ARBON: Ein Ort für die Archäologen

Bei der Sanierung der Schlossmauer ist man auf Reste des Untertorturms und des römischen Kastells gestossen. Mit den Archäologen wird ein Konzept erarbeitet.

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Das «Känzeli» und Teile des Untertor-Türmli; hinter der Schlossmauer sind Reste des römischen Kastells freigelegt worden. (Bild: Max Eichenberger)

Das «Känzeli» und Teile des Untertor-Türmli; hinter der Schlossmauer sind Reste des römischen Kastells freigelegt worden. (Bild: Max Eichenberger)

Um die instabile Schlossmauer zu sichern und Steinausbrüche künftig zu verhindern, wird das hinterfüllte Material teilweise abgetragen und das Terrain einen Meter abgesenkt. Damit wird Druck von der Mauer genommen und so entlastet. Bei diesen Ar­beiten sind Arbeiter auf weitere Teile des ehemaligen römischen Kastells gestossen. Diese sind nun freigelegt worden. Der Verlauf der Kastellmauer ist von früheren archäologischen Untersuchungen zwar bekannt, das betrifft aber nicht den Zustand.

Mächtige Ausmasse der römischen Wehranlage

Die ehemalige römische Wehranlage hat mächtige Ausmasse. Sie erstreckt sich vom Bereich der Schlossterrasse beim Marktplatz bis zum Gallusweg unterhalb der Martinskirche, wo Teile eines Eckturmes freigelegt und sichtbar sind. Im Eck der Schlossturmterrasse, beim «Känzeli», stiess man zudem auf Teile des alten Untertortürmlis; das Untertor markierte den Eingang zur Altstadt von Südosten. Beim «Känzeli»musste ein Baum gefällt werden, dessen Wurzelwerk die Mauer beschädigt hatte.

Was mit den freigelegten Mauer- und Turmteilen passiert, ist noch offen. Es gebe Ideen, sagt Architekt Kurt Sonderegger. Ein Konzept sei mit dem Amt für Archäologie in Arbeit, aber noch nicht spruchreif. Erst nach den Sommerferien dürfte man dazu Näheres erfahren. (me)