ARBON: Eher schlechte Karten

Im ersten Vergleich hat das Schloss im Städtli als möglicher künftiger Standort für das kantonale Historische Museum schlecht abgeschnitten. Das sagt die Regierung auf einen Vorstoss von Arboner Kantonsräten.

Max Eichenberger
Merken
Drucken
Teilen
Das Schloss im Städtli an einem sonnigen Herbstmorgen. Stadtrat und Arboner Kantonsräte sähen hier gern das Historische Museum des Kantons untergebracht. (Bild: Herbert Haltmeier)

Das Schloss im Städtli an einem sonnigen Herbstmorgen. Stadtrat und Arboner Kantonsräte sähen hier gern das Historische Museum des Kantons untergebracht. (Bild: Herbert Haltmeier)

ARBON. Der Kanton sucht eine neue Bleibe für sein Historisches Museum, das derzeit noch im Schloss Frauenfeld untergebracht ist. Er hat dazu aber keine Eile. Die Standortlösung hat für den Regierungsrat nämlich «zweite Priorität». Vordringlicher sei die Sanierung des Kunstmuseums Ittingen – dies «aus raumklimatischen und energetischen Gründen».

Gleichzeitig will der Regierungsrat nochmals prüfen, ob eine Erweiterung des Kunstmuseums möglich ist.

In einer ersten Bewertung schlecht abgeschnitten

Das Historische Museum legt die Regierung derweil auf die lange Bank. Ein Standortwechsel könnte im übrigen auch erst dann ins Auge gefasst werden, «wenn eine überzeugende neue Standortlösung gefunden worden ist», hält der Regierungsrat auf eine Einfache Anfrage von Andrea Vonlanthen, Patrick Hug und Jacob Auer fest. Die Arboner Kantonsräte wollten mit ihrem «Bewerbungs-Vorstoss» das Schloss Arbon im Auswahlverfahren, das sich hinzieht, in eine gute Position bringen. Ende September hatte Stadtpräsident Andreas Balg nachgelegt und eine Machbarkeitsstudie zur Eignung des Schlosses Paul Roth, Generalsekretär im Departement Erziehung und Kultur, übergeben; zudem eine von HRS überarbeitete Studie für die ehemalige Webmaschinenhalle im Saurer WerkZwei – die später hinzu gekommene Arboner Option.

Die Regierung lässt nun recht ungetrübt durchblicken, dass Arbon mit dem Schloss offenbar keine guten Karten in der Hand hat. In einer ersten Evaluation 2013 – bei zwanzig geprüften möglichen Standorten – hat das Schloss bei der Bewertung nicht gut abgeschnitten. Im Vergleich zu anderen Objekten erfülle es den vorgegebenen Kriterienraster schlecht: «Das künftige Museum soll auch der neueren Geschichte des Kantons Thurgau, also der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts, mehr Raum geben.» Das setze grössere Ausstellungsflächen und Räume voraus.

Neu eingereichte Unterlagen würden geprüft

Die neuen Unterlagen, welche die Stadt Arbon eingereicht habe, würden im weiteren Projektverlauf geprüft. Vorgängig aber erarbeiten die kantonalen Museen eine gemeinsame Strategie. Erst wenn diese Grundlagen vorliegen, werde die Regierung die nächste Runde einläuten.

Das Rennen ist insofern wieder offen, als das Kornhaus am Romanshorner Hafen aus den Traktanden gefallen ist – wohl vor allem aus finanziellen Gründen. Das Kornhaus hatte in der ersten Runde am besten abgeschnitten.