehrungen getroffenen.» Er habe ein Regulativ zur Senkung entsprechender Risiken beschlossen.

Die Eignerstrategie ist online unter www.arbon.ch bei den Medienmitteilungen zu finden.