ARBON: Fast eine Million für Schlossmauer-Sanierung

Mit Bruttokosten von 925000 Franken wird bis 2019 in Etappen die an verschiedenen Stellen schadhafte Schlossmauer saniert. Erdmaterial wird ausgebaut, um diese zu entlasten. Teils werden Steine neu eingemauert.

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Material hinter der Mauer wird teilweise abgetragen, um Druck von ihr wegzunehmen. (Bilder: Max Eichenberger)

Material hinter der Mauer wird teilweise abgetragen, um Druck von ihr wegzunehmen. (Bilder: Max Eichenberger)

Nach langem Vorgeplänkel und Abklärungen, welches Verfahren zu wählen sei, und Verhandlungen mit der kantonalen Denkmalpflege ist die Sanierung der Schlossmauer nun zügig am Laufen. Beidseits des Schlosszugangs steht inzwischen die neue Mauer. In diesem Bereich ist sie mit grob behauenen Sandsteinen neu erstellt worden.

Mauerteile waren abgebröckelt

Der Zustand der alten Mauer war schlecht – unter anderem, weil Nässe ihr stark zugesetzt hatte. So hatten zuletzt Banderolen unschöne «Zahnlücken»-Stellen verdeckt. Jetzt ist rückseitig der beiden neuen Abschnitte ein Drainagesystem eingebaut worden. Dieses soll künftig verhindern, dass Feuchtigkeit die Sandsteinmauer schädigen kann. Für diese erste Etappe waren Kosten von 190000 Franken veranschlagt worden.

Noch während die Arbeiten beim Schlossaufgang liefen, hat der Stadtrat entschieden, mit der Sanierung nahtlos weiterzumachen im westlichen Mauerabschnitt zur Schlossgasse hin. Diese ist die Hauptzufahrt in den ZiK-Komplex. Seit über drei Jahren ist dort, auf der Länge des Trottoirs, die Mauer aus Sicherheitsgründen mit einem Schutzgerüst versehen. Im Sommer 2013 waren dort Mauerteile abgebröckelt. So lange ist nun auch schon der Fussweg vom Saurer-Platz zum Lokal des Sportfischervereins und damit der Zugang zu den Quaianlagen gesperrt. Dies, weil im Zuge der näheren Abklärungen auch der Nordabschnitt der Schlossmauer als Sicherheitsrisiko eingestuft worden ist. Laut Stadtrat Peter Gubser sind im Budget des laufenden Jahres 320000 Franken eingestellt. Nach seiner Wahl hatte er angekündigt, in dieser Angelegenheit vorwärts machen zu wollen – «ohne jeden Stein herauskratzen und abstauben zu müssen». Weil das Schlossensemble ein historisches Bauobjekt von nationaler Bedeutung ist, waren Denkmalpflege und Bund bei der Wahl der Sanierungsmethode involviert und so hatten sich die Abklärungen hingezogen. Inzwischen hat man sich offenbar in der «verhältnismässigen Mitte» gefunden.

Priorität hat jetzt die Schlossgasse

Priorität habe jetzt der eingerüstete Abschnitt bei der Schlossgasse, sagt Andreas Thurnherr, der den Fachbereich Hochbau bei der Stadt leitet. Um Druck von der Mauer zu nehmen, ist bei der Hinterfüllung Material abgetragen worden – ebenso auf der Nordseite. Dort wird ein Entwässerungssystem – eine Sickerleitung – eingebaut und auf ein tieferes Niveau aufhumusiert. Steine werden Thurnherr zufolge an schadhaften Stellen teilweise neu gefasst und eingemauert.

Anschliessend wird 2018 die Etappe zur FPT Motorenforschung hin (210000 Franken) in Angriff genommen, damit dort der Durchgang zur Seeuferpromenade wieder geöffnet werden kann. Allenfalls werde der dortige Bereich bei der Rondelle vorgezogen. 2019 sollen noch einmal 205000 Franken aufgewendet werden für die Sanierung der restlichen Mauer. Der Anteil, den der Kanton und allenfalls der Bund an die Sanierung beisteuert, ist noch offen.

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch