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ARBON: Er nahm es selber in die Hand

Ohne um eine Bewilligung nachzusuchen, erstellte der Betreiber des «Roten Kreuzes» eine Pergola mit Sonnendach und Wetterschutz. Als Ersatz für die Sonnenschirme. Das gehe so nicht, befand die Stadt. Auch wenn das Gesuch nachgereicht wurde: Es droht der Rückbau.
Max Eichenberger
Die kleinere Pergola in der Gartenwirtschaft; die andere ist im Kastaniengarten (im Hintergrund) erstellt worden. (Bild: Max Eichenberger)

Die kleinere Pergola in der Gartenwirtschaft; die andere ist im Kastaniengarten (im Hintergrund) erstellt worden. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Mit Kosten von 100 000 Franken hat Gionatan («Jonny») Capuano im März im Gartenrestaurant des «Roten Kreuzes» am Quai die Anlage erstellt. Normalerweise ist die lichte Konstruktion mit metallenen Tragsäulen, die in einbetonierte Betonsockel verankert sind, offen. Bei Sonneneinstrahlung wird das Dach ausgefahren und bietet so Schatten.

Wechselweise seien jeweils ein Drittel der 108 Plätze im Kastaniengarten besonnt. Sonst geben die Blätter der Bäume Schatten. Bei Regen bietet das Dach Wetterschutz. Eine zweite kleinere Konstruktion ist im offeneren Gartenbereich zur Schlosswiese hin erstellt worden; dort gibt es 32 Gartensitzplätze.

Ästhetischer und zweckmässiger als Schirme

«Diese Schutzvorrichtung erleichtert uns den Betrieb. Wir und die Gäste haben keinen Stress, wenn ein Platzregen kommt. Die Pergola hat sich bewährt.» Auch Passanten hätten darunter schon etliche Male Zuflucht gefunden. Vorher hatte Capuano Sonnenschirme aufgestellt gehabt und einbetoniert. Die jetzige Lösung sei ästhetisch überzeugender.

Die Krux: Der Betreiber hat es unterlassen, dafür ein Baugesuch einzureichen. Und bekommt jetzt Probleme. Angeblich – so sagt es Capuano zumindest – habe er nicht gewusst, dass dies nötig sei. Und verweist auf das Beispiel der Stadt. Diese habe selber auf dem Hafendamm, in der öffentlichen Zone, einen Gastro-Pavillon für einen Dritten erstellen wollen. Und eine Bauauflage dann erst später veranlasst.

Ende März standen beim «Roten Kreuz» schon die Pergolas. Eineinhalb Monate später erst habe ihm die Stadt schriftlich mitgeteilt, dass solche Bauten ohne Bewilligung nicht erstellt werden dürfen. Ein Gesuch hat Capuano inzwischen eingereicht.

«In dieser Zone darf man nichts bauen»

Die Bauzone beim «Roten Kreuz» ist überlagert von einer Grün- und Erholungszone. «In dieser Zone darf man nichts bauen», sagt Stadtrat Peter Gubser, zuständig für das Ressort Bau. Das lege das Baurecht nahe.Unzulässig sei es ohnehin, Bauten – und als solche gelte die Pergola – einfach ohne Gesuch hinzustellen: «Eine solche Wildheuerei können wir nicht akzeptieren.»

Derzeit liegt das nachgereichte Baugesuch öffentlich auf. Der Stadtrat werde es erst nach den Sommerferien behandeln. Einem Stadtratsentscheid könne er daher nicht vorgreifen, sagt Gubser. Klar sei: Ein solches Vorgehen dürfe nicht Schule machen. Ebenso klar sei: Falls das Gesuch abgelehnt wird, müsste der Ersteller die Anlagen zurückbauen.

Capuano droht Ungemach. Seine Anwälte halten im Baugesuch fest, dass sich die gewählte Konstruktion «harmonisch in die bestehende Umgebung eingliedert». Unter den Kastanienbäumen sei die Anlage «kaum sichtbar»; auch falle sie durch die Farbgestaltung kaum auf. Im Bedarfsfall wirken Blachenwände als Schutz. Wenn man hier sitze, sei dies mit einem Aufenthalt im Freien zu vergleichen.

Dass man jetzt ein Drama um den Sonnen- und Wetterschutz mache, kann Gionatan Capuano nicht nachvollziehen. Erwarten würde er vielmehr, dass man gastronomischen und hier speziell auch touristischen Betrieben Sorge trage und sie unterstütze. Dreimal habe er der Stadt schon Anliegen unterbreitet, aber keine Antwort bekommen. Allerdings nicht im aktuellen Fall. Erfahrungen lehrten ihn: Man müsse die Sache selber in die Hand nehmen, «sonst funktioniert nichts».

Das Gesuch umfasst auch eine Gartenbar, da Diskussionen liefen, sie zu entfernen. «Vor zehn Jahren ist sie bewilligt worden – für fünf Jahre», sagt Gubser.

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