ARBON: «Das könnte dann Jahre dauern»

122 zusätzliche Objekte werden dem Schutzplan hinzugefügt. Dem Kanton war die erste Liste zu knapp. Auch wenn der Plan genehmigt wird: Die Causa Metropol werden HRS oder Heimatschutz bis nach Lausanne ziehen.

Max Eichenberger
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Über den Schutz des Hotels Metropol am Bodensee werden möglicherweise die Bundesrichter am Genfersee befinden. (Bild: Max Eichenberger)

Über den Schutz des Hotels Metropol am Bodensee werden möglicherweise die Bundesrichter am Genfersee befinden. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Die HRS Estate AG will das 54 Jahre alte Hotel abbrechen und dort ihr Projekt «Riva» realisieren: zwei vierzig Meter hohe Zwillingsgebäude. Sollte die umstrittene Schutzwürdigkeit des leer stehenden Hotels bejaht werden, wolle HRS den Weg durch alle Instanzen notfalls bis vor Bundesgericht gehen. Fällt der Entscheid anders aus, würde der Thurgauer Heimatschutz genau dasselbe tun. Diese ihm zugetragenen Signale machte Stadtrat Peter Gubser gegenüber dem Parlament kund.

Neue Schutzobjekte über das Gestaltungsplanverfahren

Als die Stadt Arbon den vom Volk angenommenen Schutzplan dem Kanton zur Genehmigung vorgelegt hatte, habe dieser die Meinung vertreten, der Plan sei «zu wenig umfangreich», erinnerte Stadtrat Peter Gubser. Zudem lag ein Rekurs des Thurgauer Heimatschutzes auf dem Tisch.

Vereinbart wurde im Gespräch mit der zuständigen Regierungsrätin Carmen Haag, dass eine gesonderte Kommission über die Bücher gehen soll und zusätzliche Objekte noch einmal zu beurteilen habe. Laut Gubser, der diese Kommission präsidiert hatte, waren es 284 Objekte, die im Hinweisinventar der Denkmalpflege als wertvoll, besonders wertvoll oder bemerkenswert klassifiziert sind oder im Richtplan sich befinden.

«Wir haben dann eine Triage vorgenommen und von diesen 284 Objekten deren 122 ausgewählt und empfohlen, diese zusätzlich im Schutzplan aufzunehmen.» Man sei dann im Gespräch mit Regierungsrätin Haag und Ortsplaner Hanspeter Woodtli übereingekommen, diese 122 weiteren Objekte über das Gestaltungsplanverfahren hinzuzufügen, sagte Gubser. In den letzten Jahren habe sich gezeigt, erklärte Stadtrat Gubser gegenüber Fragesteller Dominik Diezi (CVP), dass dieses Verfahren vor allem bei Ergänzungen und Änderungen am effizientesten sei. Beim «Metropol» kommt dieses Verfahren zur Anwendung.

Gleichzeitig habe der Heimatschutz sein Einverständnis erklärt und Bereitschaft gezeigt, seinen Rekurs von 2014 zurückzuziehen.

«Metropol»: «Sehr schwierig abzuschätzen»

Eine entsprechende Vereinbarung zwischen der Stadt Arbon und dem Heimatschutz sei gegenseitig unterzeichnet worden. «Aus unserer Sicht könnte daher das Departement Bau und Umwelt (DBU) den Schutzplan eigentlich genehmigen.» Den 122 betroffenen Eigentümern seien inzwischen «in kurzer Zeit die schriftlichen Begründungen geliefert werden». Für einmal habe sich ein Fehler in der Verwaltung als glücklicher Umstand erwiesen, so dass die Auflage – nicht wie zunächst falsch angekündigt – erst in der Zeit zwischen 9. und 28. Juni stattfindet. So sei die Zeit ausreichend, um allfällige Einsprachen vorzubereiten.

Den Zeitpunkt abzuschätzen, wann der Entscheid die Schutzwürdigkeit des Hotels Metropol betreffend fällt, sei «sehr schwierig», sagt Stadtrat Gubser: Martin Kull, CEO von HRS, werde für sein Projekt Riva «durch alle Instanzen kämpfen», hat Gubser klare Signale für den Fall, dass das «Metropol» als geschützt erklärt wird. Je nach Entscheid habe auch der Heimatschutz angekündigt, ebenfalls bis nach Lausanne gehen zu wollen. Bis zu einem end- und rechtsgültigen Entscheid «könnte das dann noch Jahre dauern».

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