ARBON: Hotel Metropol: Teils schutzwürdig, aber nicht betriebstauglich

Im Streit um das Hotel Metropol in Arbon liegt das Resultat eines Obergutachtens vor. Es kommt zum Schluss, dass der Bau in seinen ursprünglichen Teilen schützenswert ist. Allerdings sei eine Reihe gesetzlicher Vorgaben für einen Hotelbetrieb nicht erfüllt.

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Das Tauziehen um die Zukunft des Hotels Metropol geht weiter. (Bild: Max Eichenberger)

Das Tauziehen um die Zukunft des Hotels Metropol geht weiter. (Bild: Max Eichenberger)

Das Hotel Metropol in Arbon ist seit vergangenem November geschlossen. Als künftige Eigentümerin plant die HRS Real Estate AG den Abbruch des Baus und die Realisierung einer Wohnüberbauung. An der Abstimmung über den kommunalen Schutzplan hatten sich die Arbonerinnen und Arboner im November 2014 gegen eine Unterschutzstellung des Gebäudes ausgesprochen. Hingegen stellen der Thurgauer Heimatschutz und Teile der Arboner Bevölkerung angesichts der aktuellen Entwicklungen die Frage nach der Schutzwürdigkeit des Baus. Dieser wird im Hinweisinventar des kantonalen Amtes für Denkmalpflege als "bemerkenswert nach 1959" aufgeführt.

Zwei dem Stadtrat vorliegende Gutachten waren zu gegensätzlichen Urteilen hinsichtlich der Schutzwürdigkeit des Hotels Metropol gelangt, wie die Stadt Arbon in einem Communiqué in Erinnerung ruft. Daher liess der Stadtrat ein Obergutachten und zugleich auch eine Schadensanalyse erstellen. "Das Obergutachten stellt nun fest, dass das 'Metropol' in seinen ursprünglichen Teilen schutzwürdig sei. Dies gelte hingegen nicht für die nachträglich erstellten Anbauten, welche die heutige Form des Gebäudes mitbestimmen", heisst es in der Mitteilung.

Des Weiteren hält der Bericht fest, dass beim Metropol die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich Brandschutz, Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit für den Betrieb als Hotel bei weitem nicht erfüllt seien.

Weitere Abklärungen nötig
Der Stadtrat kann gemäss der Mitteilung erst dann über einen allfälligen Erhalt des Hotels Metropol befinden, wenn die nötigen Grundlagen ermittelt sind. "Dazu sind weitere Abklärungen notwendig", heisst es in der Mitteilung. Der Stadtrat prüfe verschiedene Szenarien. Dabei stellten sich neben volkswirtschaftlichen Fragen auch solche betreffend Stadtentwicklung und in Abhängigkeit der Nutzung auch Fragen betreffend Sicherheit und Umwelt. Ferner seien die Kosten der Massnahmen zu ermitteln, die nötig wären, um das Gebäude als Hotel in einen vorschriftskonformen Betriebszustand zu bringen. Der Stadtrat will voraussichtlich im kommenden Frühling umfassend über dieses Thema informieren. (pd/red.)