ARBON: Arbeitgeber mit sozialer Ader

Einen offenen Kanal zum Berufsnachwuchs, eine bessere Anbindung an die Zentren: Die Arbeitgeber haben positive Signale.

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Für die Unternehmen sei es eine tägliche Herausforderung, sich «marktfähig» zu halten. Dies betonte Dennis Reichardt, Präsident der Arbeitgebervereinigung Arbon und Umgebung (AVA), an der diesjährigen Generalversammlung, die in Horn durch- geführt wurde. Teils ungünstige Rahmenbedingungen machten dies nicht gerade einfach – obwohl die Prognosen für die Wirtschaft «grundsätzlich positiv» seien, sagte Reichardt.

Der Verband begrüsst die Aufhebung des Einzonungsmoratoriums auf Stufe des kantonalen Richtplans. Am Ende würden damit Einschränkungen fallen. Reichardt hofft, dass damit auch die für den Oberthurgau eminent wichtigen Verkehrsvorhaben BTS und OLS und damit die bessere Anbindung an die Thurgauer Zentren, einen Schritt näher rücken – auf Projektstufe zumindest bis zur Ausführungsreife 2021.

Dennis Reichardt bekannte sich als Befürworter zur Energiestrategie 2050, worüber im Mai abgestimmt werden wird: «Sie ist ein gesunder Kompromiss. Wir können damit Wertschöpfung im eigenen Land halten.» Seit zwei Jahren unterhält die Arbeitgebervereinigung eine eigene Geschäftsstelle, die von Gilbert Piaser betreut wird. In dieser Funktion ist er auch bei der Regional- planungsgruppe Oberthurgau tätig, wodurch Synergien genutzt werden können. Die Vereinigung könne öffentlichkeitswirksamer operieren: «Wir werden wahrgenommen», zieht Piaser selber eine erste positive Zwischenbilanz – dies auch dank eines frischeren Internetauftritts. Das politische Engagement will die AVA verstärken.

Richtigen Berufsnachwuchs rekrutieren

Vernetzung ist überhaupt ein wichtiges Credo der AVA. Das gilt auch für den Dialog zwischen der Wirtschaft und den Schulen, der neuen Schub bekommen hat. Ins- besondere mit dem vor zwei Jahren gestarteten Projekt «Triebwerk», das mit einer Vereinsstruktur zum Laufen gekommen ist. Es geht dabei um die Ver- mittlung von Berufsinformationen und darum, die Rekrutierung von Berufsnachwuchs zu opti- mieren. «Erste Workshops sind durchgeführt worden. Das Feedback war durchwegs positiv», berichtete Reichardt. «Wir haben etwas erreicht, sind aber noch nicht so weit, wie wir wollen.» Eine Idee ist die Lancierung einer Berufsmesse.

Dennis Reichardt tritt nicht nur als Liberaler für den Abbau von bürokratischen Schranken und anderen Hemmnissen ein, er hat ebenso eine wirtschaftssoziale Ader. So ermunterte der AVA-Präsident seine Arbeitgeberkollegen, vermehrt auf die Plus AG Personal und Dienstleistungen zuzugehen. Diese von Daniela Merz geführte AG bezweckt, Arbeitslose wieder in den Ar- beitsprozess einzugliedern – dauernd wie temporär. Im ersten Arbeitsmarkt wieder Fuss zu fassen, werde für Langzeitarbeits- lose immer schwieriger.

 

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch