ARBON: Ausfälle mit Kraftakt kompensiert

Die Primarschulgemeinde musste im Budget kurzfristig einen massiven Steuereinbruch auffangen. Zur Unzeit. Nicht gefährdet sei die Finanzierung zweier neuer Bauvorhaben, erklärt die Behörde.

Max Eichenberger
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10,1-Millionen-Kredit für den Ausbau des Primar-Campus Stacherholz: Der 54 Jahre alte, marode Zwischentrakt (im Hintergrund der Visualisierung) wird saniert. Dazu ist ein Ergänzungsbau projektiert (rechts). Über den Baukredit stimmen die Arboner Primarschulbürger am 26. November ab. (Bild: PD)

10,1-Millionen-Kredit für den Ausbau des Primar-Campus Stacherholz: Der 54 Jahre alte, marode Zwischentrakt (im Hintergrund der Visualisierung) wird saniert. Dazu ist ein Ergänzungsbau projektiert (rechts). Über den Baukredit stimmen die Arboner Primarschulbürger am 26. November ab. (Bild: PD)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Noch einmal umkrempeln musste die Schulbehörde ihre ganze Budget-Vorarbeit. Genötigt wurde sie dazu, nachdem Anfang September die Kunde aus dem Stadthaus kam, die Steuererträge würden nicht so hoch ausfallen wie prognostiziert – mehr noch: regelrecht einbrechen.

«Diese Dimension bedeutete für uns eine echte Herausforderung», erklärt Martin Thalmann, der bei der Primarschulgemeinde (PSG) das Finanzressort führt, die Folgen der in Arbon abnehmenden Steuerkraft für die PSG. Eine Million Franken weniger gegenüber dem Finanzplan: das bedeutet ein sattes Minus von 6,8 Prozent, das es aufzufangen galt.

Kein Sändeligeschirr für den Kindergarten

«Wir hatten schon defensiv geplant. Aber dieses Ausmass war für uns doch ernüchternd», sagt Schulpräsidentin Regina Hiller. Das erforderte umgehend Budgetkorrekturen. Beeinflussbare Aufwände wurden genau unter die Lupe genommen, Kosten, Sonderbudgets und Anschaffungen auf ein notwendiges Minimum reduziert – oder kleine bis kleinste Positionen gestrichen, wie etwa der Ersatz eines Rasenmähers oder Sändeligeschirr für den Kindsgi. Bei den Spielplätzen wird der Turnus der Erneuerung zeitlich gestreckt.

Aufgeschoben sei aber nicht aufgehoben, ist sich die Behörde bewusst. Beim grossen Brocken Personalaufwand gibt es wegen kantonaler Vorgaben keinen Spielraum. Unter dem Strich sei es mit einigen Opfern gelungen, die Ausfälle durch kurzfristige «Kostenoptimierungsmassnahmen» einigermassen zu kompensieren, so Thalmann. Er wie Schulpräsidentin Hiller betonen, dass die Schulqualität grundsätzlich keine Abstriche erfahre. Unvermeidbar war bei allen Anstrengungen trotzdem, ein negatives Ergebnis zu budgetieren: mit 41000 Franken hält es sich in Grenzen. Das Eigenkapital von rund drei Millionen reicht, um Investitionsvorleistungen finanzieren und den Steuerfuss von 65 Prozent halten zu können.

Weiterer Schulraum im Stacherholz nötig

Nach dem Schulhaus Seegarten – in Betrieb seit Spätsommer 2016 – hat die Primarschule nämlich weitere geplante Bauvorhaben zu stemmen, um den Schulraumbedarf bei steigenden Schülerzahlen decken zu können und Puffer zu schaffen. Im Stacherholz betrifft dies die Sanierung des maroden Zwischentraktes; dazu ist ein Ergänzungsbau mit neuen Schulräumen projektiert worden. Entgegen der ursprünglichen Absicht soll dieser von Anfang an für einen vollen Tagesschulbetrieb ausgelegt werden. Darum erhöht sich der Kredit von 9,5 auf 10,1 Millionen Franken, den die PSG den Schulbürgern vorlegt. Geplant ist, im Sommer 2018 mit der Sanierung und dem Neubau zu beginnen und diese Mitte 2020 abzuschliessen.

Eine Ablehnung des Kredites bedeutete, dass zumindest eine Teilsanierung vorgenommen werden müsste. Behelfen müsste man sich zudem mit teuren Container- oder Mietlösungen, um Schulklassen unterzubringen.

Allein im letzten Schuljahr ist der Schülerbestand um vierzig angestiegen. In den Kindergärten sei man heute schon über der Richtzahl von 18 Schülern pro Klasse, zeigt Regina Hiller die Entwicklung auf. 2018 will die PSG den Thomas-Bornhauser-Kindergarten vergrössern und – mit der Rechnung 2017 – dafür einen Kredit von zwei Millionen vorlegen. «Ob Sanierung und Ausbau oder Neubau, das ist offen», sagt Raphael Künzler, der in der PSG das Bauressort führt.