ARBON: Das grosse Aufräumen

Kaum ist der letzte Akkord verklungen, der letzte Spot erloschen, werden die Stecker gezogen. Die Festivalstadt lichtet sich und verschwindet bald. Bis es am See wieder so ist, wie es vor den «Summerdays» war.

Max Eichenberger
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Ein Bühnenarbeiter hängt einen Stahlträger an den Kranhaken. Eine Crew schichtet die Boden-Abdeckelemente auf den Stapler, während die Wäsche trocknet. (Bilder: Max Eichenberger)

Ein Bühnenarbeiter hängt einen Stahlträger an den Kranhaken. Eine Crew schichtet die Boden-Abdeckelemente auf den Stapler, während die Wäsche trocknet. (Bilder: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger

@thurgauerzeitung.ch

Schon in der Nacht beginnt der Abbau mit den ersten Handgriffen. Nach kurzem Schlaf sind die Equipen am frühen Morgen bereits wieder auf dem Areal, Stage Power und Bühnenbauer, Fetzlicrew und Hubstapelfahrer. Kistenweise stehen Kabelrollen auf dem Installationsplatz beim Waschplatz zum Abtransport bereit. Im Minutentakt karren die bulligen Transportstapler Material heran. An vorbestimmte Felder, wo es dann verladen wird. Was vor neun Jahren noch Neuland war, ist längst Routine geworden. Alles läuft nach Plan ab. Die Handgriffe sind eingespielt. Eine der über 500 Helferinnen und Helfer, die an den beiden Festivaltagen beim Bühnenzugang abgeordnet war, hat noch nicht genug.

Mit der Greifzange hebt sie den verstreut liegenden Abfall auf der Quaiwiese auf, damit diese sauber der Stadt übergeben werden kann. Es sind keine grosse Mengen. Ein Papiertaschentuch, Teile von transparenten Plastikbechern, Zigarettenstummel, nicht mehr benötigte Festivalausweise.

Der Abbau geht ruck-zuck voran

Kaum an einem anderen Ort sind die Festivalbesucher so gesittet wie hier und halten Ordnung. Das stellt nicht nur die Fetzlerin fest, die vor drei Jahren angeheuert hat und jedes Mal mit Freude dabei ist, sondern weiss auch die Festivalleitung zu schätzen. Darum ist die Abfallproblematik denn auch nie ein Thema gewesen. Das sei schon fast ein Markenzeichen. Das Gelände macht schon gegen Mittag einen aufgeräumten Eindruck. Für Spaziergänger ist die Promenade am See wieder offen. Einige Schaulustige sind da, welche die Rückbauarbeiten verfolgen. Die Girlanden direkt am Quai, die ein stimmungsvolles Licht erzeugt hatten, wurden am Morgen früh schon abmontiert. Hunderte Quadratmeter Bodenschutzelemente liegen aufgeschichtet auf Paletten. Zurückgelassen haben sie geometrische Muster auf der Rasenfläche. Das könnte als-Kunstinstallation durchgehen. Werbe- und «Summerdays»-Kunststoffbanderolen liegen nach der Reinigung zum Trocknen ausgebreitet auf der Wiese – Shirts und Socken der Helfer mangels Wäscheleine auf einer Bank.

«Sie schweisseln nicht mehr», versichert einer, der bald andernorts wieder mit dafür sorgt, dass Musikfans schöne Momente erleben und von Erinnerungen zehren dürfen.