ARBON: Bogen von der Klassik bis zur Moderne

Das Kirchenkonzert der Stadtmusik Arbon auf dem Bergli bot zahlreiche solistische Auftritte und ein schwieriges Wettstück. Die Besucher kamen beim unterhaltsamen Programm nicht nur zu einem Hörgenuss, sondern auch bei der Inszenierung auf ihre Kosten.

Erwin Schönenberger
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Brigitte Halter und Thomas Gmünder in künstlicher Lockenpracht. (Bild: Erwin Schönenberger)

Brigitte Halter und Thomas Gmünder in künstlicher Lockenpracht. (Bild: Erwin Schönenberger)

ARBON. Dass die Kirchenkonzerte der Stadtmusik Arbon beliebt sind, zeigte am frühen Sonntagabend die gut gefüllte evangelische Kirche. Unter Leitung von Thomas Gmünder bot das Orchester ein abwechslungsreiches Programm, das von der Klassik bis in die Moderne reichte.

Anspruchsvolles Selbstwahlstück

Als einen der Höhepunkte des Konzerts spielte die Stadtmusik das Selbstwahlstück «Symphonetta» von Stephen Bulla, mit dem sie die Jury am Kreismusiktag in Rüthi SG überzeugen will. Die anspruchsvolle Komposition figuriert auf der Wettstückliste in der ersten Stärkeklasse. Thomas Gmünder betonte aber, dass die Stadtmusik auch in Zukunft in der zweiten Stärkeklasse antreten werde. In diesem modernen Stück sind alle Register in Soloparts extrem gefordert. Dazu kommen die vielen Taktwechsel und musikalischen Wendungen. Das Orchester bot eine überzeugende Aufführung, auch wenn der Dirigent feststellte, dass in den nächsten Proben noch einiges verbessert werden müsste. Anspruchsvoll war das Werk auch für jene Zuhörer, die melodiösere Blasmusik bevorzugen.

Überzeugende Solisten

Viel Applaus ernteten die Solisten mit ihren gefühlvollen und unterhaltenden Auftritten. Da interpretierte Urs Moor auf der Klarinette die lyrische «Ebony Fantasy» und brachte damit zumindest musikalisch viel Wärme in die Kirche. Oboistin Madeleine Leimer begeisterte das Publikum mit der Morricone-Melodie «Gabriel's Oboe», während es Thomas Gmünder und Brigitte Halter mit ihrem «Hornsolo-Konzert in Es-Dur» für zwei Hörner und Orchester von Joseph Haydn nicht nur musikalisch in die Zeit der Klassik führten.

Tänzchen mit Perücke

Mit romantischer Lockenperücke boten sie zum musikalischen Genuss mit einem Tänzchen auch für das Auge etwas. Natürlich forderten die Zuhörer eine Zugabe. Die Hornsolisten begeisterten mit volkstümlichen Klängen nochmals alle. Mit Mussorgskys «Das grosse Tor von Kiew» aus den «Bildern einer Ausstellung» folgte der kraftvolle Abschluss des gelungenen Konzerts. Die Besucher kamen dank des grossen Applauses noch in den Genuss zweier Zugaben.

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