ARBON: Der Weg in die Flasche

Bei Eiseskälte ist in Stachen der Baustart für das Mosterei- und Brennereimuseum, das einzige dieser Art in der Schweiz, erfolgt. Symbolisch mit einer «Grund-Fass-Legung».

Max Eichenberger
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Stossen auf ihr Projekt Museum und Besucherzentrum an: Markus und Ernst Möhl, die vierte Generation des Familienunternehmens, sowie die fünfte Generation mit Christoph, Sohn von Ernst Möhl, sowie Georges und Lukas, den Sprösslingen von Markus Möhl. (Bild: Max Eichenberger)

Stossen auf ihr Projekt Museum und Besucherzentrum an: Markus und Ernst Möhl, die vierte Generation des Familienunternehmens, sowie die fünfte Generation mit Christoph, Sohn von Ernst Möhl, sowie Georges und Lukas, den Sprösslingen von Markus Möhl. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thugauerzeitungch

Realisiert wird das Museum durch das Familienunternehmen Möhl, das im Neubau in Stachen ein Besucherzentrum integriert. Die Baukosten beziffert Seniorchef Ernst Möhl auf sechs Millionen Franken. Eröffnung wird im Herbst 2018 sein.

Das Museum, dessen Architektur an eine Scheune modernen Zuschnitts erinnert und das sich optisch an die gestaffelte Silhouette des kürzlich erstellten Tankgebäudes im ursprünglichen Mosterei-Areal gegenüber anlehnt, kommt auf einem grossen Holzfasskeller zu stehen.

Dafür sind im letzten Quartal 2016 neben der ehemaligen Käserei gegen 9500 Kubikmeter Erdmaterial ausgehoben worden. Die Baugrube ist fünfeinhalb Meter tief und abgesenkt auf einer Pfahlfundation. Platz hat es darin für 38 Eichenholzfässer mit je über 21000 Litern Inhalt.

Verspätung als Folge der Thurella-Übernahme

Zu den jetzigen 27 Fässern kommen vorläufig acht neue, hergestellt in einer Innerschweizer Küferei, im neuen Holzfasskeller hinzu. In den traditionellen Gebinden aus Schweizer Eichenholz, geliefert von der Arboner Holzhandlung Banderet, lagert Möhl während dreier Monate eines seiner «Klassiker»-Produkte: den «Saft vom Fass».

Die Museumspläne waren bereits 2011 aufgegleist und ein Leihgabevertrag mit der Zürcher Fachhochschule Wädenswil abgeschlossen worden. Doch zwischenzeitlich hatte die Mosterei Möhl AG das Obstgeschäft der Egnacher Thurella übernommen. Dadurch verschoben sich die Prioritäten bei den Investitionen.

Ein Ausbau der Verarbeitungs- und insbesondere der Lagerkapazitäten mit zusätzlichen Tanks war vordringlich und band Ressourcen.

Das jetzt in Realisierung begriffene Museumsprojekt entsprang einem Architekturwettbewerb. Es trägt die Handschrift von Regula Harder und Jürg Spreyermann. Sie führen ihr renommiertes Büro in Zürich, haben aber einen engen Bezug zur Region. Beide sind hier (Arbon/Steinach) aufgewachsen.

Ernst Möhl zufolge soll im Herbst 2018 das Museum mit Besucherzentrum eröffnen. Bis dahin werden Exponate und verschiedene alte Maschinen von Wädenswil überführt. Die Mosterei Möhl wird in ihrem Zentrum multimedial und interaktiv aber auch die moderne Saftherstellung dokumentieren – und anschaulich machen, wie der Apfel in die Flasche kommt. Zudem wird es einen kleinen Produkte- und Souvenirladen geben.