ARBON: Hilfeleistungen koordinieren

Die optimale Behandlung ermöglichen: Das ist das Ziel der Drehscheibe RegioArbon. Die Anlaufstelle berät Kranke und Angehörige, Organisationen und Fachpersonen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich und Behörden.

Christof Lampart
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Kerstin Czirak und Evelyn Schwab stellten einem Fachpublikum die Drehscheibe vor. (Bild: Christof Lampart)

Kerstin Czirak und Evelyn Schwab stellten einem Fachpublikum die Drehscheibe vor. (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

arbon@thurgauerzeitung.ch

Die seit Januar aktive Drehscheibe RegioArbon ist mit 160 Stellenprozenten (je 80 Prozent eine Sozialarbeiterin und eine Pflegefachfrau) dotiert und ist ein Pilotprojekt, dessen jährliche Kosten von 275000 Franken für die nächsten vier Jahre vom Kanton getragen werden. Die anrechenbaren Leistungen werden von Krankenkassen getragen, die Beratungsangebote, die über die Leistungen der Grundversicherung hinausgehen, werden durch eine Förderung des Kantons finanziert. Die Drehscheibe hat zwei Standbeine. Zum einen nimmt sie für die Gemeinden Arbon, Egnach, Horn und Roggwil die eigentliche Drehscheiben-Aufgaben wahr. Zum anderen ist sie für den politischen Bezirk Arbon als Demenz-Beratungsstelle tätig. Letztere wird rund 40 Prozent der Arbeit ausmachen.

Bei der Lösung helfen, nicht bei der Behandlung

Untergebracht ist die Drehscheibe in den Räumen der Spitex Arbon an der Rebhaldenstrasse 13, hat jedoch nichts mit den klassischen Spitex-Dienstleistungen zu tun. «Die Drehschreibe unterstützt, berät und koordiniert Hilfeleistungen, wenn Private oder Organisationen irgendwie anstehen, bietet also sozusagen eine Lösungsfindung aus einer Hand an», erklärt Spitex-Geschäftsleiterin Evelyn Schwab. Die eigentliche Drehscheibe-Koordinationsarbeit liegt derweil in den Händen der Gesundheitsfachfrau Kerstin Czirak. Czirak legte dar, dass die Drehscheibe keine Konkurrenz für die bestehenden Gesundheitsdienste wie etwa Spitex oder Palliativ Care sein wird.

«Wir versuchen bei Unklarheiten die optimale Behandlung für Betroffene, deren Angehörige, Freunde oder weitere Organisationen herauszufinden. Wenn diese gefunden ist, ziehen wir uns wieder zurück –und überlassen die Behandlung den Organisationen.» Die Lösungsfindung muss dabei nicht nur gesundheitliche, sondern kann auch weitere soziale und finanzielle Aspekte umfassen. Durch Beziehungs- und Vertrauensarbeit mit Betroffenen könnten zum Beispiel frühzeitig die Weichen dahin gehend gestellt werden, dass Todkranke in ihren letzten Tagen nicht notfallmässig in teuren Spitalbetten dahindämmerten, sondern gezielt geplant im Kreise der Lieben zu Hause dahinscheiden könnten. Zugleich könnten zunehmend mit der Pflege überbelastete Angehörige durch gezielte Massnahmen wirkungsvoll entlastet werden. Werde dies früh erkannt, so sei dies für die Betroffenen als auch für das Gesundheitswesen und den Kanton ein Gewinn –sowohl ethisch als auch finanziell.