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ARBON: Keine Entlassungen bei "Forster Küchen" notwendig: "Es geschah in letzter Sekunde"

Der Konkurs von Bruno Piatti AG brachte die Forster Küchen in eine schwere Verlustsituation. Doch die Chefetage holte den Geschäftsbereich aus dem Nachlass. Heute sind mehr Mitarbeiter beschäftigt als zuvor.
Tanja von Arx
In der Fabrik von Forster Swiss Home AG: Produktionsleiter Heinz Baumgarten, CEO Ipek Demirtas und VR-Präsident Max Müller. (Bild: Reto Martin)

In der Fabrik von Forster Swiss Home AG: Produktionsleiter Heinz Baumgarten, CEO Ipek Demirtas und VR-Präsident Max Müller. (Bild: Reto Martin)

Tanja von Arx

tanja.vonarx@thurgauerzeitung.ch

Es sei gewesen wie bei der Polizei. Max Müller, Präsident des Verwaltungsrats beim Küchenhersteller Forster Swiss Home AG, sagt: «Die vom Konkursamt sind vorbeigegangen und haben nach und nach alle Küchenstudios geschlossen. Den Mitarbeitern blieben nur einige Minuten Zeit, um ihre Sachen zu packen.» Und zwar in Zusammenhang mit dem Konkurs des Küchenherstellers Bruno Piatti AG vergangenen September: Mit den Piatti-Küchen hatte sich die Forster Swiss Home AG, damals noch Forster Schweizer Stahlküchen, im Jahr 2012 zur AFP Küchen AG zusammengeschlossen. Das unter dem Dach der Arbonia Forster AG, welche die Küchenbauer wenig später wiederum an die deutsche Alno-Gruppe veräusserte. Vor diesem Hintergrund wären im Geschäftsbereich der Forster Küchen 91 Mitarbeiter entlassen worden, sagt Müller.

Entlassungen waren keine Option

Doch das war für Max Müller und Ipek Demirtas, seinerzeit tätig in leitender Funktion bei Alno, keine Option. Deshalb holten sie die Forster Küchen aus dem Nachlass. «In letzter Sekunde und mit starken Finanzpartnern», sagt Demirtas, die heute CEO der Forster Swiss Home AG ist. Demirtas weist darauf hin, dass es einen deutlich günstiger zu stehen gekommen wäre, hätte man den Geschäftsbereich aus dem Konkurs gekauft. Denn für die Mitarbeiter habe man anschliessend acht Monate lang Löhne und Gehälter bezahlt. «Ohne besagte Küchenstudios mussten die Mitarbeiter teils von zu Hause aus arbeiten. Mit Katalogen gingen sie bei den Kunden vorbei.» Die Leute seien frustriert gewesen. Ihnen hätte der geregelte Alltag gefehlt und die Arbeit im Team, sagt Müller.

Doch Stück für Stück hat man laut CEO und Verwaltungsrat in den letzten Monaten wieder investiert und aufgebaut. Das werde noch eine Weile so andauern, sagt Demirtas, 2018 werde ein Übergangsjahr sein. Ausserdem habe die Führungsspitze gewechselt. «Es hat sich wieder Zuversicht breit gemacht.» Heute hat die Forster Swiss Home AG eigene Studios in Arbon, Zürich, Basel, Bern und Winterthur. Weitere sind geplant in Genf und Chur. Der Hauptstandort in Arbon umfasst mindestens 2000 Quadratmeter. Nicht nur sollen die neuen Küchen ab der örtlichen Fabrikation ausgestellt werden, sondern es sind auch Kochevents geplant. Gegenwärtig beschäftigt die Forster Swiss Home AG rund 120 Personen. Einige Leute sind laut dem CEO im Zuge des Führungswechsels gegangen. Doch gleichzeitig habe man deutlich aufbauen können.

Optimistisch sind Müller und Demirtas aus zwei Gründen: Normalerweise habe ein Unternehmen bis zu Hundert Wettbewerber. Aber bei den Forster Küchen gebe es kaum Konkurrenz, denn es handle sich um ein Traditionsunternehmen. «Forster ist seit 125 Jahren ein Name in der Region.» Die Marke sei spezialisiert auf Küchen aus Stahl, die man auch habe patentieren lassen. Diese seien umweltfreundlich, recyclebar, CO2-neutral, pflegeleicht, sie gingen nicht kaputt und würden den Minergiestandard einhalten.

«Wir sind passioniert und überzeugt»

Laut Demirtas wird nach der schweren, belastenden Verlustsituation schon dieses Jahr der Break-Even angestrebt, das heisst die Gewinnschwelle. Bis Ende Jahr sollte man den Übergang, den sogenannten Ramp up, geschafft haben. «2019 wird voraussichtlich wieder ein ganz normales Jahr.» Das Ziel sei, jetzt eine gute Basis zu legen und vertikal zu wachsen. In einem Punkt sind sich Müller und Demirtas einig: Man dürfe stolz sein, diese Schritte unternommen und bereits Teilerfolge erzielt zu haben. Das Ganze wäre nicht möglich gewesen ohne Passion. «Wir sind überzeugt, sonst hätten wir es nicht gemacht.»

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