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ARBON.: Arboner Wiedergutmachung

Nicht noch einmal dürfte das Arboner Parlament das Projekt «Winterwasser» in Romanshorn torpedieren. Vom Ja zum Beitrag macht die Genossenschaft Hallenbad ihr Darlehen abhängig.
Max Eichenberger
Mit einer ähnlichen Traglufthalle soll das 25-Meter-Becken im Romanshorner Schwimmbad für den Winterbetrieb überdeckt werden. (Bild: pd)

Mit einer ähnlichen Traglufthalle soll das 25-Meter-Becken im Romanshorner Schwimmbad für den Winterbetrieb überdeckt werden. (Bild: pd)

ARBON. Es war an der denkwürdigen Marathon-Budgetdebatte im Dezember: Das Stadtparlament feilschte bei vielen Budgetpositionen um grössere und auch Kleinstbeträge. Im Bemühen zu sparen, wurde mitunter übers Ziel hinausgeschossen. So strichen die Volksvertreter einen bescheidenen Beitrag von 10 000 Franken für das regional ausgerichtete Romanshorner Projekt «Winterwasser». Im Gegensatz zu Arbon ist in der Nachbarstadt die Überdachung eines 25-Meter-Beckens für den Schwimmbetrieb im Winter machbar – und sind auch die Auflagen erfüllbar. Arbon soll, wie beim Eissportzentrum Oberthurgau, einen Betriebsbeitrag leisten.

Spar-Exempel am falschen Ort

Das Parlament stellte sich indes quer und statuierte ein Spar-Exempel. Das Projekt war für die Volksvertreter allerdings eine «Blackbox»; sie waren nicht informiert: weder über das regionale Konzept noch die Zusammenhänge. So hatten Romanshorn und Amriswil ihre Zusagen davon abhängig gemacht, dass auch die Stadt Arbon mitmacht.

Die Initianten, die Nachbarstadt und die Regionalplanungsgruppe Oberthurgau, bei der Arbon die grösste Mitgliedgemeinde ist, empfanden den Entscheid als ein brüskes Fait accompli.

Dabei hatte Stadtpräsident Andreas Balg zuvor noch verzweifelt gewarnt: «Wenn wir andere Gemeinden in eine gemeinsame Front mit einbeziehen wollen, um einen besseren Lastenausgleich bei den Sozialhilfeaufwendungen zu erreichen, und es da dann um Hunderttausende von Franken geht, wäre es höchst unklug, sich bei diesem geringen Betrag aus der regionalen Solidarität zu verabschieden.» Das Informationsdefizit konnte er auf die Schnelle nicht wettmachen.

Der politische Schaden war angerichtet. Die Reaktionen fielen entsprechend erstaunt bis harsch aus. Den Parlamentariern dämmerte es spätestens jetzt.

Diesmal mit Botschaft

Der Stadtrat macht nun auf Wiedergutmachung – und beantragt mit einer Botschaft einen jährlichen Betriebsbeitrag von 28 284 Franken an das Projekt der Regionalplanungsgruppe Oberthurgau (RPO). Vorläufig für fünf Jahre. Die RPO hat den Betriebskostenbeitrag auf zwei Franken je Einwohner (Romanshorn: drei) festgelegt. Das Parlament soll nun am 22. März darüber befinden.

Mit Ausnahme von Horn, Roggwil und Steinach, wo nochmals nachgehakt werden soll, liegen von allen Gemeinden Zusagen vor. 40 Prozent tragen Schulen und Vereine mit Beiträgen für die Nutzung bei. Die Arboner Schulen verzichten aber – zumindest vorläufig – darauf, Wasserfläche zu mieten. Weil das überdachte Becken auch zeitweise öffentlich genutzt werden soll, rechnet man zudem mit 30 000 Franken Eintrittsgeldern.

Darlehen aus Hallenbad-Fonds

Ohne Arbon dürfte das Projekt kaum auf die Füsse kommen. Denn von der Zustimmung zum Arboner Betriebsbeitrag macht auch die Genossenschaft Hallenbad Arbon (GHA) ihrerseits abhängig, der Trägerschaft ein zinsloses Investitions-Darlehen von 150 000 Franken zu gewähren. Ihre spätere Vision einer Traglufthalle im Schwimmbad Arbon musste die 1974 gegründete GHA abschreiben – viele Jahre zuvor war schon der Hallenbad-Traum im Seepark ausgeträumt. Am 17. März entscheidet die Genossenschaft, unter Vorbehalt, die geäufneten Mittel in das in Romanshorn geplante regionale Projekt einzuschiessen. – Am 22. März dürfte das Parlament daher die Partner nicht mehr düpieren.

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