ARBON: Einladender Ankunftsort

Mit dem grossen Wurf einer Neugestaltung des Hafendamms wird es zwar nichts. Stattdessen soll nun ein Gastro-Pavillon zu einem neuen Verweilort werden.

Max Eichenberger
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Die Visualisierung zeigt den geplanten Standort des Gastronomie-Pavillons im äusseren Bereich des Hafendamms. (Bild: Max Eichenberger)

Die Visualisierung zeigt den geplanten Standort des Gastronomie-Pavillons im äusseren Bereich des Hafendamms. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger

@thurgauerzeitung.ch

Den Ankömmling, der mit dem Schiff in Arbon einfährt, begrüsst die Altstadt-Skyline mit Martinskirche und Schloss sowie die Seeuferpromenade. Bei der Anlegestelle selber gibt der Hafendamm mit den Parkplätzen und dem eher zufälligen Erscheinungsbild keine berauschende Visitenkarte ab. Auch die neue Einsatzzentrale der SLRG-Seerettungsdienstes empfinden viele nicht gerade als die Augenweide. Manchen erscheint es als kantiges UFO.

Schon lange Ziel: Den Hafendamm aufpeppen

Vor nicht allzu langer Zeit hatte es sogar noch Kieshaufen auf dem Hafendamm. Fast ein Jahrhundert lang wurde dort Kies umgeschlagen. Die Pacht mit dem Betreiber war Ende 2010 ausgelaufen. Der Unternehmer fand einen neuen Platz in der Nachbargemeinde Steinach. Für die Stadt war der Weg frei für eine schon seit längeren angestrebte Neunutzung. Die Betonumfriedungen wurden abgebrochen, das Gelände plangemacht.

Der «privilegierten Erholungslage» entsprechend wollte der damalige Stadtammann Martin Klöti den Hafendamm «gestalterisch aufpeppen», nachdem inzwischen der erweiterte Schlosshafen in Betrieb gegangen war. Ideen für eine Aufwertung waren zuvor schon einige ins Spiel gebracht worden, unter anderem von der Zukunftswerkstatt, die bereits eine gastronomische ­Nutzung angedacht hatte.

Der Zonenplan bietet jedoch geringen Spielraum. Schon als das ­Hafengebäude aufgestockt worden war, gab es Widerstände zu überwinden, auch seitens des Kantons. Bei der Erstellung der SLRG-Einsatzzentrale, die dann doch betrieblich als standortgebunden taxiert worden war, zuletzt ebenso. Das nicht einhellig beklatschte ästhetische Resultat mag nicht eben die Ausstellung weiterer Freipässe begünstigen.

Mit den Parkplätzen auf­räumen konnte Klöti nicht, wie er und der Stadtrat das ursprünglich angestrebt hatten. Die Parkplätze sollten eigentlich vom Hafendamm und vom Quai weggenommen und in einem dreistöckigen Parkhaus beim Engelplatz konzentriert worden. Dazu war sogar ein Projektwettbewerb ausgeschrieben worden. Das Vorhaben versandete sang- und klanglos. Provisorisch gibt es im äusseren Bereich des Hafendamms nun immerhin eine Wiese, die als Festplatz -Bundesfeier, Hafenfest genutzt werden kann. Pragmatisch soll der Hafendamm an Attraktivität gewinnen. So plant die Milu Gastro GmbH mit Sitz in ­Arbon im äusseren Bereich die Erstellung eines Gastronomie-Pavillons. Mit Kosten von einer halben Million Franken.

Ein Pavillon mit Schiebeglasfronten

Das Baugesuch liegt ab heute im Arboner Stadthaus öffentlich auf. Beim Pavillon handelt es sich um eine Leichtbau-Konstruktion mit Glasfassade aus Schiebefronten. Nordostseitig wird der Flachdachbau teilweise naturfarben verputzt. Im Innern bietet der Pavillon bei einem Volumen von 920 Kubikmeter sechzig bis achtzig Plätze, im Bereich der Gartenwirtschaft gemäss Planunterlagen weitere dreissig bis fünfzig Plätze.

Die Stadt Arbon als Grundeigentümerin stellt das Land zur Verfügung. Ausgehandelt worden ist zwischen der Stadt und der Bauherrschaft ein Personaldienstbarkeitsvertrag über Baurecht – vorbehältlich der Bewil­ligung des Projekts. Die Milu Gastro GmbH beansprucht 325 Quadratmeter. Die Nutzung wird laut Arbons Stadtpräsident Andreas Balg abgegolten über einen jährlichen Baurechtszins von 18 000 Franken. Der Hafendamm liegt in der Zone für öffentliche Anlagen.

Seitdem der Kiesumschlagplatz aufgehoben wurde, sei es stets das Ziel gewesen, «den ­Hafendamm attraktiver zu bespielen», erinnert Balg. Für eine gastronomische Nutzung hätten sich zwischenzeitlich dann drei Interessenten gemeldet. Aus diesem Kreis habe der Stadtrat einen Favoriten erkoren, dessen Konzept er durch den Kanton habe vorprüfen lassen. Diese Beurteilung sei positiv ausgefallen.