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ARBON: Jumbo richtet mit grosser Kelle an

Die Baumarktkette zügelt vom See ins Saurer WerkZwei. Im umgebauten Arbomec-Gebäude eröffnet sie eine Maximo-Filiale. CEO Jérôme Gilg sagt, warum er stolz ist, auf diesem Areal ein neues Kapitel mitzuschreiben.
Max Eichenberger
Jumbo-CEO Jérôme Gilg im neuen Maximo, der am Samstag eröffnet wird. (Bild: Max Eichenberger)

Jumbo-CEO Jérôme Gilg im neuen Maximo, der am Samstag eröffnet wird. (Bild: Max Eichenberger)

Herr Gilg, Sie gehören zur jüngeren Garde CEOs in der Wirtschaft. Sie sind Herr über vierzig Jumbo-Filialen in der Schweiz und 1500 Mitarbeiter. Sie führen das Unternehmen wohl aber nicht nur von der Chefetage aus.

Nein, so ist es natürlich nicht. Ich versuche, so oft wie möglich an der Front zu sein. Die Nähe zu den Mitarbeitern und zu den Kunden ist mir extrem wichtig. Sehen, was in den Läden passiert; aufnehmen, wonach die Kunden verlangen, welche Erwartungen und Bedürfnisse sie haben. Das bringt immer wieder Impulse, sich zu entwickeln und auf der richtigen Welle zu surfen.

Apropos Wellen: der Jumbo Maximo in Arbon führt eine Nautik-Abteilung. Ist das ein Pilot schweizweit? Und hat dies auch mit der Lage an unmittelbarer Seenähe zu tun?

Abgesehen davon, dass der Standort Arbon mit einer Verkaufsfläche von 7400 Quadratmetern einer der grössten Jumbo Maximo ist, ist er prädestiniert für einen Testlauf mit Artikeln im Nautik-Bereich, den wir mit einem Schweizer Lieferanten fahren. Es ist denkbar, dass wir diesen Sektor ausweiten auf Standorte am Lac Léman, am Zürichsee, Biel und Luzern. Ein neues Konzept haben wir auch im Sektor Bodenbeläge entwickelt.

Ist der Jumbo-Chef selber auch ein Heimwerker? Wann haben Sie letztmals etwas gezimmert oder gedübelt?

Letzten Samstag habe ich im Garten gearbeitet und mit Sohn Yeshi den vermoosten Einfahrtsbereich gekärchert – so sagt man, nach der Geräte-Marke, wenn man etwas mit Hochdruck reinigt. Ich mache auch sonst ab und zu kleinere Sachen. So habe ich letzthin einen Teil des Kellers isoliert oder auch schon Kinderzimmer gestrichen. Das ist für mich ein Stück weit auch Freizeitbeschäftigung, die gut tut. Sie verschafft entspannende Momente.

So können Sie sich als Nichtprofi in einen Kunden versetzen. Was ist denn wichtig, damit Heimwerken nicht zum Desaster wird?

Die Produkte müssen einfach sein in der Handhabung und in der Anwendung. Ich sage vereinfacht: In maximal drei Schritten muss man Resultate erreichen. Wir müssen aber auch mit Beratung gewährleisten, dass sich dieser Erfolg einstellt. Gerade Farbe ist da ein gutes Beispiel.

Do it yourself, aber nicht nach dem Motto «aufs Geratewohl», ist immer noch in?

Das sehe ich so und zeigen auch die Umsatzzahlen, wobei Beratung ein wichtiger Faktor bleibt. Generell die Kommunikation: So ermuntern wir mit Ausstellungen «Tips & Tricks», manches selber zu machen. Auch auf Youtube wird man dazu inspiriert.

Der Markt ist ständig in Bewegung. Wo sehen Sie Trends?

Was aufkommt, ist etwa in städtischen Gebieten der Outdoor-Bereich: also Balkone oder Terrassen, die mit Gartenmobiliar oder dekorativen Elementen bestückt und gestaltet werden. Wohnen beschränkt sich nicht auf die eigenen vier Wände. Die Leute kreieren ausserhalb neue Wohnräume. In Städten decken wir diese – und natürlich auch andere Bedürfnisse – mit unserem kleinsten Format Jumbo Compact ab. Auch den Onlinehandel gleisen wir 2017 auf. Arbon könnte dafür ein Hub werden.

In Arbon richten Sie mit dem Maximo mit der grossen Kelle an. Was macht diesen Standort interessant?

1988 war Arbon der erste Jumbo in der Ostschweiz. Jetzt legen wir St. Gallen mit Arbon zusammen. Hier bauen wir das Sortiment um die Hälfte aus auf 65 000 Artikel.

Haben Sie sich einem gewissen Druck ausgesetzt gefühlt, das angestammte Areal direkt am See, das für andere Nutzungszwecke geeigneter wäre, zu verlassen? Der frühere Stadtpräsident hatte öffentlich betont, der Jumbo sei dort «am falschen Ort».

Wir haben schon seit einiger Zeit nach einer Alternative sondiert, wo wir mehr Platz haben. Bis die Gelegenheit kam und sich mit dem Arbomec-Gebäude für uns eine sehr gute Situation ergab.

Sehen Sie das als Win-win-Situation? Auch weil Jumbo mithilft, das ehemalige Saurer-Areal zu beleben?

Ich denke schon. Wir sind praktisch am gleichen Ort, nur auf der anderen Strassenseite über den Gleisen. Man bemerkt uns also sofort. Das ist bei einer Züglete auch für einen Detailhändler eine wichtige Message. Zudem: hier im neuen Stadtteil wird Arbon in den nächsten Jahren 2000 zusätzliche Einwohner bekommen. Für uns natürlich ein Markt.

HRS revitalisiert hier eine Industriebrache. Ein Kapitel schreibt Jumbo mit. Was bedeutet dieser Aspekt für Sie?

Saurer steht prägend für einen Teil Schweizerischer Industriegeschichte. Hier, wo 4000 Arbeiter tätig gewesen waren, einen Neuanfang zur Belebung des Areals mitzuschreiben und einen Mosaikstein zu setzen, erfüllt uns schon ein bisschen mit Stolz.

Für Sie war das kein 08/15-Projekt auf einer grünen Wiese, sondern in einem solchen urbanen Raum Neuland?

Ja, es war eine enorme Herausforderung, auch weil mit der Denkmalpflege ein Weg gefunden werden musste. Aber das Ergebnis, wofür wir 25 Millionen Franken investiert haben, ist eine gefreute Sache. Ich denke, dass wir nach dieser Erfahrung noch mehr ähnliche Umnutzungsprojekte realisieren werden.

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