ARBON: Die Quittung und eine Erwartung

Statt 15 kostet die Sporthalle 20 Millionen Franken; statt im Sommer 2012 wurde sie erst Anfang 2016 fertig. Grund waren gleich vier Bauhavarien. Jetzt liegt die Abrechnung vor. Und die Sek erwartet Solidarität.

Max Eichenberger
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Langer Leidensweg: Die Sporthalle Arbon ist mit dreieinhalb Jahren Verzögerung im Januar eingeweiht worden. (Bild: Max Eichenberger)

Langer Leidensweg: Die Sporthalle Arbon ist mit dreieinhalb Jahren Verzögerung im Januar eingeweiht worden. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Knapp sechs Jahre nach dem Spatenstich und zehn Monate nach der Eröffnung liegt die Bauabrechnung nun vor – provisorisch. Danach belaufen sich die Baukosten auf 20,116 Millionen Franken. Diese liegen rund fünf Millionen über dem Baukredit. Weil während der Bauphase mehrere grosse Schäden aufgetreten sind, die saniert werden mussten, hat sich nicht nur die Fertigstellung verzögert, sondern auch der Bau massiv verteuert.

Die Schadenfälle unberücksichtigt, läge man «nicht so weit weg vom bewilligten Gesamtkredit», sagt Robert Schwarzer, Präsident der Sekundarschulgemeinde (SSG) Arbon. Die Mehr- und Zusatzkosten belaufen sich auf 457 000 Franken; der Hauptteil entfällt auf eine Hebebühne, die zusätzlich angeschafft werden musste, und eine Drainage.

Die SSG trat als Bauherrin des Projekts auf, bei dem die Stadt Arbon und der Kanton finanzielle Mitträger sind und entsprechende Kostenanteile übernommen haben – über eigene Kreditvorlagen. Denn so können die Vereine der Stadt die Halle mitnutzen und die Schüler des Bildungszentrums Arbon, das vom Kanton betrieben wird, darin turnen.

Wie Schwarzer darlegt, bleiben der Sekundarschule als Bauherrschaft gemäss heutigem Abrechnungsstand 2,26 Millionen Franken an Kosten aus den vier Schadenfällen hängen. Zwei davon, die nicht so happig einschenkten, seien noch nicht bereinigt. Darum könnte sich dieser Betrag noch reduzieren.

Ideal wäre, dass die Partner einen Drittel übernehmen

Der eine Fall (286 000 Franken) betrifft die ausfahrbare Tribüne; die gelieferte erwies sich für den Hallenboden zu schwer und entsprach nicht der geforderten Norm. Weil ein Vergleich nicht zustande gekommen ist, wird nun das Bezirksgericht Arbon den Fall beurteilen müssen.

Die Verstärkung der Betondecke über dem Untergeschoss, die eine zu geringe Tragfähigkeit aufgewiesen hatte, hatte Kosten von 395 000 Franken zur Folge.

Abgeschlossen sind die beiden ersten, grossen Schadenfälle. Weil sich die ungenügend verankerte Bodenplatte durchgewölbt hatte, musste sie herausgebrochen werden und war eine Sanierung mit Kosten von 1,32 Millionen Franken nötig. Da die Ursache relativ klar dem Ingenieur habe zugeordnet werden können, sei die Schadenabwicklung einfach gewesen. Die Versicherungen zahlten gut 1,1 Millionen, an der SSG blieben 194 670 Franken hängen.

Umso komplizierter erwies sich, bei mehreren Beteiligten, die Klärung der «Schuldfrage» für den Wassereintritt, der auf eine mangelhafte Grundwasserabdichtung zurückzuführen war. Weil für die Schulbehörde das Prozessrisiko zu hoch war, lenkte sie in einen Vergleich ein. Von der Schadenssumme von gut 2,4 Millionen gehen knapp 1,4 Millionen zu Lasten der SSG.

Laut Robert Schwarzer würden Gespräche mit der Stadt und dem Kanton aufgenommen: «Wir erwarten schon, dass von den gleichberechtigten und in der Baukommission entsprechend vertretenen Projektpartnern noch etwas kommt – ideal wäre je ein Drittel, damit das Ganze solidarisch und kooperativ zu Ende geführt werden kann.»