Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

ARBON: Arwa-Vorstand zieht Reissleine

Weiterer Aderlass: Die Weihnachtsausstellung ist abgesagt worden – gut einen Monat bevor sie hätte starten sollen. Jetzt geht der Verein in sich. Ob eine Tradition endet oder es einen Neuanlauf 2017 gibt, ist offen.
Max Eichenberger
Adrian Käppeli Arwa-Präsident (Bild: PD)

Adrian Käppeli Arwa-Präsident (Bild: PD)

ARBON. Eigentlich hätte vom 1. bis 4. Dezember die 32. Arboner Weihnachtsausstellung (Arwa) im Seeparksaal in Szene gehen sollen. Doch mit der Fortführung der Tradition wird es – zumindest 2016 – nichts. Der Vorstand zieht die Reissleine. Den Entscheid, die Messe abzublasen, hat er am Montag getroffen, wie Arwa-Präsident Adrian Käppeli bestätigt.

Nur noch halb so viele Aussteller

Gestern Nachmittag hat sich die Nachricht auf Facebook in Windeseile verbreitet. Dies, nachdem die Mitglieder und Aussteller per Brief darüber informiert worden sind. «Wir hatten nur noch knapp halb so viele Aussteller beisammen wie im letzten Jahr», nennt Käppeli den Hauptgrund für die Absage. Mit lediglich noch 22 Ausstellern hätte man «keine attraktive Messe» mehr bieten können, so der Arwa-Präsident, der dieses Amt seit zwei Jahren innehat. Der eigene Anspruch, nämlich die «grösste Oberthurgauer Weihnachtsausstellung» zu sein, hätte so nicht mehr erfüllt werden können.

Auf jeden Fall wäre eine Durchführung trotz allem dem Image wohl abträglich gewesen. Unter ein gewisses Niveau bezüglich Grösse wollte man nicht gehen. Man fürchtete, mit einer Schrumpf-Ausstellung sich ein bisschen lächerlich zu machen.

Auch wäre die Rechnung nicht mehr aufgegangen und die Trägerschaft in ziemliche finanzielle Schieflage geraten. Bis jetzt sei die Abrechnung immer so mehr oder weniger pari herausgekommen – letztes Jahr bei einem Budget von 116 000 Franken mit einem leichten Minus. Diesmal hätte ein Defizit von gegen 40 000 Franken herausgeschaut. «Und über Reserven oder Rückstellungen verfügen wir nicht mehr», sagt Käppeli. Mit der letzten Tranche ist eben noch das Darlehen für die Anschaffung des neuen Standmaterials, das seit fünf Jahren mehr Flexibilität und Gestaltungsmöglichkeiten bietet, zurückbezahlt worden. Dieses bleibt diesen Dezember eingelagert.

Entwicklung ist nichtüber Nacht gekommen

«Ein Risiko wollten und konnten wir nicht eingehen», begründet Käppeli den Vernunftentscheid – und bedauert die Absage gleichzeitig. Denn manche Aussteller hätten schon im Sommer mit den Vorbereitungsarbeiten für die Präsentation begonnen. Dieser Aufwand verpufft nun. Auch das treue Arwa-Publikum bittet Adrian Käppeli um Nachsicht. Dabei ist die Stadt Arbon in einer noch mit Käppelis Vorgänger geschlossenen Vereinbarung dem Verein Arwa bei den Mietkosten des Seeparksaals entgegengekommen. Statt des üblichen Tarifs von 12 000 Franken hatte der Arwa-Trägerverein noch die Hälfte zu entrichten. Anderseits fallen die Stromkosten jeweils hoch aus. Über Nacht kommt die Entwicklung jedoch nicht ganz. Der Vorstand hat eine Stagnation schon vor einiger Zeit bemerkt. Zunehmend ist es schwieriger geworden, die Zahl der Standmieter zu halten. Die Tendenz ist weiter rückläufig.

Strukturwandel und gesellschaftlicher Wandel

Bei der 32. Auflage der «Neuzeit» wären auch langjährige, ältere Aussteller nicht mehr dabei gewesen – und neue scheuen eine Teilnahme, sieht das Adrian Käppeli im Zusammenhang mit einem Strukturwandel in Arbon. «Wir haben sehr viel Zeit investiert, neue Aussteller zu gewinnen – in persönlichen Gesprächen, per Mail und brieflich.» Leider sei nicht viel hängen geblieben. Auch gesellschaftlich war die Arwa nicht mehr der Anziehungspunkt früherer Jahre. Das habe man auch in den Restaurants gespürt, so Käppeli.

Am 14. November soll nun in grösserem Kreis erörtert werden, ob und allenfalls in welcher Form die Arwa noch eine Zukunft hat.

Die Arwa mit ihren Beizli wird dieses Jahr nicht zum Treffpunkt. Die Ausstellung ist abgesagt worden. (Archivbild: Max Eichenberger)

Die Arwa mit ihren Beizli wird dieses Jahr nicht zum Treffpunkt. Die Ausstellung ist abgesagt worden. (Archivbild: Max Eichenberger)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.