ARBON: Ganz und gar aussergewöhnlich

Er gehört zu den ganz Renommierten seines Fachs und steht für ganz grosses Kino: der mit Preisen überhäufte Schauspieler Bruno Ganz, der zuletzt den Swiss Award für sein Lebenswerk erhalten hat.

Max Eichenberger
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Regisseur Christian Labhart (l.) und Bruno Ganz bringen dem Publikum Giovanni Segantinis Leben näher. (Bild: Max Eichenberger)

Regisseur Christian Labhart (l.) und Bruno Ganz bringen dem Publikum Giovanni Segantinis Leben näher. (Bild: Max Eichenberger)

Er gehört zu den ganz Renommierten seines Fachs und steht für ganz grosses Kino: der mit Preisen überhäufte Schauspieler Bruno Ganz, der zuletzt den Swiss Award für sein Lebenswerk erhalten hat.

Nun schreitet der kleine grosse Mann im Lichtkegel des Open-Air-Kinos zur Sitzgruppe, die im Kies vor der Leinwand steht. Auf dem Tisch flackert eine Kerze. Im Fauteuil sackt Bruno Ganz ein, was ihm ein Lächeln abringt und ihn nötigt, ein Kissen hinter den Rücken zu schieben. Noch ehe er ein Wort sagt, zollt das stattliche Publikum auf der Sitztribüne dem Grandseigneur Beifall. Eine Ehrerbietung. Solche Kaliber bekommt Arbon selten zu sehen.

Dabei hat Bruno Ganz im Film gar keinen Auftritt – physisch. Er leiht dem Maler Giovanni Segantini in der dichten filmischen Dokumentation («Giovanni Segantini – Magie des Lichts») nur seine Stimme. Diese Stimme, womit der 75-Jährige Briefe und Aufzeichnungen vertont, sowie starke filmische Bilder mit Einblendungen von Werken des Malers, bringen einfühlsam Segantinis Leben nahe. Vor allem die Motive der Bündner Berge machten Segantini berühmt.

Wie kaum ein anderer setzt er die Natur ins Licht. «Seine Bilder haben etwas Andächtiges», ist Ganz beeindruckt vom Werk Segantinis: «Er hat ein tiefes Verhältnis zur Natur und zur Kunst entwickelt.» Die Idee, Ganz die Briefpassagen sprechen zu lassen, habe er von Anfang an gehabt, sagt Regisseur Christian Labhart. Dass Ganz zugesagt hat, damit konnte er nicht rechnen. Den Schauspieler hatten im Kunsthaus Zürich früher schon Werke beeindruckt. So ehrt nun ein grosser Schauspieler einen grossen Maler.

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