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ARBON: Ein Albtraum kommt selten allein

Beim Sporthallen-Debakel zog das Ingenieurbüro einen Schuh heraus. Nun der durchhängende Boden im Schulhaus. Dabei hat es sich vom Projektleiter 2014 bereits getrennt. Die Geschäftsleitung steht hin und bedauert.
Max Eichenberger
Mittlerweile sichern drei Stützbalken die Decke über dem Mehrzwecksaal im Ergänzungsbau des Sek-Zentrums Reben 25. (Bild: Max Eichenberger)

Mittlerweile sichern drei Stützbalken die Decke über dem Mehrzwecksaal im Ergänzungsbau des Sek-Zentrums Reben 25. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger

@thurgauerzeitung.ch

Der Schritt ist ihm alles andere als leicht gefallen. Doch Reinold Biefer macht von sich aus den Schritt an die Öffentlichkeit. Der Co-Inhaber (zusammen mit Rinaldo Deganello und Martin Honold) und Verwaltungsratspräsident des Ingenieurbüros Näf & Partner AG steht hin – und für sein Unternehmen gerade. Dieses zeichnete für die Statik des Ergänzungsbaus Schulzentrum Reben 25 der Sekundarschulgemeinde Arbon verantwortlich.

Dort ist bei der Decke über dem Mehrzweckraum eine «erhöhte Durchbiegung» festgestellt worden. Zunächst machte der Abwart die Meldung, es habe sich eine Türe verzogen. Das war kurz vor Weihnachten. Nachgegangen ist man der Sache konkreter nach Neujahr. Eingeschaltet hat sich unterdessen der im Mandat tätige Bauverwalter der Schulgemeinde; auch das Ingenieurbüro war informiert.

«Wir bedauern das Ganze sehr»

Es stellte sich bei einer ersten Überprüfung heraus, dass sich die Decke, die eine Spannweite von gegen zwölf Meter aufweist, leicht durchbiegt. Eine erste Messung hat dies bestätigt; sie ergab einen Wert von 36 Millimeter. Die Durchbiegung sei zwar innerhalb der Norm-Toleranz (1/300 der Spannweite), gleichwohl «relativ hoch». In der Folge habe eine eigene Prüfung ergeben, dass «etwas nicht gut» sei. Nach Rücksprache mit der Versicherung und nach Absprache mit der Schulbehörde ist ein unabhängiger Sachverständiger bestimmt und mit der Untersuchung des Falls beauftragt worden.

Dieser hat vor einigen Wochen eine Erstbeurteilung vorgenommen und Stützmassnahmen angeordnet. Inzwischen wird zur Sicherung die Decke mit drei Balken gestützt; ursprünglich waren es zwei. «Wir sind froh, dass der bauliche Mangel entdeckt wurde und Sicherungsmassnahmen erfolgten», sagt Reinold Biefer.

Die Untersuchung durch den externen Gutachter werde zeigen, wer, wann und wo welche Fehler gemacht habe. «Unabhängig davon bedauern wir das Ganze sehr», betont Biefer. Sein Büro wolle mit grösstmöglicher Transparenz zur Aufklärung beitragen und kooperieren.

Berechnungen falsch auf Pläne übertragen?

Ohne der Untersuchung vorzugreifen, geht man beim Ingenieurbüro, nach dessen Erkenntnisstand, davon aus, «dass ein Übertragungsfehler von der Berechnung auf die Pläne erfolgt ist». Aber auch andere Schnittstellen könnten in den Fokus rücken. Solche Projekte würden jeweils in einem Team bearbeitet. Verantwortlich und Projektleiter war der N & F-Bereichsleiter Hochbau. Von ihm, mit besten Qualifikationen 2008 durch einen Headhunter angeworben, hatte sich Näf & Partner AG im Sommer 2014 getrennt und das Vertragsverhältnis aufgelöst. Dies im Zuge des Sporthalle-Debakels, das er als Projektleiter für die Statik mitverantwortet hatte.

Die Schadensregulierung mit dem Honorarverzicht und dem Versicherungsselbstbehalt habe das Büro, das in 35 Jahren 2000 Projekte erfolgreich abschloss, an den Rand der Existenz gebracht, sagt Reinold Biefer.

Umso ärgerlicher ist es nun, dass noch eine «Altlast» aus der Zeit (2011 wurde der Rohbau erstellt,) aufgetaucht ist. Denn zwischenzeitlich waren auch das Controlling verbessert und weitere personelle Massnahmen getroffen worden. Von sich aus habe man weitere im fraglichen Zeitfenster projektierte Objekte überprüft, ohne dabei auf einen weiteren «begrabenen Hund» zu stossen. Trotzdem überlegt man sich jetzt einen Namenswechsel.

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