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ARBON: Ein Haufen Papier und Pläne

Als «gut geschnürtes Gesamtpaket» bezeichnet Stadtpräsident Andreas Balg die revidierte Ortsplanung. Die Tendenz zu dichtem und hohem Bauen schürt aber auch Vorbehalte. Bis Ende Jahr können die Bürger mitreden.
Max Eichenberger
Infoabend zur Ortsplanung: Das Interesse war mässig, die Materie technisch. (Bild: Max Eichenberger)

Infoabend zur Ortsplanung: Das Interesse war mässig, die Materie technisch. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Die Arboner Ortsplanung hat ­Patina angesetzt. Aktualisieren wollte man sie schon vor fünf ­Jahren. Weil der Kanton sein neues Bau- und Planungsgesetz in ­Arbeit hatte, sistierte der Stadtrat das aufwendige Revisionsprojekt. Sie sollte auf die neuen kantonalen Rechtsgrundlagen – in Kraft seit 2015 – abgestützt werden. So begegnete der Stadtrat dem Risiko, die Planung allenfalls doppelt machen zu müssen.

Das Projekt nahm er später wieder auf. Einzig der angepasste Schutzplan wurde ohne Unterbruch weiterbearbeitet. Weil viele Eigentümer direkt betroffen sind, entpuppt sich das noch nicht abgeschlossene Verfahren als zeitaufwendig.

Leitplanken für die städtische Entwicklung

Die Instrumente der revidierten Ortsplanung sind inzwischen erarbeitet. Das Resultat: ein Haufen Papier, Einzelblätter und Pläne. Sie setzen die Leitplanken der Entwicklung von Arbon. Dazu schafft die Kantonsstrasse der Bahn entlang neue Strukturen.

Dem hat man Rechnung getragen. Und setzt die Entwicklungsschwerpunkte entlang der Hauptverkehrsachsen sowie in der «neuen Stadtmitte». Ein Merkmal der Stadt sei die «negative Pendlerbilanz», sagt Stadtplaner Thomas Wiegand: Mehr Arboner arbeiten auswärts, als Auswärtige hier den Arbeitsort haben.

Der Zonenplan, der laut dem externen Fach-Ortsplaner Hanspeter Woodtli entschlackt worden ist, und das Baureglement sind die wichtigsten mit den unmittelbarsten Vorgaben und Vorschriften: Sie sind eigentümerverbindlich. In grosser Flughöhe, wie Wiegand schilderte, hat man zunächst in Workshops und grösserem Kreis ein räumliches Entwicklungsleitbild entworfen. Detaillierter gefasst wurden diese Zielvorstellungen dann im Richtplankonzept, bevor sie wiederum verfeinert behördenverbindlich in die einzelnen Teilrichtpläne (u. a. Verkehr, Siedlung) gepackt worden sind. Das öffentliche Mitwirkungsverfahren ist inzwischen angelaufen. Die Pläne sind im Stadthaus einzusehen.

Hohe Häuser machen «dicken Hals»

Ein vom Stadtrat beschlossenes Konzept, das auf einer Studie für höhere Häuser (17 bis 30 Meter) und Hochhäuser (ab 30 Meter) beruht, dient gemäss Wiegand der Beurteilung von Gestaltungsplänen. Neben dem Saurer-Hochhaus und auf der Metropol-Parzelle wären demnach in zwei ausgewiesenen neuen Hochhauszonen Bauten höher als dreissig Meter möglich.

Das weckte am Informationsabend am meisten Emotionen. Bernard Miserez macht es «einen dicken Hals», wenn die Stadt mit einer neuen Zone beim Metropol de facto ein bestehendes Projekt (HRS, Riva) sanktioniert. Stadtpräsident Andreas Balg zufolge ist die Studie in der Vernehmlassung – und verknüpft mit dem Baureglement. Der Gestaltungsplan unterstehe dem fakultativen Referendum. Zum Zonenplan und Baureglement habe das Volk ohnehin das letzte Wort.

Weil die Spange Süd in die fernere Zukunft «verschoben» worden ist, mache eine Einzonung des Niederfelds kurzfristig keinen Sinn. Daher wird es konsequenterweise als Richtplangebiet aufgehoben. Die vielen Vorgartenzonen werden zurückgestutzt, die Quartiere und deren Schutz werden künftig stärker betont. Im Buchhorn werden die verschiedenen Nutzungen (Camping, Strandbad, Tennis) neu in einer einzigen (Tourismus- und Freizeit-) Zone zusammengefasst.

Verdichtung finden nicht alle gut

Alt Stadträtin Veronika Merz vermisst im Richtplan, welche Absichten der Stadtrat verfolgt zwischen Bahnlinie und Seepark: dort, wo möglicherweise das von V-Zug genutzte Fabrikareal bald einmal zur Disposition stehen könnte. Nicht nur aus Frasnacht kommen kritische Stimmen, die Planung (Brunnenwiese) werde vor allem «für Investoren gemacht». Erica Willi fürchtet, dass Arbon auf Kosten der Wohnlichkeit und der Grünräume «dichter, verbauter, grauer» wird. Anderen fehlt die planerische Förderung des Gewerbes. Im Zentrum zu verdichten sei eine Vorgabe des Kantons, betont Balg.

Das Mitwirkungsverfahren läuft bis Ende Dezember. Im Stadthaus sind die Planungsinstrumente ausgestellt (sie sind auch online). Mitarbeiter stehen für Auskünfte bereit. Einwendungen sind schriftlich zu machen. Nach der Überarbeitung ist im Frühling die öffentliche Auflage geplant. Daran schliesst sich eine zweite Überarbeitung an. Nach der Behandlung im Parlament (bis März 2019) ist die Volksabstimmung am 10. Juni 2019 geplant.

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