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ARBON: Die Arbon-Classics-Macher

Angefangen hat alles wie so oft, wenn Geschichten ihren Lauf nehmen: durch Zufall. Mehrere waren bei Arbon Classics im Spiel, erinnert sich OK-Präsident Roland Widmer. Am ersten Mai-Wochenende wird der Event über 10000 Besucher an den Quai locken.
Max Eichenberger
Roland Widmer (rechts), der Lenker von Arbon Classics. Mit dabei: René Juchli, Präsident der Freunde alter Motorräder. (Bild: Max Eichenberger)

Roland Widmer (rechts), der Lenker von Arbon Classics. Mit dabei: René Juchli, Präsident der Freunde alter Motorräder. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgaurzeitung.ch

Das Oldtimertreffen hat sich zu einem Grossanlass entwickelt. «Ich sass mit Ruedi Baer zusammen, dem Präsidenten des Oldtimerclubs Saurer. Im Gespräch kamen wir auf den restaurierten Raddampfer Hohentwiel, der sich draussen durch den See pflügte. Und stellten fest: Die Hohentwiel hat ja noch gar nie Arbon angefahren. Das soll sich ändern, fanden wir», erzählt Roland Widmer über die Anfänge. Und bald schon legte der Stolz der Dampfschiffer am Hafendamm an. Im Rahmen einer sogenannten Zuverlässigkeitsfahrt, die Widmer, Baer und Mitstreiter organisiert haben. Nach britischem Vorbild, wo jeweils im vorletzten Jahrhundert Bahn und Auto sich darin massen, mit grösserer Geschwindigkeit und weniger Pannen das Ziel zu erreichen. Klar war der Konterpart der Hohentwiel und die Strecke: ein Saurer-Oldtimer-Lastwagen zwischen Arbon und Rorschach.

«Ich komme nächstes Jahr mit einer Dampflok»

Das war 2005. An Bord der Hohentwiel: Wilhelm Pöller, Fahrgast aus Ulm. «Ich komme nächstes Jahr mit meiner Dampflokomotive.» Widmer glaubte an einen Scherz. Doch die Personifizierung der Ulmer Eisenbahnfreunde meinte es ernst. «Er bomabrdierte mich mit Post, schickte mir Berichte und Fotos, kündigte seinen Besuch am 1. Mai 2006 an und bat, ihm einen Schienenkorridor freizuhalten.» Die überrumpelten Arboner, allesamt Nicht-Bähnler, gewannen der Sache durchaus Positives ab: Warum nicht neben der Strasse und dem Wasser mit der Schiene einen weiteren Verkehrsträger in die Veranstaltung einbinden? Und warum sie nicht öffnen zu einem grossen «spartenübergreifenden Oldtimertreffen»?

Über den Verein Eurovapor, der alte Lokomotiven und Wagen restaurauriert und sie auf der Schiene betreibt, erschlossen sie sich indirekt über die TR Trans Rail die Netzberechtigung. Die TR ebnete Wilhelm Pöller und seiner Komposition den Weg von Ulm nach Arbon. «Das ist natürlich eine ganz andere Geschichte als auf der Strasse», erinnert sich Widmer. «Das muss generalstabsmässig vorbereitet werden.» Pöller sei dann gleich mit 150 Personen aus Baden-Württemberg mit dem Dampfzug angereist.

«Bei der Premiere sind wir regelrecht überrollt worden»

Es waren neben Widmer und Baer Leute wie der Seebär George Smits, die Töff-Fans Rico Berchtold und René Juchli, die den einst beschaulichen Anlass zu einem Gross-Event machten. So nicht einmal beabsichtigt. «Weil die Stadt Arbon über weite Seeuferanlagen verfügt, wollten wir dieses Gelände zur Verfügung stellen für Oldtimervehikel: historische Fahrzeuge, die älter sind als dreissig Jahre, so die Definition in der Ausschreibung, die wir ins Netz gestellt hatten. Sonst machten wir nicht gross Werbung.»

Und dann, an jenem Sonnentag im Mai 2006, sind die Organisatoren der ersten Arbon Classics dann völlig überrollt worden. Aus allen Ecken des Landes kamen die Oldies auf zwei und vier Rädern dahergerattert. 250 Fahrzeuge (diesmal werden gegen 600 erwartet). «Wir waren platt.»

Die Strukturen sind inzwischen verbessert, das Gebiet bei der Einweisung ist in Sektoren unterteilt worden. Das Konzept, das man damals umgesetzt hat, indem die verschiedenen Oldtimersparten zusammengeführt worden sind, hat eingeschlagen und sich bis heute bewährt. «Früher gab es eigentlich nur reine Auto-Treffen. Die Besucher der Arbon Classics interessieren sich aber nicht nur für ihre eigene Szene. Sie lassen sich auch von Oldtimerschiffen und älterem Schnienenrollmaterial begeistern», sagt Roland Widmer.

Wiege zahlreicher technischer Innovationen

Arbon und die Region am See seien prädestiniert für einen solchen Anlass. Bahnbrechende verkehrstechnische Entwicklungen hätten hier stattgefunden. Saurer war eine Weltfirma nicht nur im Lastwagenbau. Neben Bussen und Militärfahrzeugen wurden in den Fabriken auch Personenwagen, Schiffs- und Flugmotoren gebaut. Die Geschichte lebt im Saurer-Museum fort. An der Rebhaldenstrasse stand die erste Velofabrik der Schweiz. Romanshorn (Museen: Locorama und Autobau) war einst einer der grössten Bahnverkehrsknoten mit dem Trajektverkehr über den See; Altenrhein das Mekka des Flugzeugbaus und heute Produktionsstandort des Stadler-Waggonbaus.

So lag es auf der Hand, dass auch die Luftfahrt – seit 2010 – Teil des Arbon-Classics-Programms ist. «Eingefädelt», so Widmer, «haben wir das über Jo Messmer, einen Ur-Arboner, der die letzte MD10 der Swissair geflogen hat, bevor sie ausgemustert worden war. Er vermittelte die JU (Junker) 57 vom Flugplatz Dübendorf. Das Fliegermuseum Altenrhein wartet auch an diesem ersten Mai-Wochenende mit Flugshows auf. Zudem ist es gelungen, die begehrte Kunstflugstaffel Patrouille Suisse und das Super-Puma-Display-Team zu engagieren. Zum Fliegermuseum Altenrhein pendeln Saurer-Bus-Oldtimer. Eine Komposition der alten Gotthardlok C 5/5 bewerkstelligt den Pendlerverkehr von Arbon zum Locorama und in den Autobau nach Romanshorn.

www.arbon-classics.ch

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