ARBON: Knatsch um Tarife zur Belegung der Sporthalle

Kontroverse im Zuge der kritischen Finanzlage: Ein kommerzieller Anbieter muss in der Sporthalle gleich viel Miete zahlen wie die nichtkommerziellen. Das haben die Steuerzahler zu tragen.

Tanja von Arx
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Die Tarife zur Belegung der Sporthalle geben zu reden. (Bild: Max Eichenberger)

Die Tarife zur Belegung der Sporthalle geben zu reden. (Bild: Max Eichenberger)

Tanja von Arx

tanja.vonarx@thurgauerzeitung.ch

Es scheint an Sparbewusstsein zu mangeln. Jedenfalls behaupten das böse Zungen von der Stadt Arbon, die seit Jahren in finanzieller Schieflage steckt und wo man jüngst abermals das Budget beanstandet hat (unsere Zeitung berichtete). Aktuelle Kontroverse: Eine private Anbieterin gibt in der Sporthalle Zumba-Kurse und bezahlt – obschon sie kommerzielle Interessen verfolgt – gleich viel, wie dies Schulen und Vereine tun. Jeweils am Montag nutzt sie den Gymnastikraum und muss gemäss geltendem Tarifreglement pro Jahr 200 Franken dafür aufwenden. Eine Zumba-Lektion etwa kostet den Teilnehmer 20 Franken. Die Sporthalle dient indessen in erster Linie einer Belegung durch die örtliche Primar-, Sekundar- und Berufsschule sowie durch die lokalen Vereine – vor dem Hintergrund, dass die Bevölkerung das Angebot entsprechend ihren Bedürfnissen nutzen kann, denn die Steuerzahler kommen für den Betrieb auf.

Keine Auskunft seitens der zuständigen Stelle

Auf Nachfrage, wie sich denn die Tarife zusammensetzen würden und ob im Querschnittvergleich ein Interessenkonflikt zwischen kommerziellen und nicht kommerziellen Nutzern bestehe, erhält unsere Zeitung keine Auskunft. Die Redaktion formulierte allgemein, da die Problematik offenkundig politischer Natur ist und sich nicht in erster Linie auf den privaten Anbieter bezieht. Die zuständige Geschäftsstelle der IG Sport teilt indes mit, dass sie befugt sei, die Preise nach eigenem Ermessen festzusetzen.

Dieser Zustand erfährt nicht nur Kritik in der öffentlichen Diskussion, sondern ist auch für Vertreter der Schule nicht tragbar. Robert Schwarzer, Präsident der Sekundarschulbehörde, sagt: «Es geht nicht an, dass ein privater kommerzieller Anbieter durch die Steuerzahler subventioniert wird. Wir haben deshalb von der Vermieterin IG Sport die zeitnahe Korrektur dieser unhaltbaren Situation verlangt. Die seitens der Stadt Verantwortlichen haben sich über diese Forderung einseitig hinweggesetzt.»

«Der Aufwand steht in keinem Verhältnis»

Peter Gubser, der zuständige Stadtrat mit Ressort Sport, sagt auf Nachfrage: «Es gilt für alle ein einheitlicher Tarif.» Unterscheidungen vorzunehmen sei schwierig, vor allem wenn es um einen Einzelfall gehe und der Aufwand in keinem Verhältnis stehe. Des Weiteren laufe der Betrieb erst seit einem Jahr. In zwei bis drei Jahren würde man sowieso über die Bücher gehen. «Dies gemeinsam.» Alle Beteiligten sollten dann an der Festlegung der Tarife mitwirken können.

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