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ARBON: Aus Schaden wird man reich

Stadtrat Gubser will ums Schloss keine Dauerbaustelle. Und gibt Gas. Im Nachhinein haben die Mauerschäden auch ihr Gutes. Das Mittelalter und die Römer werden sichtbarer: beim geplanten neuen historischen Schlossrundgang.
Max Eichenberger
Beim «Kanzeli», wo die grosse Silberlinde gestanden hatte, war man auf Teile des mittelalterlichen Untertor-Turms gestossen. (Bild: Max Eichenberger)

Beim «Kanzeli», wo die grosse Silberlinde gestanden hatte, war man auf Teile des mittelalterlichen Untertor-Turms gestossen. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Aufwendig – und auch kostspielig – gestaltet sich die Sanierung der Mauer, die das Schloss mit dem grossen Turm umfriedet. Sie ist lang – und: sie ist stellenweise schadhaft, teils brüchig. Festgestellt hat man das vor fünf Jahren.

Entlang der Schlossgasse ist die bröckelnde Mauer inzwischen instand gestellt. Auch auf der Nordseite ist sie wieder so gesichert worden, dass der Fussweg zwischen Schloss und FPT zum See nach langer Sperrung wieder offen ist. Stadtrat Peter Gubser drängt, seit er das Bau-Ressort innehat, zu einem Abschluss.

Dank historischer Substanz mehr Subventionen

Bei alten Bauwerken birgt eine Sanierung oft auch Überraschungen. Das hat sich bei der Schlossmauer so bestätigt. Bei der Ausbuchtung im Bereich des «Kanzeli» zum Marktplatz hin hatte man Risse festgestellt – verursacht, wie Untersuchungen ergeben haben, durch das Wurzelwerk der mächtigen Silberlinde.

Um Druck von der Mauer zu nehmen und nach einer Reparatur keine weiteren Schäden gewärtigen zu müssen, ist die Linde gefällt worden. Dort, wo die Linde gestanden hatte, ist man im Untergrund zufällig auf den ursprünglichen Untertor-Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung gestossen. Für die Stadt ein Glücksfall. Denn das Amt für Archäologie bekundet grosses Interesse, diese leicht zurückversetzten Mauerteile ganz freizulegen und als künftigen Eckabschluss zu restaurieren. Damit entfällt die ursprünglich geplante Kanzeli-Sanierung. Die neue Variante ist laut Gubser zudem kostengünstiger. Die Stadt profitiert aber gleich doppelt: «Dank der Unterstützung des Kantons hat die Stadt für diesen Teilbereich noch einen Anteil von 10 bis 20 Prozent zu übernehmen.»

Römische Kastellmauer zugänglich machen

Es blieb nicht der einzige Fund: beim Abtrag des Erdmaterials am Rande der Turmterrasse, um so Druck von der Mauer zu nehmen, stiessen die Archäologen auf Teile der römischen Wehranlage. Diese Teile des ehemaligen Kastells sollen, freigelegt, der Öffentlichkeit präsentabel zugänglich gemacht werden. Stadtrat Gubser zufolge ist nämlich geplant, als Teil der letzten Sanierungsetappe einen historischen Schlossrundgang mit Start und Ziel im Schlosshof anzulegen – in Zusammenarbeit mit dem Amt für Archäologie, der Denkmalpflege und Arbon Tourismus. Gubser will das Projekt zügig, noch in diesem Jahr, zum Abschluss bringen. Deshalb sind Tranchen zusammengepackt worden. Entsprechend budgetiert sind 2018 brutto Kosten von 980000 Franken (statt 412000). Gerechnet werden kann anderseits mit einem auf 700000 Franken erhöhten Kantonsbeitrag. Bei den Nettoinvestitionen kommt Arbon 170000 Franken günstiger weg.

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