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ARBON: «Jetzt erst recht!»

Der frühere Novaseta-Hauswart Peter Shehe wurde als Parlamentsmitglied in Kenia abgewählt. Die Wahlen seien von Betrügereien überschattet worden. Die Projekte des Vereins «Pro Ganze Kenia» laufen dennoch weiter.
Maria Keller
Trotz Ungewissheit macht der Verein «Pro Ganze» weiter, hier am Neubau eines Schulhauses. (Bild: pd)

Trotz Ungewissheit macht der Verein «Pro Ganze» weiter, hier am Neubau eines Schulhauses. (Bild: pd)

Maria Keller

maria.keller@thurgauerzeitung.ch

Korruption. Wahlbetrügereien. Manipulation. Bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Kenia soll so einiges nicht mit rechten Dingen gelaufen sein. Gesprochen wird von dem «grössten Wählerdiebstahl in der Geschichte des Landes», wie «Die Zeit» kurz nach den Wahlen im August berichtete.

Der ehemalige Arboner Hauswart Peter Shehe wurde in seinem Wahlkreis Ganze als Member of Parliament abgewählt. Aufgegeben wird deshalb aber nicht. «Jetzt erst recht» ist das Motto von ihm und seiner Lebenspartnerin Barbara Fuhrer.

Oppositionsführer glaubt nicht an gerechten Verlauf

Die Präsidentschaftswahlen in Kenia haben Mitte August stattgefunden. Dabei stand der Amtsinhaber Uhuru Kenyatta der Partei Jubilee dem Oppositionsführer Raila Odinga gegenüber. Odingas Partei «Orange Democratic Movement (ODM)» habe im Kilifi County keine Mittel gescheut, um einen Wahlsieg davonzutragen, sagt Fuhrer. «Mit Drohungen wurden die Wähler eingeschüchtert und gezwungen, Odingas Partei zu wählen.» Erfolg hatte sie damit zwar in der Küstenregion, nicht aber für die Präsidentschaft. Kenyatta zählte die Mehrheit der Stimmen für sich. Doch der Urnengang am 8. August sei von Unregelmässigkeiten begleitet gewesen. Das Oberste Gericht annullierte die Wiederwahl des Staatschefs Kenyatta wegen Regelverstössen, nachdem Kenyattas langjähriger Gegner Odinga von einem Betrug sprach und Beschwerde gegen das Wahlergebnis einlegte. Die Präsidentschaftswahl soll am 26. Oktober wiederholt werden.

Beweismaterial gegen Wahlbetrug liegt vor

Nun weigert sich Odinga aber, an der Neuwahl anzutreten. Er glaube nicht daran, dass die Wahl besser ablaufen werde als die letzte. Unklar ist nun, ob und wie die Neuwahl abgehalten wird. «Das Land befindet sich in einer grossen Ratlosigkeit», sagt Fuhrer.

Peter Shehe, ehemaliges Parlamentsmitglied. (Bild: Donato Caspari)

Peter Shehe, ehemaliges Parlamentsmitglied. (Bild: Donato Caspari)

Auch Peter Shehe versuche, das Wahlergebnis der Parlamentswahlen anzufechten. Laut Fuhrer sind zu den Betrügereien Videoaufnahmen der gestohlenen Papiere und Zeugenaussagen vorhanden. Shehe habe eine Petition eingereicht wegen Wahlbetrugs in seinem Amt als «Member of Parliament». «Die Chancen, dass sich deshalb aber etwas am Resultat ändert, sind gering. So ein Prozess kann sich über Jahre hinstrecken», sagt Fuhrer.

Wo sind die Wahlbeobachter, wenn man sie braucht? «Die Wahlbeobachter haben völlig falsch berichtet und der Situation überhaupt nichts gebracht», sagt Fuhrer. «Das sind Leute wie John Kerry und Marietje Schaake, die in ihrer Suite sitzen und alles aus der Ferne beobachten.» Dabei seien viele solcher Leute bei den Wahlen eingesetzt. «Als die Präsidentschaftswahl dann neu angesetzt wurde, mussten sie kleinlaut zugeben, dass wohl doch nicht alles korrekt war», sagt Barbara Fuhrer.

Die Arbeit wird trotz weniger Mittel fortgeführt

Für Peter Shehe seien es sehr schwierige Zeiten. «Er hat keinerlei Einkommen mehr und muss trotzdem abwarten, was die diversen Ergebnisse sind.» Trotzdem bleibe er guten Mutes. Der Verein «Pro Ganze Kenia» mit Barbara Fuhrer als Präsidentin arbeitet weiter an Projekten in der Region Ganze. Momentan seien zwei Schweizer vor Ort, die einen weiteren Schritt für die Unterstützung der Waisenkinder in der Region gemacht hätten. «Ein kollabiertes Schulhaus aus Lehm haben wir durch ein schönes Haus aus Ziegelsteinen ersetzt.»

Möglich sei dies mit den Mitteln von «Pro Ganze Kenia» sowie der Eigenleistung des Ehepaars Esther und Peter Wieser aus Homburg gewesen. Bei ihrer Ankunft in Gosheni hätten sie das Schulhaus nach den grossen Regenfällen zerstört angetroffen. Es sei entschieden worden, mehr Geld als geplant zu investieren, sagt Fuhrer. «So geht es jetzt besser weiter als zuvor, und die Kinder können wieder lachen.»

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