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ARBON: IG hat noch ein As im Ärmel

Die HRS will das Hotel Metropol abreissen und zwei 40 Meter hohe Wohntürme bauen. Die Gegner bringen die Bevölkerung gegen die Pläne in Stellung. Sie könnten sogar eine Volksabstimmung herbeiführen.
Markus Schoch
Die Zukunft des Hotels Metropol ist noch längst nicht entschieden. (Bild: Max Eichenberger)

Die Zukunft des Hotels Metropol ist noch längst nicht entschieden. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Das «Metropol» schliesst zwar Ende Monat seine Türen. Dass die Lichter für immer ausgehen, ist aber noch längst nicht gesagt. Selbst wenn das Traditionshaus zum Abbruch freigegeben werden sollte, was eine Interessengemeinschaft verhindern will.

Die Schutzwürdigkeit des Gebäudes ist umstritten. Jetzt soll ein Obergutachten klären, ob es erhaltenswert ist oder eben nicht, nachdem zwei Expertisen zu widersprüchlichen Ergebnissen gekommen sind. Eine abschliessende Antwort wird bis Anfang des nächsten Jahres erwartet. Vielleicht dauert es auch länger. Denn es ist ein Streit darüber entbrannt, wer das Obergutachten verfassen soll (wir berichteten). Der Heimatschutz hat schon mal vorsorglich Rekurs angemeldet für den Fall, dass seine Einwände übergangen werden sollten.

Eine Abstimmung über die Wohntürme ist möglich

Sollte das bereits aus dem kommunalen Schutzplan entlassene «Metropol» schliesslich tatsächlich dem Erdboden gleichgemacht werden können, ist für die Gegner des Abbruchs noch nichts verloren.

Sie könnten versuchen, die geplanten beiden Wohntürme der HRS zu verhindern, um das Hotel zu retten, das der neuen Überbauung mit dem Namen «Riva» weichen soll. Dazu müssten sie bei der öffentlichen Auflage das Referendum gegen den derzeit beim Kanton zur Vorprüfung liegenden Gestaltungsplan ergreifen, der die 40 Meter hohen Zwillings-Gebäude erst möglich machen soll. Damit käme es zu einer Volksabstimmung. Würden die Arboner Nein zum Sondernutzungsplan sagen, könnte die HRS ihr Projekt in dieser Form nicht realisieren. In Müllheim sind Bürger im Sommer diesen Weg gegangen, um die Bevölkerung über das geplante Outlet entscheiden zu lassen.

Mit einem Nein zu den Wohntürmen wäre die Zukunft des «Metropol» allerdings noch nicht gesichert, das nach wie vor im Besitz der Migros ist. Die HRS habe ein Vorkaufsrecht für das Land, gibt Lukas Auer von der IG Pro Metropol zu bedenken.

HRS sieht Hotel an diesem Ort nicht

Der Totalunternehmer könnte also theoretisch ein neues Projekt auf dem «Metropol»-Grundstück entwickeln, auf die Gefahr hin allerdings, ein zweites Mal Geld in den Sand zu setzen, falls wieder ein Gestaltungsplan nötig sein sollte.

Die IG will es gar nicht erst so weit kommen lassen. Sie verlangt in einer Resolution, dass das «Metropol» in seiner architektonischen Substanz erhalten und als Hotel und Restaurant weitergeführt wird. Von der HRS erwartet die Interessengemeinschaft, dass sie «die notwendigen Sanierungen rasch veranlasst und den Betrieb des Hotels nahtlos gewährleistet».

Für die HRS, die auf der anderen Seite der Gleise im Saurer WerkZwei ein Hotel bauen will, ist das Wunschdenken. CEO Martin Kull sagte schon vor über drei Jahren in einem Interview, das «Metropol» lasse sich weder rechnen noch finanzieren noch rechtfertigen. Um an dieser Lage ein Hotel zu betreiben, dürfte das Land gemäss Kull maximal einen symbolischen Franken kosten.

Auer hält dagegen, dass es durchaus Interessenten für den Betrieb eines Hotels gegeben habe. Seine Ambitionen öffentlich gemacht hatte damals der Unternehmer Hermann Hess. Er sagte: «Die Ausgangslage für ein Hotel am <Metropol>-Standort ist praktisch verunmöglicht worden, weil für das Grundstück ein Preis auf der Basis eines Projekts mit Eigentumswohnungen bezahlt worden ist.»

Balg wünscht sich hohe Aufwertung des Standortes

In die Pflicht nimmt die IG auch die Stadt. Sie soll alles unternehmen, um das «Metropol» zu erhalten. Stadtpräsident Andreas Balg sagt dazu: «Echte attraktive Alternativen zum Projekt <Riva> sind willkommen.» Und weiter: «Gemeinsames Ziel sollte sein: Beim <Metropol> findet eine Nutzung und Bebauung statt, welche der Qualität des Standorts entspricht und für Arbon eine hohe Aufwertung bedeutet.» Zuerst müssten jetzt die Entscheidungsgrundlagen gründlich aufgearbeitet und die Schutzfrage geklärt werden. «Mir ist es wichtig, dass die Bevölkerung weiss, auf welchen Grundlagen die Beschlüsse gefällt werden.»

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