ARBON: Blinde Zerstörung im Wald

Im Seemoosholz wüteten Vandalen. Unbekannte haben ein Waldschulzimmer der Primarschule verwüstet und Sitz-Töggel angezündet. Es ist nicht der erste Feldzug dieser Art gegen Schuleinrichtungen.

Max Eichenberger
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Im inzwischen halbwegs aufgeräumten Waldschulzimmer liegen die nicht angezündeten Holztöggel herum. (Bild: Max Eichenberger)

Im inzwischen halbwegs aufgeräumten Waldschulzimmer liegen die nicht angezündeten Holztöggel herum. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Das Waldschulzimmer ist im öffentlich zugänglichen Bressan-Waldstück zwischen Seestrasse und Bahntrassee eingerichtet worden. Auf die Eröffnung des Primarschulhauses Seegarten hin haben es Kindergärtnerinnen zusammen mit Werkhof-Mitarbeitern mitten im Forst angelegt und dort eine einladende Oase geschaffen. Auf federndem Waldboden in einer kleinen Lichtung, umgeben vom Blattgrün der Bäume. Abgesehen vom Zwitschern der Vögel und einem leisen Rauschen, wenn der Wind das Geäst bewegt, herrscht dort Stille und wähnt man sich weg von der Zivilisation – nicht einmal 300 Meter entfernt vom neuen Schulhaus. Im Kreis sind dort Holztöggel angeordnet, die den Kindern auch als Sitzgelegenheit dienen. Darüber hängen Girlanden, gefertigt aus Naturmaterialen. Eine abschliessbare Holzkiste, versehen mit einem Blech als Schutz gegen Regen, birgt Spielgegenstände und Werkzeug. Die beiden Seegarten-Kindergartenklassen bringen hier jeweils einen Morgen zu – alle vierzehn Tage. Genutzt wird das Waldschulzimmer auch von Schulklassen und sporadisch Tagesschulgruppen.

Schon im Tälisberg haben Unbekannte gewütet

Als die Naturpädagogin am Sonntag zufällig vorbeischaute, traf sie der Schock: Ihr bot sich ein Bild der Zerstörung. Holztöggel seien angezündet, die Girlanden heruntergerissen worden, berichtet Schulpräsidentin Regina Hiller. Ausserdem hätten die Unbekannten, die jede Menge Abfall hinterliessen, die Kiste aufzubrechen versucht. «Ganz offensichtlich handelt es sich hier um mutwillige Sachbeschädigung. Das dürfte sicher nicht ohne Lärm zu- und hergegangen sein.»

Die Primarschulgemeinde hat bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt erstattet, ergänzt mit Fotografien des verwüsteten Ortes. Inzwischen hat eine Kindergärtnerin das Chaos soweit aufgeräumt. Unverständnis bleibt zurück, dass Menschen sich zu solch sinnlosen zerstörerischen Handlungen hinreissen lassen – und das gegen einen Ort gerichtet, an dem sich Kinder aufhalten und wohlfühlen.

Es ist nicht der erste Vandalenakt dieser Art. Im Mai bereits hatten Unbekannte den Waldkindergarten im Tälisberg heimgesucht. Die Kiste mit Utensilien hatten sie das Tobel hinunter geworfen. Holzmaterial wurde ebenfalls verbrannt. Mit viel Aufwand, so Regina Hiller, sei das «Freiluftzimmer» dann wieder hergerichtet worden.

Die Tat im Simisholzli dürfte in den letzten zehn Tagen begangen worden sein – nach Beginn der Sommerferien. «Es ist uns bewusst, dass das Waldschulzimmer sich in öffentlich zugänglichem Gebiet befindet», sagt Regina Hiller. «Aber das berechtigt nicht, hier alles zu zerstören.»

Sachdienliche Hinweise sind zu richten an den Polizeiposten Arbon, Telefon 071 221 41 00.