ARBON: Bangen um Bundesfeier

Die Stadt zahlt dieses Jahr keine Beiträge an das Fest vom 1. August. Jetzt ist Arbon Tourismus mit den Vereinen im Gespräch. Doch bis jetzt ist niemand eingesprungen.

Tanja von Arx
Merken
Drucken
Teilen
Kaspar Hug, Präsident Arbon Tourismus (Bild: pd)

Kaspar Hug, Präsident Arbon Tourismus (Bild: pd)

Noch stemmt niemand die Nationalfeier. Das bestätigte Kaspar Hug, Präsident von Arbon Tourismus, an der Hauptversammlung vorgestern Abend. Auf die Frage eines Mannes antwortete er, dass die Stadt dem Verein für das Fest nicht wie in vorigen Jahren einen Betrag zwischen 6000 und 8000 sprechen würde, was Stadtpräsident Andreas Balg an der letzten Parlamentssitzung hatte verlauten lassen.

Es ginge jetzt an, auf die Vereine zuzugehen und zu fragen: Wollen wir den Anlass durchführen? «Der Gewinn würde im eigenen Sack landen, falls es ‹schiffen› würde, der Verlust ebenso», sagte Hug. Bis jetzt habe ein Verein Interesse angemeldet. Welcher das gewesen sei, mochte der Präsident von Arbon Tourismus nicht sagen. Dessen Interesse gelte aber in jedem Fall dem Hafenfest am 31. Juli und dem Nationalfeiertag am 1. August. Ende nächster Woche wisse man Bescheid, sagte Hug.

Laut dem Vereinspräsidenten gibt es in der logischen Folge nun zwei Möglichkeiten. Sage der Verein zu, werde das Fest durchgeführt. Sage er nicht zu, «dann macht man halt nichts und stellt ein Mikrofon für eine Ansprache in den Jakob-Züllig-Park.» Oder aber man suche einen professionellen Veranstalter und sei besorgt zu klären, wer anlässlich des Festes was mache.

«Das ist eine einfache Rechnung»

Stadtpräsident Andreas Balg, der Einsitz im Vorstand von Arbon Tourismus hat, sagte im Gemeindesaal von Steinach zu den 23 Stimmberechtigten: «Wir können keine Beiträge mehr zahlen.» Das Ganze wäre eine einfache Rechnung. Im Rahmen eines Sparbeschlusses hätte das Parlament im Budget den Posten für öffentliche Anlässe um 17000 Franken gekürzt. Dieser würde den Neujahrsapéro, die Neuzuzügerbegrüssung und die 1.-August-Feier umfassen.

Allenfalls sieht es nächstes Jahr anders aus

Balg betonte, dass der Werkhof weiterhin unentgeltlich städtische Leistungen erbringe. An der Feier würde er die Infrastruktur stellen. Ferner wäre ihm die Situation auch recht so. Denn: Werde man sich der Tragweite des parlamentarischen Entscheids bewusst, sähe es vielleicht nächstes Jahr anders aus.

Gemeinden am See spannen zusammen

Die Rechnung 2016 von Arbon Tourismus, ehemals Verkehrsverein, schliesst mit einem Plus von 15857 Franken. Sowohl die Rechnung als auch der Jahresbericht 2016 und das Budget 2017 wurden einstimmig genehmigt. Die Mitgliederzahl des Vereins beläuft sich derzeit auf 281 Personen. Das sind laut Präsident Kaspar Hug sechs weniger als 2015. «Ziel ist es, dieses Jahr die 300er-Marke zu knacken.» Ferner soll in Zukunft auf die Zusammenarbeit mit den andern Gemeinden am See fokussiert werden. Wie Vorstandsmitglied Andreas Balg sagte, wolle man mit Romanshorn, Horn und Egnach das touristische Potenzial besser ausschöpfen. (tva)