ARBON: Die Vereine lassen Heimat spüren

Weder Wilhelm Tell noch andere Mythen aus grauer eidgenössischer Vorzeit hat Stadtrat Peter Gubser an der Arboner Bundesfeier am 1.-August-Abend auf dem Hafendamm bemüht: Er lobte das Wirken der vielen Vereine für eine funktionierende Gemeinschaft.

Max Eichenberger
Drucken
Teilen
Vereine als Kitt für die Gemeinschaft: SP-Stadtrat Peter Gubser als Festredner auf dem Hafendamm. (Bild: Max Eichenberger)

Vereine als Kitt für die Gemeinschaft: SP-Stadtrat Peter Gubser als Festredner auf dem Hafendamm. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Die Tische sind gut besetzt. Feriengäste haben sich ebenso unter das Publikum gemischt wie Menschen aus anderen Kulturen – sie vielleicht eher etwas an der Peripherie. Im Hafenbecken spiegeln sich die letzten Sonnenstrahlen, ehe die Sonne dann abrupt hinter den Parkbäumen abtaucht.

Gubser bricht Lanze für Vereine

Als Ferien-Rückkehrer taucht ein anderer an seiner Wirkungsstätte wieder auf: Stadtpräsident Andreas Balg. Er betont, wie wichtig die Integration sei für ein friedliches gemeinschaftliches Miteinander. Und er begrüsst an diesem lauen Abend speziell auch eine Delegation der ungarischen Blaskapelle aus Barcs mit Majoretten in Kostümen der ungarischen Landesfarben.

Die grosse Schweizer Fahne am Säntis kann man nicht sehen, der Hausberg ist wolkenumhüllt. Dafür prangt eine kleinere am Rednerpult, das Stadtrat Peter Gubser betritt – wie gewohnt ohne ein Manuskript. Er bemüht weder alte Eidgenossen noch Geschichtsbücher: Er bricht eine Lanze für die Vereine, die am Ort heimatstiftend sind. Gubser bekennt sich selber als Vereinsmeier. In 15 oder 18 Vereinen sei er Mitglied. Die Vereine mit unterschiedlichsten Zwecken hätten eines gemeinsam: Sie leisteten einen Beitrag von unschätzbarem Wert für eine funktionierende Gemeinschaft – und auch für die Integration. In Sportvereinen wie dem Fussball- oder dem Handballclub würden auch Jugendliche gefördert, die durch gemeinsames Erleben von Sieg und Niederlage gestärkt würden. Andere Vereine wie die SLRG stellten sich selbstlos in den Dienst der Seerettung, andere Vereine wiederum nähmen sich der Kranken und Schwachen an.

«Sie verdienen unseren Dank»

«Die Vereine – 155 habe ich in der Stadt Arbon gezählt – und ihre Mitglieder verdienen unseren grossen Dank für das, was sie leisten», sagt Gubser. «Denn sie sorgen auch dafür, dass wir hier Heimat empfinden dürfen.» Beifall brandet postwendend auf. Gubser wünschte sich, dass die Stadtkasse «e chli voller» wäre, um den Vereinen etwas mehr finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Die Stadtmusik Arbon unter Leitung von Thomas Gmünder mit den Special Guests aus Ungarn intonieren dann den Schweizerpsalm und das Thurgauerlied.