ARBON: Der Mann der Zahlen tritt ab

Seit fünf Jahren führt er die Rechnungen der Primar- und der Sekundarschule Arbon in Personalunion. Im Sommer legt er in beiden Körperschaften dieses Amt ab. Beide Rechnungen haben besser abgeschlossen als budgetiert.

Max Eichenberger
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Gibt zum Ende des Schuljahres das Ressort Finanzen in den beiden Arboner Schulgemeinden (Primar- und Sekundarschule) ab: Urs Gähwiler. (Bild: Max Eichenberger)

Gibt zum Ende des Schuljahres das Ressort Finanzen in den beiden Arboner Schulgemeinden (Primar- und Sekundarschule) ab: Urs Gähwiler. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Organisatorisch und personell lief bei der Primarschulgemeinde (PSG) 2015 einiges. So ist die Schulzahnklinik privatisiert worden. Die Pensionierung von Schulverwalter Willi Kreis im Sommer ebnete den Weg für eine Reorganisation der Schulverwaltung. Diese wird nun von Susan Scherer geführt; von 310 auf 240 Stellenprozente ist der Personaletat gestrafft worden. Im Bergli wechselte die Schulleitung von Peter Hinderling zu Eveline Wälti. Und noch bevor das neue dritte Schulzentrum im Seegarten den Betrieb aufnimmt (diesen Sommer) hat sich Helena Reisch bereits wieder aus der Schulleitung verabschiedet. Im Seegarten seien inzwischen bis auf die Leitung der Tagesschule, des Sekretariates und des Kochs alle Stellen besetzt, sagt Schulpräsidentin Regina Hiller.

Financer in Personalunion geht

Die gewichtigste Veränderung steht jedoch in der Schulbehörde an: nach sieben Jahren Funktion wird Finanzressortchef Urs Gähwiler sein Amt zur Verfügung stellen. Als Delegierter der PSG in der Behörde der Sekundarschulgemeinde Arbon (SSG) wird Gähwiler auch in dieser Körperschaft folglich ausscheiden. Bei der Sek führt Gähwiler seit fünf Jahren ebenfalls die Finanzen. Sein Ressort in der SSG übernimmt Adrian Bitzi, Vertreter der Schulgemeinde Roggwil. Bei der Primarschulgemeinde steht Martin Thalmann als Nachfolger von Urs Gähwiler am 5. Juni zur Wahl. Das Ressort dürfte damit in freisinniger Hand bleiben. Deutlich besser als budgetiert schliesst die Rechnung 2015 der Primarschule ab.

Die Gunst des Jahres

Statt eines budgetierten Gewinns von 47 000 Franken resultierte ein Überschuss von 856 000 Franken. Für einmal liegt der Grund nicht bei den Steuern, deren Ertrag diesmal tiefer ausgefallen ist. «Vor allem auf der Aufwandseite sind die Zahlen deutlich besser», sagt Gähwiler. So seien die Auswirkungen der Besoldungsrevision zu pessimistisch budgetiert worden. Noch nicht voll ausgeschöpft worden sind die Mittel für das Förderkonzept. Mehr Geld an Direktzahlungen vom Kanton sind für die Ausbildung im Blick auf den Lehrplan 21 geflossen. Zudem bekam die PSG mehr Finanzausgleich vom Kanton. Und ihre alte Sporthalle konnte sie länger an Dritte vermieten. Auch musste sie 2015 weniger Steuern abschreiben als in früheren Jahren. Zwar sind 3,5 Millionen Franken Nettoinvestitionen weniger getätigt worden als geplant war (9,3) – aber nur, weil sie sich verschieben unter anderem deshalb, da sich der Beginn der Sanierung der alten Sporthalle verzögert hat.

Kein Grund zur Euphorie

Die Genugtuung über das Ergebnis ist da, aber sie kippt nicht in Euphorie, denn: auch der tiefere Aufwand sei nicht nachhaltig. «Die hohen Gewinne dürften nicht mehr eintreffen, der Finanzplan rechnet in den nächsten Jahren mit ausgeglichenen Ergebnissen», sagt Gähwiler.

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