ARBON: Ein Original wird höchster Arboner

Auf Heinz Gygax folgt der Gewerkschafter Jacob Auer ins Präsidium des Stadtparlamentes. In der Volksvertretung kommt es gleich zu mehreren Rochaden. Der Konzessionsvertrag mit der Hotel Seegarten AG ist vorläufig geplatzt.

Max Eichenberger
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Heinz Gygax (SVP) tritt das Parlaments-Präsidium an Jacob Auer ab. Fraktionskollegin Ruth Erat gratuliert ihm dazu mit einem Blumenstrauss. (Bild: Max Eichenberger)

Heinz Gygax (SVP) tritt das Parlaments-Präsidium an Jacob Auer ab. Fraktionskollegin Ruth Erat gratuliert ihm dazu mit einem Blumenstrauss. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. «Wie im Flug» sei sein Präsidialjahr vorbeigegangen, verabschiedete sich Heinz Gygax von seinem Stuhl als «höchster Arboner auf Zeit». Und es war eine Premiere: Das erste Mal tagte das Parlament nämlich bei seiner konstituierenden Sitzung am Dienstag im Saal des katholischen Pfarreizentrums. Der Seeparksaal musste für die Generalversammlung der Hügli hergerichtet werden.

Diplomatisches Geschick

Mit diplomatischem Geschick hat Gygax seines Amtes gewaltet: «Ich war bestrebt, die Sitzungen zügig abzuhalten, anderseits auch geduldig zu bleiben, wenn Voten langatmig waren oder Abstimmungen wiederholt werden mussten». Auch sei es für ihn nicht immer einfach gewesen, «im richtigen Moment aufzustehen». Sein Präsidialjahr stand im Zeichen des angespannten städtischen Finanzhaushalts. Der abtretende Präsident würdigte das Interesse der Bevölkerung am politischen Geschehen: «So wissen wir, was sie beschäftigt.»

Ein politisches Urgestein

Mit Jacob Auer folge nun «ein Arboner Original», hatte ihn Lukas Graf zur Wahl empfohlen. Der Gewerkschafter und Unia-Präsident ist ein politisches Urgestein. Der SP-Kantonsrat gehörte schon dem Arboner Stadtrat und dem früheren Gemeinderat an. Seit 2011 sitzt er im Stadtparlament. Mit seiner ausgeprägt sozialen Ader engagiert sich Auer zudem in Vereinen, für das Gemeinschaftsleben und für Junge. Egal welche Parteifarbe die Volksvertreter trügen: Jedes Mitglied sei wichtig, um motiviert für die Sache einzustehen und den Aufschwung, den sich Auer wünscht, mitzutragen. Das bedeute auch, Risiken einzugehen. «Eine Leiter erklimmt man nicht, wenn man die Hände in die Hosentaschen steckt.» Mit allen Stimmen bei eigener Enthaltung wurde Auer gewählt. Luzi Schmid (CVP) wird, trotz einer Proteststimme, neuer Vizepräsident. Die CVP stellt turnusgemäss in einem Jahr den Präsidenten. Neu ins Büro wählte das Parlament Felix Heller (SP).