ARBON: Heizwerk bleibt Blackbox

Ob im Heizwerk Altlasten schlummern, ist unbekannt. Hingegen gilt der Boden als «sauber». Die Stadt wird die ehemalige Heizwärmezentrale von HRS übernehmen.

Max Eichenberger
Drucken
Teilen
Das alte Saurer-Heizwerk mit den fünf Tankreservoirs bei der Bahnlinie. (Bild: Max Eichenberger)

Das alte Saurer-Heizwerk mit den fünf Tankreservoirs bei der Bahnlinie. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Vor Jahresfrist war mehr oder weniger beiläufig auf einer Besichtungstour im Saurer WerkZwei bekannt geworden, die Firma HRS überlasse der Stadt Arbon die Parzelle mit der ehemaligen Saurer-Heizzentrale. Dies mitsamt den fünf leeren Tankreservoirs an der Grenze zu Steinach – quasi als «Geschenk».

Parlamentarier waren hellhörig geworden

Volksvertreter hatten bald darauf vor der Annahme gewarnt, weil mit dem Eigentumsübertrag möglicherweise auch Altlasten, die teuer zu sanieren wären, übernommen werden müssten. Noch aber befindet sich die gut 4000 Quadratmeter grosse dreieckige Parzelle zwischen Bahnlinie, neuer Kantonsstrasse und der Aach im Besitz der HRS Investment AG.

Das alte Heizwerk galt lange als Abbruchobjekt. Die neue Strasse war dann jedoch gradlinig an der Heizzentrale vorbei gebaut worden. Von einem Geschenk aus einer puren Laune heraus kann nun aber nicht gesprochen werden. «Das wäre eine vereinfachte Rede», hat Dominik Diezi mit Hinweis auf einen schon älteren Rahmenverkaufvertrag herausgefunden.

Der Boden ist unbedenklich, sagt ein Bericht

Der Stadtrat bestätigt nun auf eine Interpellation von CVP-Fraktionssprecher Diezi hin, der Eigentumsübertrag sei tatsächlich bereits im Erschliessungsvertrag geregelt. Dieser war Ende 2006 unterzeichnet worden. In der Frage möglicher Altlasten gibt der Stadtrat Entwarnung – jedenfalls was den Boden betrifft. Die Parzelle bei der stillgelegten Fernwärmezentrale sei in einem aus dem Jahre 2008 stammenden Untersuchungsbericht «nicht als belasteter Standort ausgewiesen», heisst es. Damals waren die Böden von einem spezialisierten Büro untersucht worden.

Über allfällige Altlasten im Heizwerk-Gebäude selber sei hingegen weiterhin nichts bekannt. Auf Kontaminierungen hin untersucht würde das Innere des Baus erst, wenn sich für das Gebäude eine konkrete Nutzung abzeichne.

Noch sei aber ungewiss, wie das Heizwerk künftig genutzt werden könnte. Die Ideen sind vage, und ob sie umsetzbar sind, ist ebenso unklar. Laut dem kantonalen Amt für Umwelt besteht Überwachungsbedarf. Bei der Stadt als künftiger Eigentümerin geht man jedoch davon aus, dass keine Altlasten darin schlummern. Für Zwischennutzungen jedenfalls bieten HRS und die Stadt Hand und geben zumindest das Gelände dafür frei.

So hat Anfang August der Verein Triebwerk mit Erfolg sein erstes Heizwerk-Festival durchgeführt. Obwohl das Hinweisinventar die alte Heizzentrale mit dem 23 Meter hohen Kubus in ihrer Gesamtform als erhaltenswert einstuft, sei sie nicht unter Schutz gestellt, betont der Stadtrat.