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ARBON: Auf Zeitreise im Städtli

Ursula Gentsch ist in der Stadt aufgewachsen – und geblieben. In das Projekt «Zeitfrauen» steckt sie ihr ganzes Herzblut. Und nach ihrem ersten Kinderbuch hat sie das Schreibfieber gepackt.
Maria Keller
In ihrem Wohnzimmer in Arbon: Ursula Gentsch mit einer Schürze der «Zeitfrauen». (Bild: Maria Keller)

In ihrem Wohnzimmer in Arbon: Ursula Gentsch mit einer Schürze der «Zeitfrauen». (Bild: Maria Keller)

Maria Keller

maria.keller@thurgauerzeitung.ch

«Es ist gefährlich, wie viele Ideen ich habe», sagt Ursula Gentsch. Es gibt nichts, wo die engagierte Arbonerin nicht noch ihre Finger im Spiel hat. Im Städtli sind die Stadtrundgänge der Zeitfrauen, denen sie angehört, längst all­gemein bekannt. Und auf Kinderbuch Nummer eins sollen im Verlauf des nächsten Jahres noch Nummer zwei und drei folgen.

Die Idee für eine historische Stadtführung der etwas anderen Art spukte Gentsch schon länger im Kopf herum. In Frauenfeld habe sie ein ähnliches Angebot entdeckt und wurde dadurch inspiriert, so etwas auch in Arbon anzubieten. Mit ihrer Idee trat sie vor sieben Jahren an den Lokalhistoriker Hans Geisser. Dieser habe den Vorschlag als «nicht sehr interessant» abgetan.

Irgendwann habe sie aber ­einen Anruf einer Kollegin bekommen, die ihr den Vorschlag machte, in Arbon eine geführte Tour durchs Städtli auf die Beine zu stellen. «Sie hat bei mir offene Türen eingerannt», sagt Gentsch.

«Die gespielten Szenen sind das Sahnehäubchen»

Mit drei weiteren Frauen habe man Ideen gesammelt und sich Gedanken zur Umsetzung gemacht. Dabei habe man auch andere Frauenrundgänge besucht. «Aber nur, um zu sehen, was wir nicht machen wollen», sagt Gentsch. Denn die Führung der Arboner Zeitfrauen sollte etwas ganz anderes werden.

Das heutige Konzept der Zeitfrauen: Etwa dreissigmal im Jahr bietet die Frauengruppe einen szenischen Rundgang durch die Stadt an. Vier davon können öffentlich besucht werden, der Rest wird privat gebucht. Dabei werden an unterschiedlichen Sta­tionen geschichtliche Begebenheiten, bei denen Frauen eine wichtige Rolle zugekommen ist, nachgespielt. «Durch die lebendige Erzählung wird den Zu­hörern und Zuschauern die Geschichte verständlich gemacht», sagt Ursula Gentsch. «Die gespielten Szenen sind das Sahnehäubchen unserer Führungen.»

Die authentischen Kostüme finden die Zeitfrauen unter anderem auf Flohmärkten. Oder sie bekommen sie sie von Bekannten geschenkt. «Wir haben schon ein wunderschönes schwarzes Hochzeitskleid im Wert von mehreren hundert Franken geschenkt bekommen», sagt Gentsch. Ihre Materialien können sie im Flohmarkt, im alten EW-Gebäude hinter dem Stadthaus, lagern.

Das Interesse der Arboner sei deutlich spürbar, sagt Gentsch. Die erste Führung fand im Juni 2012 statt. Dreissig Zuhörer und ein Fernsehteam des SRF be­gleiteten die Zeitfrauen auf ihrer Tour durch die Stadt. «Ich war unsäglich nervös, da ich selbst als Spielerin auftreten musste.»

Zwei weitere Kinderbücher in Planung

Das Angebot der Zeitfrauen wurde laufend ausgebaut. Ebenfalls gut besucht war im letzten Jahr der erste «Last-Minute-Adventsfenster-Rundgang» Hundert Personen seien bei dem Spaziergang von Fenster zu Fenster mitgelaufen. Auch in diesem Jahr wird das Angebot stattfinden. «Offenbar haben wir damit eine Marktlücke gefunden», sagt Gentsch. Pläne für die Zukunft hat sie noch einige. Vor einem Jahr schrieb sie ihr erstes Kinderbuch «Der kleine Meerwurm Folli». Zwei weitere illustrierte Kinderbücher liegen beinahe fertig bei ihr zu Hause. Beide sollen im Verlauf des nächsten Jahres erscheinen. Eine weitere Buchidee schwirrt Gentsch schon länger im Kopf herum. «Ich würde gerne ein Wimmelbuch für Demente illustrieren.»

Die Arboner Zeitfrauen haben noch nicht ausgedient, und neue Ideen hat Gentsch immer. «Man muss mir nur einen Input geben, dann beginnt sich das Rad in meinem Kopf zu drehen und rastet irgendwo ein.»

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