ARBON: Baustelle wird zur grossen Bühne

800 Kinder und Erwachsene brachten am Wochenende viel Leben ins ehemalige Presswerk. Die Arboner Musiktage standen im Zeichen des 30-Jahr-Jubiläums der Musikschule und ihres bevorstehenden Umzugs ins neue Kulturzentrum.

Hedy Züger
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Moric von Toszeghi an der Violine gab als einer von drei Musikschülern eine Kostprobe seines Könnens. (Bild: Hedy Züger)

Moric von Toszeghi an der Violine gab als einer von drei Musikschülern eine Kostprobe seines Könnens. (Bild: Hedy Züger)

ARBON. Sand und den legendären Saurer-Klötzliboden unter den Füssen – dazu ein wunderbares Musikerlebnis im alten Presswerk, das zum neuen Kulturzentrum in der Region werden soll. Die Arboner Sänger und das Sinfonische Orchester Arbon eröffneten unter der Leitung von Leo Gschwend das 26. Wochenende «Arbon musiziert». Und dies auf hohem Niveau.

Kostprobe von drei Talenten

Drei von vielen erfolgreichen Musikschülern präsentierten dem grossen Publikum je ein Werk von Beethoven, Camille Saint-Saëns sowie Franz Krommer und auch eine jiddisch-hebräische Komposition: Anika Rey, Klarinette, aus Roggwil; Moric von Toszeghi, Violine, aus Neukirch; David Hubov, Violine, aus Arbon. Eine Rose von Leo Gschwend und der Applaus der Zuhörerschaft belohnten sie für ihren langjährigen Übungsfleiss und die virtuos gespielte Musik.

Einlagen lockerten das Konzert auf, so der Zimmermannsklatsch, dann ein Pub- und Prisonlied, das von zwei Sängern im irisch echten Idiom vorgetragen wurde. Beim Thurgauerlied und dem Infanterieregimentsmarsch 31 erinnerte Gschwend an Heinrich Steinbeck, damals Leiter der Stadtmusik und des Orchestervereins.

Der Chor intonierte mit Unterstützung der Besucher «Das alte Haus von Rocky Docky». Die alte Produktionsstätte sei noch voller Leben und Stimmung, spürte Gschwend der Vergangenheit nach. Mehrere Sänger und sein Vater hätten im Presswerk gearbeitet, das alte Gemäuer rufe nostalgische Gefühle wach.

Alle machen mit

Ein Lacher folgte, als Leo Gschwend auf den Altersdurchschnitt im Chor hinwies, der von 76 auf 71 Jahre zurückgegangen sei. Das nächste Ziel sei «Alter 65».

Im Presswerk im ehemaligen Saurer WerkZwei erhalten Musikschule und erwachsene Musikschaffende ihren neuen Standort. Alle, auch die Tanzwerkstatt, beteiligten sich am Wochenende an den zehn Veranstaltungen von «Arbon musiziert».

Die Planung läuft, doch bei den finanziellen Mitteln herrscht Mangel. Das soll sich bald ändern: Der Betonmischer, in welchem die Besucher erste Spenden deponierten, bietet viel Platz. «Eifach inewörfe», ermutigte Leo Gschwend, das Vorhaben benötige ideelle und finanzielle Unterstützung. Vor fünf Jahren habe er ins Presswerk gespäht und gedacht: «Das wäre etwas für die Musikschule sowie die singenden, musizierenden und tanzenden Vereine; ja, man soll nie aufhören zu träumen.»