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ARBON: Idealisten sind am Ziel

Der Bezug des Kulturzentrums im Presswerk letzten Sommer war ein Meilenstein für die städtische Kultur. 2017 war auch «ein Jahr grosser Veränderungen für die Musikschule», erinnert deren Präsidentin Carmen Lüthy.
Max Eichenberger
Carmen Lüthy wird das Präsidium an Urs Gähwiler abgeben; Julia Kräuchi ist als Musikschulleiterin auf Leo Gschwend gefolgt. (Bild: Max Eichenberger)

Carmen Lüthy wird das Präsidium an Urs Gähwiler abgeben; Julia Kräuchi ist als Musikschulleiterin auf Leo Gschwend gefolgt. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Die Musikschule Arbon (MSA) ist von der einstigen Kugellagerfabrik ins ehemalige Saurer-Presswerk umgezogen. Und hat dafür einen finanziellen Lupf erbringen müssen. 1,64 Millionen hat sie als Hauptmieterin des Kulturzen-trums an den Innenausbau beigebracht. Hauptsächlich über Spenden. Der prächtige Dietschweiler-Saal hat der Namensgeber finan- ziert, dessen Stiftung Löwenspur auch für die Mehrkosten von 328000 Franken aufgekommen ist. Insgesamt 800000 Franken hat der Stifter an das gelungene Werk beigesteuert, sagte Carmen Lüthy an der Jahresversammlung. Am Dienstag hat er spontan gleich nochmals einen offenen fünfstelligen Beitrag für die Bestuhlung übernommen: «Ich will nicht noch verantwortlich sein für Albträume beim Verein.» Langfristig zurückzahlbar sind Darlehen der Stiftung Musikschule Arbon und der Kulturzentrum Presswerk AG.

Ein einzigartiges musisch-kulturelles Zentrum

Dankbar für die Unterstützung und stolz auf das Werk zeigt sich der Vorstand. «Vor fünf Jahren haben wir als kleine Gruppe Idealisten angefangen zu träumen – und uns gefragt: ist das machbar, ein Arboner Kulturzentrum aufzubauen, das für Jung und Alt zum Treffpunkt wird?», erinnerte Carmen Lüthy an die Stunde Null dieses Wagnisses. Vergilbte Flipchart-Blätter mit Brainstorm-Skizzen im Saal zeugen noch davon. Der Traum ist realisiert. Das Resultat teilten sie heute mit vielen Menschen: «Ein einzigartiges musisch-kulturelles Zentrum mit Ausstrahlung auf die ganze Region.» Carmen Lüthy, die im Juli das Präsidium an ihren am Dienstag gewählten Nachfolger Urs Gähwiler abtreten wird, lobte den Teamgeist vieler Mitstreiter. Die Versammlung verlieh Projektleiter Bruno Glanzmann die Ehrenmitgliedschaft. Die Finanzierung nicht nur des ganzen Zentrums durch die Kulturzentrum Presswerk AG, auch des Parts der Musikschule sei «eine hohe Hürde» gewesen. Noch zu beschaffen seien Sonnenschutzstoren. Zusammen mit der Elektrik sind dafür nochmals 80000 Franken aufzubringen.

1355 Schüler gehen ein und aus

Eine Zäsur bedeutete auch der Wechsel vom langjährigen Musikschulleiter Leo Gschwend – er bleibt der Musikschule als Violinlehrer erhalten – zu Julia Kräuchi. Sie, die als Kind schon Lektionen besucht hat, habe einen bravourösen Start hingelegt. Die Nachfolge war von langer Hand geplant gewesen. «Es ist ein Privileg, diese Räume belegen zu dürfen», betont Julia Kräuchi. Die Miete, welche die Musikschule der Kulturzentrum Presswerk AG entrichtet, ist im Übrigen gleich hoch wie am vormaligen Ort an der Brühlstrasse. 1355 Schüler sind in der Musikschule eingeschrieben. Öffentliche Veranstaltungen und Konzerte sind ein wichtiger Pfeiler des kulturellen Lebens in der Region. Neu beauftragt worden ist die Musikschule von der Schule Freidorf mit der musikalischen Grundausbildung. Ein Passus, wonach der Vorstand ehrenamtlich arbeitet, ist explizit in die Statuten aufgenommen worden. So ist die Voraussetzung erfüllt, dass der Verein steuerbefreit ist. Der von Kassier Daniel Bizozzero für 2017 ausgewiesene Verlust von 33000 Franken wird über die Reserven gedeckt.

Für das Kulturzentrum lohne es sich, einen Teil der Freizeit einzusetzen, sagte der künftige MSA-Präsident Urs Gähwiler zu seiner Motivation. Musikalisch ist er zwar nicht, aber Finanz-affin – das, was es neben dem gut abgedeckten musisch-pädagogischen Bereich brauche. Nach zwanzig Jahren Vorstandstätigkeit tritt Claudia Zürcher zurück.

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