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ARBON: «Der Fall ist gelaufen»

Die Streichung der einzigen Bushaltestelle in der Altstadt hat für Unmut gesorgt. Anwohner und Städtligeschäfte kritisierten den Stadtrat. Man habe nicht anders gekonnt, sagt der Stadtpräsident.
Tanja von Arx
Neue Haltestelle beim Hamel: Ab Dezember fahren die Busse vom Bahnhof direkt zum «Stahelplatz». (Bilder: Max Eichenberger)

Neue Haltestelle beim Hamel: Ab Dezember fahren die Busse vom Bahnhof direkt zum «Stahelplatz». (Bilder: Max Eichenberger)

ARBON. Der Arboner Stadtrat gibt zu: Er sei mit dem Entscheid des Kantons in keiner Weise einverstanden gewesen. Durch den Wegfall der Bushaltestelle «Schloss» im Zuge des Fahrplanwechsels auf diesen Dezember erziele man im Städtli zwar eine Verkehrsberuhigung. Die Altstadt sei jedoch nicht mehr an den öffentlichen Verkehr angebunden.

Wie Stadtpräsident Andreas Balg gestern an einer Pressekonferenz sagte, hätte man den Beschluss aber geschluckt. Denn der Kanton habe das letzte Wort. «Die Stadt kann in bezug auf den grenzüberschreitenden Verkehr nur Stellungnahmen, Vorschläge und Anträge einbringen.» Zudem seien die Verbindungen in Arbon nicht massgebend. St. Gallen, Amriswil und teils Romanshorn hätten Vorrang.

Gegen «Beweismaterial» kam man nicht an

Balg hatte die Streichung der Station «Schloss» zuerst im Verwaltungsrat der Autokurse Oberthurgau AG thematisiert, welche für das Liniennetz zuständig ist. Darauf seien Gespräche mit den kantonalen Stellen gefolgt. Er sei beim Regierungsrat und bei Werner Müller, Leiter der Abteilung öffentlicher Verkehr und Tourismus, vorstellig geworden. Gegen das «Beweismaterial» zu zahlreichen Konflikten sei man aber nicht angekommen.

Gemäss Studien steigen zu wenige Fahrgäste zu und aus. Lediglich 20 Personen zählt die Haltestelle am Tag. Ausserdem kommt es laut Balg wegen der Barriere beim Bahnhof 8mal täglich zu Verspätungen. Besonders problematisch sei, dass man nicht wisse, wie lang die Barriere unten bleibe. «Die Zeit variiert je nach Güter- oder Personenzug.» Chauffeure hätten ihre Passagiere schon zu Fuss gehen lassen, damit sie den Anschluss nicht verpassten. Die Situation würde sich mit dem neuen Fahrplan noch verschlechtern, weil die An- und Abfahrtszeit der Bahn ungünstig fallen würde.

«Kurzfristig ist der Fall gelaufen», sagt auch Jonas Schaufelberger, Projektingenieur bei der Vereinigung der Strassenverkehrsämter asa. Nach den Verhandlungen seit dem Frühjahr und dem abschliessenden Wort des Kantons im September hätte die Stadt auf den kommenden Fahrplan nicht mehr reagieren können. «Eine Änderung der Linienführung hätte auf dem üblichen Weg mit Konzessionierung und Ausschreibung zwei Jahre gedauert.»

Auch die Busstation «Novaseta» wird wegen Unsicherheiten im Fahrplan und wegen der Nähe zum «Bündnerhof» und zum neuen «Bushof» beim Hamel gestrichen. Künftig verkehren die Linien 200 und 941 nach St. Gallen und Amriswil über die neue Linienführung Kantonsstrasse NLK. An der Roggwilerstrasse geht eine Station in Betrieb, die der Schnellbus 201 bedient. Stadtentwickler Thomas Wiegand rechnet, dass dadurch 350 Arbeitsplätze und 50 Anwohner erschlossen werden. Optimiert würde ferner die Haltestelle «Seegarten», wo ein Fussgängerstreifen entsteht. Mittelfristig will man den «Wildpark» und «Stachen» zwecks kürzerer Wege verschieben.

«Wir werden nicht aufgeben»

Stadtpräsident Balg will den Bus durch die Altstadt indes noch nicht aufgeben. «Wir erwägen, nach dem Vorbild von Sion zwei bis drei Jahre Pilotkunden für den führerlosen Kleinbus zu werden.» Denkbar sei auch, die Linie 941 nach Amriswil eine Schlaufe fahren zu lassen.

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