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ARBON: Keine Zukunft in der Arboner Altstadt

Herber Schlag für das Städtli: Die alteingesessene Apotheke Dr. Kreyenbühl AG wird der Stadt voraussichtlich Ende 2017 den Rücken kehren. Damit endet eine 75 Jahre währende Familientradition am Standort Arbon. Nicht unschuldig daran sei die Politik.
Max Eichenberger
Vor drei Jahren hatten Burkhard und Luisa Kreyenbühl die markanten Bürgerhäuser in der Altstadt saniert. Den Standort Arbon der Apotheke und des pharmazeutischen Labors werden sie Ende 2017 aufgeben. (Bild: Max Eichenberger)

Vor drei Jahren hatten Burkhard und Luisa Kreyenbühl die markanten Bürgerhäuser in der Altstadt saniert. Den Standort Arbon der Apotheke und des pharmazeutischen Labors werden sie Ende 2017 aufgeben. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Der Schritt fällt Burkhard und Luisa Kreyenbühl alles andere als. Denn sie kämpften lange für eine Zukunft der Altstadt und arbeiteten auf eine Nachfolgelösung am angestammten Standort hin. Doch eine lähmende Behinderungs- und Verschleppungspolitik zwingen ihnen – neben strukturellen und Branchenproblemen – einen Wegzug auf.

Apotheke seit 121 Jahren

Seit 1895 gibt es im Bürgerhaus «zur Taube» an der Hauptstrasse, schräg gegenüber dem Stadthaus, eine Apotheke. 1942 übernahmen Walter und Dora Kreyenbühl die Städtli-Apotheke. Seit 1972 wird sie von Burkhard und Luisa Kreyenbühl geführt. Sie haben sich entschieden, den Geschäftsstandort Arbon zu verlassen und die Apotheke zu verkaufen.

Der Betrieb der Apotheke wird zwar unter demselben Namen, aber neuen Besitzverhältnissen fortgeführt: befristet eine Zeitlang noch in Arbon, ab Ende 2017 dann an einem neuen Standort in Horn-West. Die geplante Verlegung kündigten Luisa und Burkhard Kreyenbühl in einem Inserat an.

An Topwell verkauft

Per 1. Januar 2016 haben sie ihr Unternehmen an die Topwell Apotheken verkauft, heisst es in der Mitteilung. Die Topwell-Apotheken AG betreibt inzwischen an 26 Standorten in der Deutschschweiz Apotheken und Drogerien.

Weiterhin werde die Apotheke mit pharmazeutischem Labor unter der Leitung von Alexandra Hahn geführt. Bis zum Bezug der neuen Räumlichkeiten in der Wohn-/Gewerbeüberbauung in Horn-West verbleiben Burkhard und Luisa Kreyenbühl teilzeitlich im Betrieb tätig. Diesen hatten sie – in zweiter Generation – 1972 übernommen.

Ernüchternde Realitäten

Die Absicht, die Apotheke mit fünfzehn Arbeitsplätzen in Arbon aufzugeben und an einem neuen Standort weiterzuführen, hatte Kreyenbühl bereits vor dem unlängst über die Bühne gegangenen Verkauf. Die neuen Eigentümer hätten diese Pläne übernommen. Verschlechterte Rahmenbedingungen und fehlende Planungssicherheit – unter anderem wegen der leidigen Verkehrsführung – haben Kreyenbühl letztlich zum Entscheid veranlasst, mittelfristig den Standort im Städtli aufzugeben. Auf eine Aufwertung der Altstadt wartet man nun schon lange. Stattdessen habe die Kundenfrequenz weiter stetig abgenommen. Die Kundenströme hätten sich verlagert ins neue Zentrum an die St. Gallerstrasse. Schon mehrere Geschäfte sind deswegen in den letzten Jahren in der Altstadt verschwunden.

Zu wenig Verständnis

Ein grosses Handicap seien einerseits die fehlenden Parkiermöglichkeiten bei der Apotheke und zudem die erschwerten Anlieferbedingungen beim rückwärtigen Labor an der Neugasse, das 80 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet, sagt Burkhard Kreyenbühl. Er vermisst im Stadthaus Verständnis für die gewerblichen Anliegen – und entsprechendes Engagement. «Die zwei Parkplätze vor der Apotheke hat man uns wieder weggenommen.» Dies sozusagen ohne Vorankündigung. Zu vieles werde in Arbon politisch behindert und verschleppt. Das lässt Kreyenbühl jetzt ernüchtert resignieren.

Wollte noch ein Zeichen setzen

Dabei wollte er vor vier Jahren noch an eine Zukunft der Altstadt glauben. Als Signal der Hoffnung auf ein Erblühen liess Kreyenbühl die Bürgerhäuser «zur Taube» und «zur Schwalbe» aufwendig restaurieren. Eine knappe Million Franken beabsichtigte er zudem in den betrieblichen Ausbau am jetzigen Standort zu investieren. Dies, um die Basis für eine gute Nachfolgelösung und den Fortbestand der Apotheke in Arbon zu legen. So weit kommt es nicht. Diese Pläne werden jetzt in Horn beim künftigen Coop realisiert.

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